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Kulturnachrichten

Mittwoch, 26. Februar 2020

Cate Blanchett findet Weinstein-Urteil überfällig

Cate Blanchett sieht im abgeschlossenen Prozess gegen den Produzenten Harvey Weinstein eine überfällige Aufarbeitung der Machtverhältnisse in Hollywood. "Bei solchen Missbrauchsfällen geht es nicht um Rache, sondern um Gerechtigkeit", sagte die Schauspielerin auf der Berlinale. Erst sehr allmählich änderten sich die Verhältnisse und Frauen spielten in der Branche eine zunehmend wichtigere Rolle. Zu Beginn ihrer Karriere vor zwanzig Jahren sei sie oft die einzige Frau auf dem Set gewesen. Weinstein war am Montag in New York wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung an zwei Frauen für schuldig gesprochen worden.

US-Bestsellerautor Clive Cussler gestorben

Der US-amerikanische Schriftsteller Clive Cussler ("Hebt die Titanic") ist tot. Er sei bereits am Montag in seinem Haus in Arizona gestorben, teilte sein Verlag Penguin Random House mit. Cussler wurde 88 Jahre alt. Seine Romane über den Unterwasserforscher Dirk Pitt verkauften sich millionenfach. 2005 wurde sein Roman "Sahara" mit Matthew McConaughey und Penelope Cruz in den Hauptrollen verfilmt. In den vergangenen Jahren arbeitete er mit anderen Autoren zusammen. Unter anderem brachte er mehrere Bücher mit seinem Sohn Dirk heraus.

Entsetzen über "Holocaust-Karnevalsumzug" in Spanien

Die spanische Regierung hat empört auf einen den Holocaust verharmlosenden Karnevalsumzug in der Kleinstadt Campo de Criptana reagiert. Sie sei "entsetzt" über den Umzug, erklärte Außenministerin Arancha González Laya auf Twitter. "Ich lehne jede Banalisierung des Holocaust entschieden ab." Auf dem Karnevalsumzug in der Kleinstadt nahe Madrid waren Dutzende Menschen in voller Nazi-Montur aufgetreten. Andere trugen gestreifte KZ-Häftlingsanzüge und schwenkten die Israel-Flagge, wie auf Fotos bei Twitter zu sehen war. Ein Wagen war zudem wie eine Gaskammer gestaltet. Auch Kinder mit gelbem Davidstern nahmen an dem Umzug teil.

Pumuckl ist restauriert zurück im Fernsehen

Pumuckl, der "berühmteste Kobold der Welt", kommt zurück ins Fernsehen des Bayerischen Rundfunks (BR). 38 Jahre nach ihrer Fernsehpremiere sind ab März die digital restaurierten und in HD aufbereiteten 52 Folgen von "Meister Eder und sein Pumuckl" wieder im Programm, wie der Sender mitteilte. Zum Auftakt gibt es fünf Folgen zu sehen, an den darauffolgenden Sonntagen werden jeweils Doppelfolgen ausgestrahlt. Gustl Bayrhammer verkörpert darin den Schreinermeister Eder, Hans Clarin leiht dem Pumuckl seine legendäre Stimme. Die aktuellen Folgen der Serie und der Hörspiele sind nach Ausstrahlung in der BR-Mediathek und der ARD-Audiothek abrufbar. 1982 wurden die von Ellis Kaut (1920-2015) erfundenen Geschichten erstmals beim BR im Fernsehen gezeigt.

Western-Schauspieler Ben Cooper gestorben

Der amerikanische Fernseh- und Filmschauspieler Ben Cooper ist tot. Der 86-Jährige sei nach längerer Krankheit in Memphis im US-Staat Tennessee gestorben, teilte der Neffe des Schauspielers dem "Hollywood Reporter" mit. Bekannt wurde Cooper Mitte der 1950er Jahre durch seinen Auftritt als junger Bandit in dem Western "Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen" mit Joan Crawford in der Hauptrolle. Er spielte in zahlreichen Filmen und TV-Serien mit, darunter "Bonanza", "Rauchende Colts" und "Ein Colt für alle Fälle". Neben dem Westerngenre fiel er in dem Filmdrama "Die tätowierte Rose" von 1955 an der Seite von Anna Magnani und Burt Lancaster auf.

