Seit 13:05 Uhr Bücherherbst 2021
Samstag, 23.10.2021
 
Seit 13:05 Uhr Bücherherbst 2021

Wortwechsel | Beitrag vom 08.10.2021

Bundestagswahl in Ost-West-PerspektiveDeutschland einig Wählerland?

Moderation: Alexandra Gerlach

Aufnahme von oben: Ein Kreiswahlleiter in Sachsen begutachtet in einer Wahlbehörde zahlreiche Wahlurnen gefüllt mit Stimmzettelumschlägen für die Briefwahl. Rund 3,3 Millionen Wahlberechtigte in Sachsen konnten bei der Wahl zum neuen Bundestag am 26. September 2021 in 16 Wahlkreisen ihre Stimme abgeben. (picture alliance / dpa-Zentralbild / Sebastian Kahnert)
Eine Wahlbehörde in Sachsen: Wie in Thüringen ist die AfD hier bei der Bundestagswahl die stärkste Kraft geworden. Warum? (picture alliance / dpa-Zentralbild / Sebastian Kahnert)

„Der Osten hat die Wahl entschieden“, sagt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Ist dem so? Und wenn ja, woran liegt das? Was folgt daraus – für die künftige Bundesregierung und für uns als Gesellschaft?

Es war ein bisschen mehr als eine gewöhnliche Bundestagswahl: Nach 16 Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel bedeutete der Urnengang am 26. September die Entscheidung über eine neue politische Führung Deutschlands. Wie genau die aussehen wird, ist Gegenstand von Sondierungen und später Koalitionsverhandlungen.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)
Derweil nimmt das Forum Frauenkirche das Ergebnis der Bundestagswahl genauer unter die Lupe und fragt: Wie einig oder uneinig zeigt sich das Wählervolk zu Beginn des vierten Jahrzehnts deutscher Einheit?

Wo sind die Unterschiede?

Sehen wir Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesländern beim Rückhalt der etablierten Parteien, bei der Unterstützung für die AfD, bei der Bereitschaft zur Protestwahl, bei der Wahlenthaltung? Und wenn ja, woran liegt das?

Ist die Bereitschaft, sich auf demokratische Prozeduren einzulassen, im Osten weniger gefestigt – oder lässt sie nach? Wirkt im Osten die jahrzehntelange Diktaturerfahrung von 1933 bis 1989 fort? Oder sind die Probleme mancher Bürger mit dem politischen System der Bundesrepublik jüngeren Datums, sind sie Folge von Dingen, die bei der Vereinigung und seither schiefgelaufen sind?

Alles eine Frage des Alters?

Wer versteht hier wen nicht – Menschen in Ostdeutschland das Erbe der alten Bundesrepublik? Oder die Wortführer des bundesrepublikanischen Selbstverständnisses Menschen in Ostdeutschland? Ist all das eine Frage des Alters – gleichen sich die politischen Einstellungen in den jüngeren Generationen an zwischen Deutschen Ost und Deutschen West? 

Und was folgt daraus? Muss sich der Politikstil ändern in neuen wie alten Bundesländern? Weniger von oben herab, die Bürgerinnen und Bürger ernster nehmen? Brauchen wir neue Formen von Bürgerbeteiligung, etwa Bürgerräte, damit die Menschen sich wahrgenommen fühlen, Gehör finden, mitreden und -entscheiden können?

Über diese und weitere Fragen diskutieren:
Dirk Neubauer (parteilos), Bürgermeister von Augustusburg/Sachsen
Lukas Rietzschel, Schriftsteller aus Görlitz
Prof. Dr. Susanne Pickel, Politikwissenschaftlerin, Universität Duisburg-Essen
Prof. Dr. Hans Vorländer, Politikwissenschaftler, TU Dresden

Die Podiumsdiskussion fand am 6.10.2021 im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Forum Frauenkirche" in der Dresdner Frauenkirche statt – in Kooperation von Stiftung Frauenkirche Dresden, Deutschlandfunk Kultur und Sächsischer Zeitung.

Mehr zum Thema

Bundestagswahl 2021 - Beginn einer neuen politischen Kultur?
(Deutschlandfunk Kultur, Wortwechsel, 1.10.2021)

Erfolge der AfD - Weshalb die Rechten im Osten so stark sind
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 27.9.2021)

Bürgerräte und Petitionen - Wenn die Bürger selbst ihre Belange in die Hand nehmen
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 6.9.2021)

Wortwechsel

Bundestagswahl 2021Beginn einer neuen politischen Kultur?
Robert Habeck, Christian Lindner, Annalena Baerbock (picture alliance/dpa/Michael Kappeler)

Das Ergebnis der Bundestagswahl besiegelt den Bedeutungsverlust der Volksparteien CDU/CSU und SPD. Junge Wähler und Erstwähler trauen es eher den kleineren Parteien zu, Politik zu gestalten. Neue Wege der politischen Kommunikation werden erschlossen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur