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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. April 2020

Buzzfeed Deutschland will weiter produzieren

Auch nach der Ankündigung des digitalen US-Medienunternehmens Buzzfeed, sich vom Deutschlandgeschäft trennen zu wollen, arbeitet die deutsche Redaktion ungehindert weiter. Das hat der Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland, Daniel Drepper, der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Außerdem will sich die Redaktion auch an der Suche nach neuen Investoren beteiligen. Gestern hatte das Mutterunternehmen in den USA mitgeteilt, dass wegen der Coronakrise ein Käufer für das Deutschlandgeschäft gesucht werde. Buzzfeed Deutschland gibt es Drepper zufolge seit gut fünf Jahren. Das Unternehmen verbreitet unter anderem Nachrichten und Entertainment-Inhalte über die eigene Website aber auch über Kanäle wie Facebook, Instagram und Twitter.

Der Schauspieler Ernst-Georg Schwill ist gestorben

Der Schauspieler Ernst-Georg Schwill ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren in einem Berliner Krankenhaus. Das teilte die "Eulenspiegel-Verlagsgruppe" mit. Der Ur-Berliner spielte in der DDR in zahlreichen Defa-Filmen mit, unter anderen in dem Streifen "Berlin - Ecke Schönhauser". Nach dem Mauerfall war er in TV-Krimis wie dem "Tatort" aus Berlin zu sehen. Auch in der Romanverfilmung "Der Turm" nach dem Buch von Uwe Tellkamp spielte Schwill mit.

Händel-Festspiele in Halle fallen auch aus

Die Händel-Festspiele gehören zu den bedeutendsten Festivals für Barockmusik in Deutschland. Die Verantwortlichen in Halle entschieden nun, das Fest wegen der Coronakrise abzusagen - ohne Ausweichtermin. Geplant waren vom 29. Mai bis 14. Juni mehr als 100 Veranstaltungen. Nach intensiver Prüfung sei kein Ausweichtermin für dieses Jahr machbar erschienen, hieß es. Im kommenden Jahr sollen die Händel-Festspiele vom 28. Mai bis 13. Juni unter dem Motto "Helden und Erlöser" stattfinden. Einige Aufführungen, die in diesem Jahr geplant gewesen seien, sollen dann 2021 sowie 2022 zu sehen sein.

Feidman und Bocelli geben Konzerte im Livestream

Der Klezmer-Klarinettist Giora Feidman und der Tenor Andrea Bocelli geben am Ostersonntag Konzerte online. Feidman wird auf Facebook und Instagram zu hören sein, wie es in einer Mitteilung hieß. Bocelli wird im Mailänder Dom singen, der Auftritt wird auf seinem Youtube-Kanal gestreamt. Der 84-jährige Feidman sagte in einem kurzen Trailer, er werde "von Seele zu Seele" spielen. Das Konzert soll um 16 Uhr beginnen und eine halbe Stunde dauern. Der italienische Tenor Andrea Bocelli wird am Ostersonntag um 19 Uhr im Dom zu Mailand singen. Im Gotteshaus sind keine Zuhörer zugelassen. Das Konzert wird auf Bocellis Youtube-Kanal gestreamt. Der Sänger wird unter anderem das "Ave Maria" von Bach/Gounod und die Arie "Sancta Maria" von Pietro Mascagni anstimmen.

Bund fördert neuen Film von Andreas Dresen

Mehrere geplante Spielfilme bekommen Fördergelder von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Insgesamt werden 4,2 Millionen Euro vergeben. Dazu gehört ein Projekt von Regisseur Andreas Dresen, der sich schon länger mit der Mutter des langjährigen Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz auseinandersetzt. Auch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Regisseur Hans-Christian Schmid erhält eine Förderung. Der Film erzähle von der Entführung Jan Philipp Reemtsmas aus der Perspektive seines damals 13-jährigen Sohnes, hieß es in der Mitteilung. Filmemacherin Nicolette Krebitz bekommt rund 600 000 Euro Fördergeld für "AEIOU - Das schnelle Alphabet der Liebe".

Auch das "Fusion"-Festival fällt aus

Das "Fusion"-Festival auf dem ehemaligen Flugplatzgelände Lärz (Mecklenburg-Vorpommern) fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. "Angesichts der Lage und der Aussichten, die wir jetzt sehen, können wir das Festival in diesem Jahr nicht durchführen", teilten die Veranstalter auf der Internetseite mit. Das nächste Fusion-Festival soll den Angaben zufolge vom 30. Juni bis zum 4. Juli 2021 stattfinden. Das Festival mit Musik, Theater und Kunstperformances war nach Veranstalterangaben mit rund 70 000 Tickets bereits ausverkauft.

