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Donnerstag, 27.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 15. Februar 2020

Schauspielerin Lynn Cohen gestorben

Lynn Cohen, bekannt aus der Fernsehserie "Sex and the City", ist tot. Die 86-Jährige sei am Freitag in New York gestorben, bestätigte ihr Manager Josh Pultz der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Dem Magazin "Hollywood Reporter" zufolge wurde Cohen 1933 in Kansas City im Zentrum der USA geboren und hatte ihren ersten größeren Auftritt 1983 im Film "Without a Trace". Zur Erfolgsserie "Sex and the City" sei sie im Jahr 2000 gestoßen, sie spielte dort die Rolle der Haushälterin Magda. Außerdem war Cohen in anderen TV-Serien wie "Law and Order" und dem Film "Die Tribute von Panem" zu sehen.

Festjahr zum 200. Geburtstag von Engels gestartet

Mit einer großen Kulturveranstaltung im Opernhaus hat die Stadt Wuppertal am Samstagabend das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag des Philosophen und Unternehmers Friedrich Engels (1820-1895) eröffnet. Schauspiel, Oper und Sinfonieorchester Wuppertal präsentierten ein Programm aus historischen Ereignissen, Texten, Liedern und Opernszenen rund um Engels und die politischen und sozialen Bewegungen des 19. Jahrhunderts. Der am 28. November 1820 in Barmen im heutigen Wuppertal geborene Engels sei der Allgemeinheit vor allem als politischer Gefährte von Karl Marx und Mitbegründer des Marxismus bekannt, sagte die nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen bei der Festveranstaltung. Er sei aber auch ein großer Freund von Kunst und Kultur gewesen. Bis Februar 2021 stehen mehr als 100 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Ausstellungen, Lesungen, Stadtführungen, Theateraufführungen, Vorträge und Diskussionsrunden.

Banksys neues Streetart-Werk zerstört

Das neueste Wandgemälde des Streetart-Künstlers Banksy ist knapp zwei Tage nach seiner Entdeckung zerstört worden. Über das Werk in Bristol hat jemand mit rosa Farbe "BCC Wankers" (etwa: BCC Wichser) und ein Herz gesprüht. Banksys Bild zeigt ein Mädchen, das Rosen mit einer Steinschleuder an eine graue Häuserwand schießt. Es war am Donnerstag entdeckt worden. Der Künstler hatte sich in der Nacht zum Freitag auf seinem Instagram-Account und seiner Webseite als Urheber bekannt. Einwohner in Bristol deuteten sein Bild als Anspielung auf den Valentinstag. Was mit "BCC" auf dem Bild gemeint ist, war zunächst unklar. BCC ist auch die Abkürzung für den Stadtrat (Bristol City Council).

Chatrian hält Reform der Berlinale für unnötig

Der neue künstlerische Leiter der Berlinale, Carlo Chatrian, sieht keine Notwendigkeit für eine radikale Reform der Berlinale. Im Deutschlandfunk Kultur betonte der 48-Jährige, dass die Berlinale ein gut aufgestelltes Festival sei und keine drastischen Änderungen brauche. Vielmehr hege Chatrian die Hoffnung, die Tradition zu pflegen: "Es ist das 70. Jubiläum eines Festivals, das es geschafft hat, in seiner Geschichte regelmäßig Werke zu präsentieren, die wir heute als Meilensteine der Filmgeschichte erachten. Die Berlinale war auch immer eine dankbare Plattform für wagemutige Filmemacher und Filmemacherinnen, und wir hoffen, dass wir mit unserer ersten Ausgabe an diese Tradition anknüpfen können." Die Internationalen Filmfestspiele von Berlin finden vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt.

Peter Handke erhält hohen serbischen Orden

Der österreichische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Peter Handke ist mit einem hohen serbischen Orden ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung in Belgrad war er allerdings nicht anwesend. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic ehrte aus Anlass des serbischen Staatsfeiertags mehrere Personen. Den Karadjordjevo-Orden mit Stern erster Klasse erhielt Handke für seinen außerordentlichen Einsatz für Serbien und die Serben, hieß es in der Begründung, die bei der Feierlichkeit verlesen wurde. Handke hatte im Vorjahr den Nobelpreis für sein literarisches Schaffen erhalten. Die Entscheidung des Nobelkomitees für ihn galt als umstritten. Der Schriftsteller hatte sich im Jugoslawien-Konflikt stark mit Serbien solidarisiert und nach Ansicht von Kritikern die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert oder geleugnet.

Berlinale-Leitung verteidigt Jury-Chef Jeremy Irons

Knapp eine Woche vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele in Berlin hat die neue Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek die umstrittene Wahl des britischen Schauspielers Jeremy Irons zum Leiter der diesjährigen Jury verteidigt. Er war wegen seiner Ansichten und Äußerungen zu Frauen und sexuellen Minderheiten in die Kritik geraten. Im Deutschlandfunk Kultur erklärte Rissenbeek, dass Irons "sehr schnell nach seinen etwas unüberlegten Äußerungen gesagt hat, dass das gar nicht seiner Grundhaltung entspricht und er ein paar unüberlegte Äußerungen gemacht hat". So sei die Festivalleitung der Meinung gewesen, dass man ihn auch als Jurypräsidenten gut sehen könne. Aus Erfahrung wisse man, dass "Jeremy jemand ist, der sich auch gern mit seinen Jurymitgliedern austauscht, sehr offen ist für Meinungen anderer", so Rissenbeek.

Sanierter Hölderlinturm in Tübingen eröffnet

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit haben Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Hölderlinturm in Tübingen wiedereröffnet. Die Feier am Samstag ist der Auftakt der Veranstaltungsreihe "Hölderlin 2020" zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins (1770-1843) in Koordination des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Kretschmann nannte den Turm ein "Wahrzeichen der Stadt" und einen "Magneten für Hölderlin-Begeisterte aus aller Welt", der Landes- und Geistesgeschichte verbinde. In dem am Neckar gelegenen Turm lebte der geistig erkrankte Hölderlin 36 Jahre bis zu seinem Tod. Grütters betonte, Hölderlin sei dichtend ein "Kosmopolit" gewesen und sein Werk sei zur "Weltlektüre" geworden. Es sei daher ein gutes Mittel gegen geistige und künstlerische Abschottung, hob die Kulturstaatsministerin mit Blick auf Missstände in der Politik hervor. "Poesie öffnet Welten", so Grütters. Hölderlins Poesie sei dafür ein wunderbares Beispiel. Ab Sonntag ist das Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Grütters für mehr "Green Shooting" in der Filmbranche

Kulturstaatsministerin Grütters will gemeinsam mit Film- und Fernsehproduzenten "Green Shooting" noch stärker zum Thema machen. Laut einer gemeinsamen Erklärung wolle die Branche für eine "noch stärkere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion, die für ein ökologisch wie auch ökonomisch und sozial verantwortliches Handeln steht", eintreten. Grütters nannte die Erklärung einen "Meilenstein". Zur Unterschrift der Erklärung am Mittwoch im Kanzleramt haben sich unter anderem TV-Intendanten, Vertreter von Produzenten und Förderverbänden sowie Schauspieler angekündigt.

US-Philosophin findet Umgang mit Nazizeit vorbildlich

Die US-Philosophin Susan Neiman sieht den deutschen Umgang mit der Nazi-Vergangenheit als Vorbild für die USA. In der amerikanischen Vergangenheit sei im Zuge der Sklaverei viel Böses geschehen, doch hätten die Amerikaner nie Lehren aus der Geschichte gezogen, sagte die Philosophin der belgischen Zeitung "De Morgen". Die 64-Jährige erinnerte sich in dem Interview daran, wie sie vor fast 40 Jahren nach Berlin zog: "In der Stadt kommt man nicht umhin zu bemerken, dass dieses Land sehr bewusst mit seiner Nazi-Vergangenheit umgeht." Die Geschichte sei überall präsent. "Das rief bei mir die Frage auf: Warum sehe ich das nicht auch in Amerika?", sagte Neiman der Zeitung.

Niederländischer Pianist Reinbert de Leeuw ist tot

Der niederländische Pianist und Dirigent Reinbert de Leeuw ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte das Asko/Schönberg Ensemble auf seiner Webseite mit. Er starb am Freitag in seinem Wohnort Amsterdam. De Leeuw, der auch als Komponist bekannt geworden war, war Chefdirigent des Ensembles, das er 1974 mitbegründet hatte. Er hatte sich stets dafür eingesetzt, Musik von modernen Komponisten einem großen Publikum nahe zu bringen. Er selbst war auch als Pianist mit Aufnahmen von Werken des Komponisten Erich Satie bekannt geworden. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. 2018 erhielt er den niederländischen Kulturpreis des Prins Bernhard Cultuurfonds.

Anklage nennt Weinstein "Raubtier" in Schlussplädoyer

Im Prozess gegen den früheren Filmproduzenten Harvey Weinstein hat die Anklage in ihrem Schlussplädoyer einen Schuldspruch gefordert. Der 67-Jährige sei ein "Raubtier", sagte Staatsanwältin Joan Illuzzi-Orbon am Freitag vor dem New Yorker Gericht. Sie forderte die Geschworenen auf, den mutmaßlichen Opfern Glauben zu schenken: Diese hätten "keinen Grund zu lügen". Weinstein hätte seine Macht in Hollywood missbraucht, um Frauen sexuell zu attackieren. In dem New Yorker Prozess geht es um zwei Fälle, in denen Weinstein 2013 eine Frau vergewaltigt und 2006 einer anderen Frau Oralsex aufgezwungen haben soll. Weinsteins Anwältin Donna Rotunno hatte am Donnerstag in ihrem Schlussplädoyer einen Freispruch für ihren Mandanten gefordert. Die zwölf Geschworenen werden sich von Dienstag an zu ihren Beratungen zurückziehen, die Tage bzw. Wochen dauern können.

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