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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. September 2016

Castorf erhält Nestroy-Preis für Lebenswerk

Ehrung für deutschen Theatermacher

Theatermacher Frank Castorf (65) erhält für sein Lebenswerk den Nestroy-Preis. Das teilte der Wiener Bühnenverein mit. Die undotierte Auszeichnung wird am 7. November im Theater Ronacher in Wien verliehen. Castorf, der im Sommer 2017 nach einem Vierteljahrhundert sein Amt als Intendant der Berliner Volksbühne niederlegt, habe "wie ein Tropensturm so manche festgefahrenen Strukturen auf der Bühne" durcheinandergewirbelt, heißt es zur Begründung der Jury. Mit seinen eigenwilligen Umsetzungen von altbekannten und neuen Dramen habe er neue Wege geebnet. Der Nestroy wird vom Wiener Bühnenverein seit 2000 für herausragende Leistungen vergeben. Im Vorjahr hatte der Berliner Maler, Regisseur und Bühnenbildner Achim Freyer den Theaterpreis für sein Lebenswerk erhalten. Der Preis für das beste Stück geht in diesem Jahr an die österreichisch-israelische Regisseurin und Autorin Yael Ronen (40) für das Stück "Lost and Found" über Konflikte angesichts der Flüchtlingskrise. Weitere 36 Künstler sind in zehn Kategorien nominiert.

Kinderfilmfest "anders-artig" beginnt

Filme aus aller Welt

Unter dem Motto "anders-artig" geht das Kinderfilmfest Brandenburg morgen in sein 25. Jahr. Schwerpunkt sind Helden, die Andersartiges, völlig Neues und zunächst Fremdes erfahren, teilte das Bildungsministerium heute mit. Am Mittwoch wird das Festival in Bernau eröffnet. Bis Dezember werden Filme aus aller Welt gezeigt. Rund 15 000 Kinder und Jugendliche besuchen in jedem Jahr die Vorführungen. Das Fest an derzeit 18 Spielorten will Filmkultur und -bildung aufs Land bringen - vor allem in Orte ohne Kino. Die Veranstaltungen werden pädagogisch begleitet. Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg stellt den Lehrern dazu Material zu Verfügung.

Festnahmen bei Studentenprotesten in Südafrika

Bildungsminister verurteilt Gewalt

Bei Studentenprotesten in Südafrika, die seit einer Woche gegen Studiengebühren, abgehalten werden, hat es heute erste Festnahmen gegeben. Die Studenten waren zuvor ins Bildungsministerium eingedrungen und hatten sich geweigert, es wieder zu verlassen. Unmittelbar zuvor hatte sich Südafrikas Bildungsminister Nzimande nach tagelangem Schweigen erstmals wieder zu Wort gemeldet: Er verurteilte die Gewalt und appellierte an alle Seiten, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Die Studenten fordern freie Bildung für alle. Ihre Wut schlug zunehmend in Gewalt um: Die Studenten lieferten sich unter anderem Gefechte mit der Polizei und blockierten Hauptverkehrsadern in den Städten. Sie setzten außerdem Büchereien und Wohnheime in Brand.

Deutschland ist "grün, gesund und bürgerlich"

Zeitgeiststudie 2016

Der Zeitgeist in Deutschland ist in diesem Jahr einer Studie zufolge "grün, gesund und bürgerlich". Das ermittelten Forscher des John Stuart Mill Instituts in Heidelberg. Die Ergebnisse des "Freiheitsindex Deutschland 2016" wurden in Berlin vorgestellt. Im Langzeittrend beobachten die Forscher eine Rückkehr zu klassischen bürgerlichen Tugenden. Mit Blick auf die Erziehungsziele bei Kindern stehen an erster Stelle "Höflichkeit und gutes Benehmen". 40 Prozent der Befragten sehen das Leben als "Aufgabe", nur 39 Prozent wollen das Leben vor allem genießen. Besonders angesagt seien Bio-Produkte und Fitness. Freiheit hat für die Deutschen einen höheren Stellenwert als Gleichheit, Gerechtigkeit und Sicherheit. Während das subjektive Freiheitsgefühl stärker geworden sei, herrsche im Bezug auf die freie Meinungsäußerung eine angespannte Atmosphäre. Zwar ist eine Mehrheit der Befragten (62 Prozent) der Ansicht, dass sie ihre politische Meinung in öffentlichen Gesprächen frei sagen kann. Allerdings ist das der niedrigste Wert seit 1990.