Virtual Reality am Staatstheater Augsburg

Das Staatstheater Augsburg bietet ab sofort eine erste Theater-Aufführung per Virtual Reality (VR) an. Den Anfang macht das Ein-Personen-Stück "Judas". Eigentlich hatte das Schauspielhaus im Mai mit "Orfeo ed Euridice" von Christoph Willibald Gluck die erste Aufführung mit einer Mischung aus Bühneninszenierung und VR-Einsatz geplant. Wegen der Coronakrise startet das Staatstheater nun schon zu den Osterfeiertagen einen "VR-Theater-Lieferservice", bei dem Zuschauer mit Wohnsitz in Augsburg das Stück auf gelieferten VR-Brillen im eigenen Wohnzimmer verfolgen können. Die "Judas"-Inszenierung ist den Angaben nach nur für diesen Zweck produziert worden. "Mit dem Aufbau eines VR-Repertoires wollen wir das digitale Theater auf eine neue Ebene heben", so Intendant André Bücker.

Baumgärtel erhält Professur an Kunsthochschule Halle

Der Leipziger Maler Tilo Baumgärtel hat eine Professur an der Kunsthochschule Halle Burg Giebichenstein bekommen. Mit Beginn des Sommersemesters lehrt er im Fachbereich Kunst, wie eine Sprecherin sagte. Baumgärtel studierte Malerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Arno Rink und wurde dessen Meisterschüler. Werke von Baumgärtel sind international bekannt und in Sammlungen vertreten. Seine Arbeiten wurden in Ausstellungen in Europa, den USA und Südkorea gezeigt. Seit 2011 arbeitete der Künstler auch mit Theatern zusammen. Er konzipierte Bühnenbilder und -videos.

Berlins Staatliche Museen erweitern Oster-Onlineangebot

Die Staatlichen Museen zu Berlin bauen über die Osterfeiertage ihr digitales Angebot aus. "Die aktuell notwendige Schließung unserer Häuser ist für uns alle äußerst schmerzlich, bietet aber auch die Chance, unsere Arbeit noch gezielter im digitalen Raum fortzuführen", sagte die stellvertretende Generaldirektorin der Staatlichen Museen zu Berlin, Christina Haak. Neben dem online verfügbaren Katalog "Raffael in Berlin" und einem Podcast mit dem Künstler Walter Dahn ist die Sonderausstellung "Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek" der Kunstbibliothek künftig als virtueller 360-Grad-Rundgang erlebbar. In der neuen Youtube-Reihe "Allein im Museum" führen zudem Museumsdirektoren 30 Minuten durch die Sammlungen und zeigen ihre Lieblingsobjekte.

Papst begeht Gründonnerstag im leeren Petersdom

In Rom beginnt Papst Franziskus am Abend die Feiern der Kar- und Ostertage mit der Gründonnerstagsmesse. Das Gedenken an das Letzte Abendmahl Jesu findet im leeren Petersdom statt und wird im Internet und von TV-Sendern übertragen. Für alle katholischen Gottesdienste weltweit in Gebieten, die von der Corona-Pandemie betroffen sind, hat der Vatikan zum Schutz vor Ansteckung die Anwesenheit von Gläubigen untersagt. Auch die traditionelle Fußwaschung entfällt. Laut den vorab veröffentlichten Texten des Gottesdienstes betet Franziskus besonders um die Heilung der Kranken, um gemeinwohlorientierte Entscheidungen der Regierenden und um die Befreiung aller von Epidemien, Gewalt und Egoismus. Auf einen sonst üblichen eigenen Gottesdienst zur Weihe heiliger Öle am Gründonnerstagmorgen verzichtete der Papst. Sie wird nach Bistumsangaben zu einem späteren Zeitpunkt und ohne den Papst nachgeholt.

Vor 50 Jahren trennten sich die Beatles

Die berühmteste Band der Welt verschwand im April 1970 nicht mit einem Knall - sondern mit einer Pressemitteilung zu Paul McCartneys erstem Soloalbum. Darin erklärte er, dass seine Songschreiber-Partnerschaft mit John Lennon beendet und seine Zeit bei den Beatles vorbei sei. Der "Daily Mirror" brachte die Hiobsbotschaft am 10. April 1970 als erste Zeitung mit der Schlagzeile: "Paul quits the Beatles" (Paul hört bei den Beatles auf). McCartneys Abschied kam aber nicht wirklich überraschend: Das Quartett aus Liverpool - Paul McCartney, John Lennon, George Harrison und Ringo Starr - war schon seit über zwei Jahren auseinandergedriftet. Fans hofften jahrelang auf ein Revival der Beatles - bis zu jenem tragischen Dezembertag 1980, als John Lennon von einem geistesgestörten Fan erschossen wurde. Paul McCartney blieb Lennon tief verbunden: "Ich liebe es, wenn Leute im Traum zu einem zurückkehren", sagte McCartney 2019 in "The Late Show with Stephen Colbert. "Ich träume oft von John."