Pop-Sängerin Duffy macht Vergewaltigung öffentlich

Nachdem die walisische Pop-Sängerin Duffy jahrelang aus der Öffentlichkeit verschwunden war, hat sie jetzt eine Vergewaltigung als Grund für ihren Rückzug öffentlich gemacht. Sie sei "vergewaltigt, unter Drogen gesetzt und für mehrere Tage gefangen gehalten" worden, schrieb die 35-Jährige im Online-Dienst Instagram. Es gehe ihr gut, aber die Genesung habe einige Zeit gebraucht. Die für ihr Debüt-Album "Rockferry" gefeierte Pop-Sängerin hatte 2011 ihren vorläufigen Rückzug aus der Öffentlichkeit erklärt. In einer Botschaft an ihre Fans schrieb Duffy, sie habe der Welt nicht zeigen wollen, wie traurig sie nach der Gewalterfahrung gewesen sei. Duffy kündigte an, in den kommenden Wochen ein Interview über ihre Gewalterfahrung zu veröffentlichen. Für ihre Platte "Rockferry" hatte Duffy, die mit bürgerlichem Namen Aimee Anne Duffy heißt, 2008 einen Grammy für das beste Album erhalten. 2009 gewann sie zudem drei Brit Awards.

Louvre sagt Ausstellung über bulgarische Kunst ab

Der Pariser Louvre hat nach Protesten von bulgarischen Nationalisten und Kirchenvertretern eine Ausstellung über bulgarische Kunst abgesagt. Die ursprünglich für Juni geplante Werkschau in der Abteilung für islamische Kunst sollte Arbeiten zeigen, die zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert entstanden sind - einer Zeit, in der Bulgarien unter osmanischer Herrschaft stand. In Bulgarien wird der Islam oft mit der Jahrhunderte währenden osmanischen Herrschaft verbunden, die als "osmanisches Joch" empfunden wurde. Bereits vor zwei Wochen hatte das bulgarische Kulturministerium den Louvre wissen lassen, dass es angesichts der Reaktionen der Öffentlichkeit und der orthodoxen Kirche die Absage der Ausstellung wünsche.

Verfassungsgericht kippt Verbot der Sterbehilfe

Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot organisierter Hilfe beim Suizid aufgehoben. Die Karlsruher Richter sehen durch das Verbot unter anderem die Rechte von schwerstkranken Menschen und Ärzten verletzt. Die Vorschrift sei mit dem Grundgesetz unvereinbar, sagte Andreas Voßkuhle, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasse ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilten die Verfassungsrichter. Gleichzeitig heißt es in der Begründung, daraus folge nicht, dass es dem Gesetzgeber untersagt sei, die Suizidhilfe zu regulieren. Schwerstkranke Menschen, Sterbehilfe-Vereine und Ärzte hatten gegen das Verbot geklagt, weil sie darin eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts und der Berufsfreiheit sehen. Die beiden großen Kirchen, Sozialverbände und Palliativmediziner kritisierten das Urteil.

Hamburg arbeitet vorerst weiter mit Domingo

Nach der Entschuldigung von Opernstar Plácido Domingo an zahlreiche Frauen, die ihm Übergriffe vorgeworfen hatten, hält die Hamburger Staatsoper zunächst an den geplanten Auftritten des Sängers im März fest. "Wir sind irritiert über diese neuen Entwicklungen und nehmen die Thematik rund um Plácido Domingo sehr ernst", sagte Pressesprecher Michael Bellgardt der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsoper beschäftige sich genau mit den neuesten Entwicklungen, werde sich mit den anderen Institutionen austauschen und danach an die Öffentlichkeit treten. Am Dienstag hatte sich der Sänger bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. Zuvor hatte eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Domingo hatte die Beschuldigungen bisher zurückgewiesen.