Schauspieler Michael Altmann ist tot

Er starb im Alter von 73 Jahren

Der Schauspieler Michael Altmann ist tot. Altmann sei bereits am Sonntag im Alter von 73 Jahren gestorben, teilte das Berliner Theater am Kurfürstendamm heute mit. Altmann spielte unter anderem an Theatern in Berlin, Hamburg, Köln und München. Er wirkte in TV-Produktionen wie "Molle mit Korn" oder "Wolffs Revier" mit. Zusammen mit Heinz Werner Kraehkamp gelang es Altmann aus der Komödie "Das Ende vom Anfang" mit 500 Vorstellungen in zwölf Jahren einen Dauerbrenner zu machen, so das Theater. Gemeinsam mit Kraehkamp schuf er auch das Duo "Kiebich & Dutz", für das sie 1986 den Adolf-Grimme-Preis erhielten. An der Komödie am Kurfürstendamm trat Altmann zuletzt 2011 zusammen mit Judy Winter in "Spätlese" auf. An der Komödie Winterhuder Fährhaus in Hamburg war er im vergangenen Jahr in Jürgen Wölffers Inszenierung von "Die Studentin und Monsieur Henri" zu sehen.

Neun Jahre Haft für Zerstörung von Weltkulturerbe

Internationaler Strafgerichtshof verurteilt Dschihadisten

Für die Zerstörung von Unesco-Weltkulturerbe in Mali hat der Internationale Strafgerichtshof den Dschihadisten Ahmad Al Faqi al Mahdi zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach ihn in Den Haag der Kriegsverbrechen schuldig. Al Mahdi hatte 2012 die Attacken auf die Monumente geleitet und war selbst aktiv daran beteiligt, urteilten die Richter. Es ist das erste Urteil des Weltstrafgerichtes zur Zerstörung von Kulturgütern. Nach internationalem Strafrecht ist das ein Kriegsverbrechen. Al Mahdi hatte die Tat gestanden. Im Sommer 2012 hatte die Dschihadisten-Miliz Ansar Dine, die mit Al-Kaida verbündet ist, die Wüstenstadt Timbuktu im westafrikanischen Mali überrannt und neun mittelalterliche Heiligengräber und eine Moschee zerstört. Weltweit war das Entsetzen groß.

WhatsApp und Facebook müssen Daten trennen

Datenschutzbeauftragter verbietet Datenabgleich

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar hat Facebook mit sofortiger Wirkung untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern. Zudem müsse Facebook bereits von WhatsApp übermittelte Daten löschen. Caspar ist der für Facebook bundesweit zuständige Datenschutzbeauftragte in Hamburg. Die rund 35 Millionen WhatsApp-Anwender in Deutschland müssten selbst entscheiden können, ob sie eine Verbindung ihres Kontos mit Facebook wünschen, erklärte Caspar. Er kritisierte, dass Facebook nach dem Kauf von WhatsApp vor zwei Jahren zugesichert habe, dass die Daten der Nutzer nicht miteinander ausgetauscht würden. Dies geschehe nicht, was eine Irreführung der Nutzer und ein Verstoß gegen das deutsche Datenschutzrecht sei. Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen weltweit WhatsApp. Facebook hatte das Unternehmen 2014 übernommen.

