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Tonart | Beitrag vom 18.09.2014

Cats on TreesSamtweicher Indiepop aus Frankreich

Das erste Album der Band erscheint in Deutschland

Von Bettina Brecke

Nina Goern, Sängerin und Keyboarderin des französischen Duos Cats on Trees, beim Auftritt der Band während des Solidays Festivals in Paris am 28.6.2014. (AFP / Thomas Samson)
Nina Goern beim Auftritt von Cats on Trees während des Solidays Festivals in Paris (AFP / Thomas Samson)

Ein Klavier, ein Schlagzeug, eine weiche Stimme. Das sind die Bausteine der Musik von Cats on Trees. Nina Goern und Yohan Hennequin haben lange an ihrem Debütalbum getüftelt – und damit in ihrer Heimat Frankreich gleich die Top Ten erreicht.

Eine Katze sitzt auf einem Baum und beobachtet die Dinge, die um sie herum passieren. Bleibt sie liegen, oder springt sie im nächsten Moment vom Baum herunter? Man weiß es nicht, und genauso verhält es sich laut Nina und Yohan mit der Musik von Cats on Trees: Die Band weiß nie, was als Nächstes passieren wird.

Schlagzeuger Yohan und Pianistin Nina sind seit ihrer Schulzeit miteinander befreundet. Die Band gründeten sie 2007. Für die Arbeit an ihrem Debütalbum haben sich die beiden Zeit gelassen. Ganze drei Jahre lang tüftelten sie an ihrem perfekten Sound:

"Wenn uns keiner aufhält, würden wir die ganze Zeit komponieren. Es macht uns einfach Spaß, Musik zusammen zu machen. Wir suchen immer nach neuen Ideen und probieren viel Neues. Deswegen hat es so lange gedauert das erste Album herauszubringen. Unser Record Label hat uns eine Menge Zeit für unser Debüt gegeben. Es war uns einfach wichtig, dass es gut wird!"

Platin im Heimatland Frankreich

Cats on Trees bezeichnen sich trotzdem nicht als Perfektionisten. Vielmehr ist es das gewisse Fehlen von Selbstvertrauen, das die Arbeit an ihrem Debüt etwas länger dauern ließ. Diese Unsicherheit ist aber unbegründet, wie im Herbst 2013 klar wird. Da erscheint "Cats on Trees" in ihrem Heimatland Frankreich und wird ein voller Erfolg:

"Der Erfolg wächst immer weiter. Wir bekommen Platin, das bedeutet also, dass wir 100.000 Alben verkauft haben. Für Frankreich ist das eine Menge! Das hat uns sehr überrascht, weil wir Englisch singen in Frankreich. Und normalerweise haben englischsprachige Bands hier keinen großen Erfolg. Wir sind also sehr zufrieden und irgendwie leben wir gerade unseren Traum, das ist cool!"

Der Sound auf "Cats on Trees" lässt sich am besten als verträumter Indiepop beschreiben. Die etwas kindlich verspielte Stimme von Nina, das meist ausgelassen klingende Klavierspiel und treibende Beats. Viele der Songs auf "Cats on Trees" vermitteln ein buntes Gute-Laune-Gefühl.

Die Texte auf "Cats on Trees" wirken manchmal etwas trivial: "Menschen fallen, Jahreszeiten gehen vorüber, Berge brennen und Blumen blühen" heißt es in dem Song "Flowers". In diesem geht es um den einfachen Wunsch, umarmt zu werden, sich mal wieder in einen Menschen zu verlieben. Aber so ist das Leben eben: Das alltägliche Gefühlschaos und die andauernde Suche nach der großen Liebe, laut Cats on Trees das, worauf es ankommt.

Auch kitschige Streicher sind dabei

Cats on Trees schlagen auch ruhige Töne an. Zum Beispiel auf ihrer ersten Single "Sirens Call". In diesem Song trägt die Band auch mal richtig auf: mit einem Streicherbett und einer ordentlichen Portion Kitsch.

"Der Song geht um Beziehungen und was du daraus machst. Manchmal ist es schwer eine Beziehung für eine lange Zeit aufrecht zu erhalten. Es passiert so viel um dich herum und Dinge ändern sich. Es geht also darum, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren: Deine Freunde, deine Familie, und die, die du liebst."

"Cats on Trees" ist ein Album voll von samtweichem Indie-Pop, passend für einen verträumten Nachmittag auf der Couch und genau die richtige Musik für den nahenden Indian Summer. Die besagte Katze auf dem Baum setzt noch nicht zum waghalsigen Sprung an, schmeichelt aber mit zuckersüßem Sound. Und vielleicht findet man ja auf dem Nachfolger von "Cats on Trees" ein paar mehr Ecken und Kanten. Auf ihrem Debüt kommt die Band auch ganz gut ohne aus.

Mehr zum Thema:

Indiepop - Mensch und Maschine
(Deutschlandradio Kultur, Musik, 27.03.2014)

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