Kopf des Luise-Büchner-Denkmals gestohlen

Der Kopf des Luise-Büchner-Denkmals in Darmstadt ist gestohlen worden. Die Bronzeskulptur der Berliner Bildhauerin Bärbel Dieckmann zeigt die Frauenrechtlerin auf einem Sockel. Der Diebstahl ereignete sich bereits in der Nacht zum Dienstag, wie die Polizei mitteilte. Das Denkmal war im Sommer 2017 zum 150-jährigen Bestehen des Alice-Frauenvereins errichtet worden. "Nach dem Diebstahl der Bronzereliefs auf dem Waldfriedhof ist das nun schon der zweite Vorfall, durch den die Erinnerungskultur in unserer Stadt verletzt wird", sagte Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch. Der Schaden wird auf rund 7.000 Euro beziffert.

Bedford-Strohm ruft zu Zuversicht an Ostern auf

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat vor den Osterfeiertagen zur Zuversicht aufgerufen. Ostern falle wegen der Corona-Pandemie nicht aus, "wir werden es vielleicht kraftvoller denn je feiern", sagte Bedford-Strohm im ZDF-Morgenmagazin. Im Deutschlandfunk Kultur sagte der bayerische Landesbischof, er hoffe zudem auf eine solidarischere und bewusstere Gesellschaft nach der Corona-Krise. "Wir müssen wirklich auch materiell bereit sein, die Lasten dieser Krise miteinander zu tragen", so Bedford-Strohm.

Coronakrise bringt "Welttag des Buches" durcheinander

Die Coronakrise bringt auch den "Welttag des Buches" am 23. April durcheinander.
Zahlreiche geplante Veranstaltungen werden auf September verschoben, wie der Börsenverein des deutschen Buchhandels mitteilte. So soll die Aktion "Ich schenk dir eine Geschichte", zu der an Schulklassen Büchergutscheine verschenkt werden, am 20.September, dem Weltkindertag, stattfinden. Die Reihe "Verlagebesuchen", bei der Verlage ihre Türen für Besucher öffnen, wurde auf den 18. bis 21. September gelegt. Zum eigentlichen "Welttag des Buches" sind am 23. April Online- und Social-Media-Aktionen geplant.

Universität Köln erhält Archiv für Kunstmarktforschung

Das Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung wird Teil der Kölner Universität. Die Eingliederung diene der Absicherung des Instituts, teilten das Kulturministerium von NRW, die Hochschule und die Stadt Köln mit. Der Bundesverband deutscher Galerien hatte das Archiv 1992 als weltweit erstes Spezialarchiv zur Geschichte des Kunsthandels gegründet. Es sammelt und bewahrt die Archive bedeutender Galerien, Kunsthandlungen und Auktionshäuser. NRW Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen sagte, dass durch die Eingliederung in die Kölner Universität auch neue Anknüpfungspunkte für die kunsthistorische Forschung und die Provenienzforschung entstehen würden.

Dehio-Buchpreis für Ulla Lachauer und Gusel Jachina

Der Georg-Dehio-Buchpreis geht in diesem Jahr an die deutsche Autorin Ulla Lachauer und die russische Schriftstellerin Gusel Jachina, wie das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam mitteilte. Lachauer wird für ihr literarisches Gesamtwerk mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Sie beschäftige sich als Buchautorin, Filmemacherin und Radiojournalistin seit Jahrzehnten mit Themen der deutschen Kultur und Geschichte im östlichen Europa, in Russland und Kasachstan, hieß es zur Begründung der Jury. Gusel Jachina erhält für ihren Roman "Wolgakinder" den Förderpreis. Der Georg-Dehio-Buchpreis will unter anderem auf die Traditionen und Interferenzen der Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa hinweisen. Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien bereitgestellt. Die Auszeichnungen sollen am 1. Oktober in Berlin übergeben werden.

Hilfe für Wissenschaftler und Studierende beschlossen

Die Bundesregierung will die Folgen der Corona-Pandemie für Wissenschaftler und Studierende abmildern. Dafür beschloss das Kabinett ein Gesetzespaket von Forschungsministerin Karliczek, das unter anderem Bafög-Beziehern helfen soll. Bei Studierenden und jungen Menschen in schulischer Ausbildung, die sich in systemrelevanten Berufen engagieren wollen, soll der Hinzuverdienst komplett aus der Anrechnung herausgenommen werden. Zudem sollen die Qualifizierungsfristen für Wissenschaftler flexibler und um ein halbes Jahr verlängert werden. Dies soll möglich sein, wenn sich Forschungsprojekte wegen der Corona-Krise verzögern.

Somalische Musiklegende Hudeydi gestorben

Die somalische Musiklegende Ahmed Ismail Hussein Hudeydi ist tot. Das teilte die Direktorin der somalischen Kulturvereinigung in der britischen Hauptstadt, Hanna Ali, über Twitter mit. Der "King of Oud", wie er nach seinem traditionellen Saiteninstrument genannt wurde, wurde 92 Jahre alt. Ali würdigte Hudeydi als Vater der modernen somalischen Musik, aber auch als Schlüsselfigur im somalischen Unabhängigkeitskampf. Seine Musik habe den langen Weg zu Freiheit und Autonomie verkörpert. 1990 floh Hudeydi vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und lebte seitdem in London. Hudeydi starb dort an den Folgen einer Corona-Infektion.

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