Beyoncé und Bieber für MTV Music Awards nominiert

Nominierungen in jeweils fünf Kategorien

Mit jeweils fünf Nominierungen sind die Superstars Beyoncé und Justin Bieber die Favoriten für die MTV Europe Music Awards. Wie der Sender MTV bekanntgab, tritt US-Sängerin Beyoncé unter anderem mit dem Video zu ihrem Song "Formation" an. Der kanadische Teenie-Schwarm Bieber ist unter anderem für seinen Hit "Sorry" nominiert. Die dänische Newcomer-Band Lukas Graham geht mit vier Nominierungen ins Rennen um die Auszeichnung, die am 6. November im niederländischen Rotterdam verliehen wird. Die Band aus Kopenhagen hat mit sozial angehauchten Liedern wie "7 Years" und "Mama Said" in kurzer Zeit eine weltweite Fangemeinde gefunden. Auch die britische Sängerin Adele, die britische Rockband Coldplay und der kanadische Sänger Shawn Mendes wurden vier Mal nominiert.

Comiczeichner Hergé wird erstmals als Maler präsentiert

Museumsausstellung in Paris

Hergé ist weltweit als Schöpfer von "Tim und Struppi" berühmt geworden. Weniger bekannt ist, dass der 1907 in Brüssel geborene und dort 1983 gestorbene Zeichner auch Maler und Kunstsammler war. Dieser Seite des Comiczeichners widmet das Pariser Grand Palais nun erstmals eine Ausstellung. Bis zum 15. Januar sind Bilder von ihm zu sehen, die in den 60er-Jahren entstanden sind - sowie Werke aus seiner Kunstsammlung, darunter Arbeiten von Jean Dubuffet und Serge Poliakoff. Neben seiner Karriere als Comiczeichner wird auch seine Tätigkeit als Grafik-Designer für Werbeplakate dokumentiert, der er in den 30er-Jahren nachgegangen war.

Ethik-Kommission für Computer-Autos

Wie sollen Computer-Autos reagieren

Die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzte Ethik-Kommission für computergesteuerte Autos nimmt an diesem Freitag die Arbeit auf. Das Expertengremium unter Vorsitz des früheren Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio soll Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickeln, wie das Ministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. Konkret geht es zum Beispiel darum, wie Computer-Autos in Risikosituationen reagieren. Dabei soll nach Worten Dobrindts unter anderem gelten, dass ein Sachschaden einem Personenschaden immer vorzuziehen ist. Ein Gesetzentwurf des Ministeriums, der gerade in der Bundesregierung abgestimmt wird, sieht vor, dass Fahrer sich vom Verkehrsgeschehen und der Steuerung solcher Wagen "abwenden" dürfen, wenn der Computer die Fahrt übernimmt. Der Fahrer muss aber "wahrnehmungsbereit" bleiben, um wieder die Kontrolle übernehmen zu können.

Kulturstaatsministerin will Literatur stärker fördern

Schwerpunkt auf Literatur ab 2017

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will vom kommenden Jahr an einen neuen Förderschwerpunkt auf die Literatur legen. Das kündigte die Staatsministerin am Montagabend vor dem Berliner Buchhändlerclub an, wie das Ministerium mitteilte. Es seien die Autoren, die dem Ruf Deutschlands als Land der Dichter und Denker alle Ehre machten. Die Staatsministerin bekräftigte, dass sie sich auch in Zukunft für günstige Rahmenbedingungen im Interesse der Verlage und der Autoren auf nationaler und europäischer Ebene einsetzen werde. Ein weiteres Thema sieht Grütters im gemeinsamen Kampf gegen die Marktmacht großer Internetkonzerne wie Amazon.

Beethoven-Protest gegen AfD - Verfahren eingestellt

Keine rechtlichen Folgen für Intendant Müller

Der Protest des Mainzer Staatstheaters gegen eine AfD-Kundgebung mit einer lautstark vorgetragenen "Ode an die Freude" hat keine rechtlichen Folgen für den Intendanten Markus Müller. Die Stadt Mainz teilte mit, dass die Stadtverwaltung das von der Staatsanwaltschaft übernommene Ordnungswidrigkeitsverfahren eingestellt habe. Sänger und Musiker des Theaters hatten im November so laut Beethovens Hymne für Freiheit und Vielfalt gesungen, dass sie damit eine Kundgebung der AfD mit dem Titel "Gegen das Asylchaos" störten. Sowohl die AfD als auch die Polizei hatten Strafanzeige wegen Störung einer genehmigten Versammlung sowie Nötigung gestellt. Die Stadt erklärte nun, dass eine Störung zwar vorgelegen habe. Jedoch hätten der Leiter der AfD-Versammlung oder dessen Ordner die störenden Personen nicht wiederholt zurechtgewiesen.

