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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 07.05.2019

CDU-Politikerin zu Seehofers Mehrehe-VorstoßAuch Kinnert lehnt Einbürgerung von Menschen in Vielehe ab

Diana Kinnert im Gespräch mit Anke Schaefer

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Auf rotem Untergrund liegen drei Eheringe. (picture alliance / Lehtikuva / Mikko Stig)
Für Diana Kinnert ist die Mehrehe ein klarer Verstoß gegen die Gleichberechtigung. (picture alliance / Lehtikuva / Mikko Stig)

Wer in einer Mehrehe lebt, soll nicht mehr Deutscher werden dürfen - das will Innenminister Horst Seehofer gesetzlich verankern. Bei Diana Kinnert rennt er damit offene Türen ein. Schon allein, da sie Feministin sei, so die 28-jährige CDU-Politikerin.

Wer in einer Mehrehe lebt, soll künftig nicht mehr in Deutschland eingebürgert werden dürfen. So will es Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), und so hätte es eigentlich bereits in die Anfang April vom Kabinett beschlossene Reform des Staatsangehörigkeitsrechts aufgenommen werden sollen. Medienberichten zufolge wurde dieser Passus wegen Bedenken aus dem Justizministerium wieder gestrichen.

Im Frühherbst will das Innenministerium jetzt einen weiteren Entwurf vorlegen, der die Beteiligten an einer Mehrehe klar von der Einbürgerung ausschließt.

"Als Feministin ist das für mich ein Problem"

Die CDU-Politikerin Diana Kinnert begrüßt das: "Ich bin nicht ganz so oft Horst Seehofers Meinung, in dem Fall schon", sagte sie im Deutschlandfunk Kultur. Vom Standpunkt des Grundgesetzes aus fände sie es "sehr eindeutig", dass die Vielehe in Deutschland nichts zu suchen habe. Denn das Konzept der Vielehe würde Frauen als minderwertig ansehen. "Und das ist für mich ein Problem, auch als Feministin", betont die 28-jährige Kinnert, die die FAZ einmal den "Vorzeige-Nachwuchs" der CDU genannt hat: "jung, lesbisch, konservativ". 

Porträtaufnahme von Diana Kinnert: eine junge Frau mit zur Seite gedrehter Basecap, langen, schwarzen Haaren und dunklen Augen lächelt in die Kamera (dpa / picture alliance / Christoph Hardt)Jung, lesbisch, konservativ - die CDU-Politikerin und Unternehmerin Diana Kinnert. (dpa / picture alliance / Christoph Hardt)

Langfristig müsse man allerdings auch überlegen, wie man Menschen die Tür öffne, die Opfer von Vielehen seien: "Einer Frau zu sagen, die da als eine von vier Ehefrauen gehalten wird, der deutlich zu machen, du gehörst hier nicht hin, ist dann langfristig in einem kulturellen Blickwinkel natürlich auch eine schwierige Geschichte." 

(uko)

Diana Kinnert wurde 1991 in Wuppertal geboren. Die Unternehmerin und Kolumnistin studierte Politologie und Philosophie. 2008 trat sie in die CDU ein. Von 2015 bis Ende 2016 leitete sie das Büro des CDU-Politikers und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Peter Hintze. Unter CDU-Generalsekretär Peter Tauber wurde sie Mitglied der Reformkommission der Partei. Zudem hat sie das Buch "Für die Zukunft seh‘ ich schwarz – Plädoyer für einen modernen Konservatismus" verfasst.

Die gesamte Sendung "Der Tag mit Diana Kinnert" können Sie hier nachhören:

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