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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 30.08.2019

CDU-Politiker Eggert vor der Sachsenwahl"Fakten interessieren in diesem Wahlkampf kaum jemanden"

Heinz Eggert im Gespräch mit Nana Brink und Korbinian Frenzel

Heinz Eggert aufgenommen am Rande der MDR-Talkshow "Riverboat" beim MDR in Leipzig (picture alliance / dpa / Ralf U. Heinrich)
"Pegida, das war eine Gefühlsveranstaltung", sagt der CDU-Politiker Heinz Eggert. (picture alliance / dpa / Ralf U. Heinrich)

Seit der Wende wird Sachsen von der CDU regiert. Nun hat sich die Stimmung wohl geändert: Mit ihr gleichauf liegt Umfragen zufolge die AfD. "Wir haben verpasst, mit den Leuten zu reden", übt CDU-Politiker Heinz Eggert Kritik an der eigenen Partei.

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen liegt Umfragen zufolge die AfD mit der CDU gleichauf. Heinz Eggert, dort von 1991 bis 1995 Innenminister, erklärt sich den Stimmungswechsel in Sachsen mit dem Jahr 2015 und dem damaligen Flüchtlingszuzug. Auch wenn der Ausländerenteil des Freistaats Ende 2018 bei nur 4,9 Prozent lag, sei dieses Ereignis für die Menschen damals "ein Kulturschock" gewesen.

"Fakten interessieren in diesem Wahlkampf kaum jemanden. Wir haben nämlich seit einigen Jahren so einen Paradigmenwechsel." Über Gefühle werden die Leute angesprochen, so Eggert.

"Sie merken ja, Pegida, das war eine Gefühlsveranstaltung. Auch wenn man sie nicht mag, ich mag sie auch nicht. Das junge Leute sich für die Umwelt einsetzten, das ist über Gefühle organsiert worden. Später kamen die Fakten dazu. Aber all jene, die großen Parteien, Gewerkschaft, die Kirchen, ja auch die Presse haben an dieser Stelle keine Möglichkeit mehr zu mobilisieren."

"Nicht so tun, als ob Politik alles richten kann"

Aber worin bestehe das Versäumnis seiner eigenen Partei, der CDU, die seit der Wiedervereinigung durchgehend in Sachsen regiert? "Wir müssen nicht so tun, als ob Politik alles richten kann. Und eine einzelne Partei schon gar nicht", so Eggert auf die Frage. "Aber was die CDU versäumt hat, ist, bis in die Vereine vorzudringen, mit den Leuten zu reden. Und vor allem auch ganz deutlich zu machen. Wir reden mit jedem. Aber jeder, der nach rechts abdriftet, ist für uns kein Gesprächspartner mehr."

(jeg)

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