Bürgerpreis der Deutschen Zeitungen für Navid Kermani

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger würdigt Kermanis Engagement für Toleranz

Der diesjährige Bürgerpreis der deutschen Zeitungen geht an den deutsch-iranischen Schriftsteller Navid Kermani (48). Das hat die Chefredakteurs-Jury am Montag in Berlin beim Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) entschieden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Jury würdige mit der Auszeichnung Kermanis Engagement für Toleranz und eine zivile Gesellschaft, hieß es. Die feierliche Preisverleihung findet am 8.März in Berlin statt. Die Auszeichnung für herausragendes bürgerschaftliches Engagement wurde 2010 erstmals vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern gehört der im Mai 2016 verstorbene Journalist und Flüchtlingshelfer Rupert Neudeck.

Döpfner: Zeitungen vom Papier emanzipieren

Zeitungskongress sucht nach Wegen in die Zukunft

Der neue Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, sieht die Zukunft der Branche im Digitalen. "Wir müssen es hinbekommen, die Idee der Zeitung vom Papier zu emanzipieren", sagte der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses Axel Springer in Berlin. Das sei mit Blick auf das Jahr 2050 die historische Aufgabe für die Unternehmen. Beim Zeitungskongress räumte Döpfner ein, dass nach der Silvesternacht von Köln Journalisten und Verleger eine "ganz schlechte Figur" abgegeben hätten. Er forderte außerdem eine neue Medienpolitik in Europa, was Online-Inhalte angeht. "Wir liefern die Inhalte kostenlos - das Geld, und zwar fast hundert Prozent, verdienen andere", kritisierte Döpfner. Es brauche eine europäische Lösung, die über das deutsche Recht hinausgehe, sagte Döpfner. Diese Kritik richtete sich auch an den Kongress-Gast Günther Oettinger, dem EU-Kommissar für Digitalwirtschaft.

Europa-Abgeordnete für höhere EU-Quote bei Filmen

Quote als Sicherungsnetz für Filmschaffende

Netflix und andere Video-Anbieter sollen nach dem Willen führender Europaabgeordneter künftig fast 30 Prozent Filme aus Europa vorhalten. Die Quote würde für Sendungen im Angebot von Video-on-Demand-Diensten gelten, wie die SPD-Parlamentarierin Petra Kammerevert in Brüssel mitteilte. Generell sei eine Quote "als Sicherungsnetz" für europäische Kultur- und Filmschaffende "existenziell wichtig", erklärte Kammerevert. Im Mai hatte die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Überarbeitung eines EU-Gesetzes für audiovisuelle Mediendienste (AVMD-Richtlinien) vorgestellt. Die EU-Kommission hatte dabei lediglich eine Quote von 20 Prozent vorgeschlagen. Kammerevert ist zusammen mit der CDU-Abgeordneten Sabine Verheyen im EU-Parlament federführend für die AVMD-Richtlinie. Die beiden deutschen Abgeordneten stellten heute im Kulturausschuss des Parlaments vor, was sie von den Vorschlägen der Kommission übernehmen und was sie ändern wollen. Am Ende wird das EU-Parlament gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten beschließen.

Laufenberg bleibt Intendant am Staatstheater Wiesbaden

55-Jährige nimmt Vertragsverlängerung bis 2024 an

Uwe Eric Laufenberg bleibt bis 2024 Intendant am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Wie das Kulturministerium in Wiesbaden mitteilte, nahm der 55-Jährige das Angebot einer Verlängerung seines bis 2019 laufenden Vertrags an. Laufenberg ist seit August 2014 Chef in Wiesbaden. Zuvor leitete er die Oper Köln. Bei den Bayreuther-Festspielen hatte er im Sommer die Inszenierung des "Parsifal" übernommen, nachdem Skandalkünstler Jonathan Meese abgesetzt worden war.

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