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In Concert / Archiv | Beitrag vom 28.12.2015

Charles Lloyd "Wild Man Dance" Große Schönheit und spirituelle Relevanz

Moderation: Matthias Wegner

Charles Lloyd mit seinem Ensemble beim Jazzfest Berlin 2015. (Camille Blake)
Charles Lloyd mit seinem Ensemble beim Jazzfest Berlin 2015. (Camille Blake)

Charles Lloyd ist eine der großen Jazzlegenden unserer Zeit. Der mittlerweile 77-jährige Multiinstrumentalist hat sich bis heute seine Offenheit bewahrt und sucht sich immer wieder neue ausdrucksstarke musikalische Partner. Bei seiner Suite "Wild Man Dance" trifft seine Kernband auf einen griechischen Lyra-Spieler und einen Cimbalom-Spieler aus Ungarn.

Charles Lloyd war schon in den 60er Jahren ein gefeierter Musiker. Er spielte in großen Rockmusik-Arenen und wurde u.a. vom einflussreichen amerikanischen Jazzmagazin "Down Beat" mehrfach zum Jazzmusiker des Jahres gewählt. In Lloyds Band saß damals ein noch völlig unbekannter junger Mann am Klavier, der einige Jahre später ebenfalls zu einem Superstar wurde: der Pianist Keith Jarrett. 

Während Jarrett bald seine einzigartige Solo-Karriere starten sollte, verabschiedete sich Charles Lloyd völlig überraschend vom hektischen Musikerleben. Er wollte kein Produkt mehr sein. Lebte mit einer Erbschaft und guten Plattenumsätzen im Rücken auf einer Farm in Kalifornien. Studierte indische Kultur und transzendentale Meditation. Inspiriert durch den französischen Pianisten Michel Petrucciani holte Lloyd erst in den 80er Jahren sein Saxophon wieder aus dem Schrank. Kurz danach gab es ein rauschendes Comeback, das im Grunde bis heute anhält.

Besonderes Geschick besitzt Lloyd immer wieder bei der Wahl der Pianisten in seiner Band. Aktuell ist der über 40 Jahre jüngere Gerald Clayton an seiner Seite, aber auch Bassist Joe Sanders und Schlagzeuger Eric Harland gehören zu den besten Musikern des aktuellen amerikanischen Jazz. Dieses vorzügliche Quartett hat Lloyd nun noch um zwei Musiker erweitert: um den griechischen Lyra-Spieler Sokratis Sinopolulos und um den Ungarn Miklos Lukacs am Cimbalom. Für dieses Ensemble hat Lloyd seine sechsteilige Suite "Wild Man Dance" geschrieben. Ein Werk von großer ästhetischer Schönheit und spiritueller Relevanz.

Jazzfest Berlin, Aufzeichnung vom 07.11.2015

Charles Lloyd, Saxofon
Gerald Clayton, Klavier
Joe Sanders, Bass
Eric Harland, Schlagzeug
Sokratis Sinopolulos, Lyra
Miklos Lukacs, Cimbalom

 

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