Dresdner Semperbau am Zwinger öffnet wieder

Der Semperbau am Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung wird nach siebenjähriger Sanierung am 29. Februar wiedereröffnet. Erstmals präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Werke ihrer weltberühmten Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung im direkten Dialog. Die bedeutende Dresdner Antikensammlung wird nach zehn Jahren im Schaudepot des Albertinum künftig in der Antikenhalle im Semperbau gezeigt. Seit 2013 sind mehr als 200 Gemälde restauriert worden. Diese werden jetzt auch durch ein verändertes Lichtkonzept neu ins Szene gesetzt. Für die Renovierung des Semperbaus wurden rund 50 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt.

Premierminister Johnson will BBC umkrempeln

Die britische Regierung stellt das System der Rundfunkgebühren infrage, was zu einer Kürzung der BBC-Finanzierung führen könnte. Bereits im Wahlkampf hatte sich Johnson geweigert, sich den Fragen des bekannten BBC-Interviewers Andrew Neil zu stellen. Nun zitiert die "Sunday Times" einen anonymen Regierungsberater, der behauptet, das Kabinett wolle die Reichweite der BBC "beschneiden" und die Rundfunkgebühren durch ein Abo-Modell ersetzen. Zudem solle die BBC gezwungen werden den Großteil ihrer 61 Radiostationen zu verkaufen. Schon jetzt muss die BBC sparen, um sich den ändernden Gewohnheiten der Nutzer anzupassen. Kürzlich wurde der Abbau von 450 Stellen bei der Nachrichtensparte BBC News angekündigt. Momentan muss jeder Haushalt rund185 Euro pro Jahr an Rundfunkgebühren bezahlen.

Hans Schöpflin erhält Deutschen Stifterpreis

Hans Schöpflin (78) wird mit dem Deutschen Stifterpreis ausgezeichnet. Joachim Rogall, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, erklärte zur Entscheidung: "Schöpflin ist ein Mutmacher. Er unterstützt Menschen, die sich für eine bessere Zukunft für die kommenden Generationen einsetzen und für eine gerechtere und nachhaltigere Welt eintreten.“ Mit seinen Stiftungen Panta Rhea und der Schöpflin Stiftung setze sich der Unternehmer für demokratischen Zusammenhalt, gemeinnützigen Journalismus, Integration sowie eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft ein. In Lörrach engagiert sich die Schöpflin Stiftung mit einem eigenen Zentrum für Suchtprävention und bietet einen Werkraum als Kultur- und Debattenort für gesellschaftspolitische Themen. Der undotierte Preis wird vom Bundesverbandes Deutscher Stiftungen am 17. Juni 2020 im Rahmen des Deutschen Stiftungstages in Leipzig verliehen.

Zahl der Abiturienten zurückgegangen

Die Zahl der Abiturienten in Deutschland ist zurückgegangen. Im vergangenen Jahr haben rund 420.000 Schülerinnen und Schüler die Hochschul- oder Fachhochschulreife erlangt, so das Statistische Bundesamt. Das waren 2,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dieser Rückgang entspricht aber auch in etwa der demografischen Entwicklung: Die Zahl der 17- bis 20-Jährigen sank im Jahr 2018 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Disney-Chef Iger ist zurückgetreten

Der langjährige Chef des US-Unterhaltungskonzerns Disney, Bob Iger, ist zurückgetreten. Sein Nachfolger wird der bisherige Leiter der Freizeitpark-Sparte, Bob Chapek, wie das Unternehmen mitteilte. Iger sagte, nach dem Start des Streamingdienstes Disney+ glaube er, dass es nun an der Zeit sei, die Führung an einen neuen Vorstandschef zu übergeben. Eine genauere Begründung für den Wechsel wurde nicht genannt. Iger stand 15 Jahre lang an der Spitze von Disney. In dieser Zeit übernahm der Konzern Studios wie Pixar, Marvel und Lucasfilm sowie große Teile des Konkurrenten 21st Century Fox.

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