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Kulturnachrichten

Freitag, 27. Mai 2016

Bundestagspräsident verteidigt Islam mit Kritik an christlichen Kirchen

Beim Deutschen Katholikentag wird zu mehr Hilfe für Geflüchtete aufgerufen

In Leipzig hat Bundestagspräsident Norbert Lammert mehr Solidarität in Deutschland und Europa für gefordert. Dem Ressentiment, der Islam sei unvereinbar mit der Demokratie, sagte der Christdemokrat auf dem Deutschen Katholikentag: "Das Christentum war nachweislich bis ins 20. Jahrhundert unvereinbar mit der Demokratie. Die katholische Kirche hat ihren Frieden mit ihr erst beim Zweiten Vatikanischen Konzil gemacht, also sozusagen vorgestern."

Parlamentarischer Untersuchungsbericht zur Staatsoper Unter den Linden erwartet

Der Ausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses will am Abend abstimmen

Politischer Druck und gravierende Planungsmängel haben nach Erkenntnissen eines Untersuchungsausschusses den Bauskandal bei der Berliner Staatsoper Unter den Linden ausgelöst. Entscheidungszwänge und Zeitdruck seien "in der Summe verhängnisvoll" gewesen, sagte der Ausschussvorsitzende Wolfgang Brauer (Linke). Grüne und Piraten werfen der rot-schwarzen Regierung vor, die politische Verantwortung für das Debakel während der Amtszeit des Regierenden Bürgermeisters und Kultursenators Klaus Wowereit (SPD) unter den Tisch kehren zu wollen. Sie kündigten Minderheitsvoten zu dem Bericht an. Er soll dem Parlament am 23. Juni vorgelegt werden. Die Sanierung der Staatsoper war zunächst mit 239 Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen sind es 400 Millionen Euro.

66. Filmpreis: "Fritz Bauer" ist der große Gewinner

Politthriller von Lars Kraume erhält sechs Preise.

"Der Staat gegen Fritz Bauer" hat die Lola als bester deutscher Film gewonnen.
Das gab die Deutsche Filmakademie am Abend in Berlin bekannt. Kraumes Film setzte sich auch in Kategorien wie Drehbuch, Kostümbild, Szenenbild und Regie durch. Der Film über die zögerliche Aufarbeitung der Nazi-Diktatur war in insgesamt neun Kategorien nominiert und galt als Favorit. Die Lola in Silber ging an "Herbert" von Thomas Stuber, Bronze holte "Vier Könige" von Theresa von Eltz. Gleich zwei Preise gab es für die Schauspielerin Laura Tonke, für die Hauptrolle in "Hedi Schneider steckt fest" und die Nebenrolle in "Mängelexemplar". Bester Hauptdarsteller wurde Peter Kurth ("Herbert"). Der Theaterstar spielt in dem Drama einen Ex-Boxer, der an der unheilbaren Krankheit ALS leidet. Bester Nebendarsteller wurde Ronald Zehrfeld, der für seine Rolle in "Der Staat gegen Fritz Bauer" geehrt wurde. Die Neuverfilmung von "Heidi" (Regie: Alain Gsponer) gewann die Lola als bester Kinderfilm. Der Preis für die beste Dokumentation ging an "Above and Below" von Nicolas Steiner. Tom Tykwers Bestsellerverfilmung "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks bekam Preise für den Ton und den Schnitt. Zwei undotierte Lolas waren bereits vor dem heutigen Abend fest vergeben. Für den besucherstärksten Film "Fack Ju Göhte 2", der fast 8 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte, und Produzentin Regina Ziegler ("Weissensee"). Die Entscheidungen trafen die 1.700 Mitglieder der Deutschen Filmakademie.

Briefe van Goghs ins Chinesische übersetzt

Das teilte das Van Gogh Museum in Amsterdam mit

Die vollständige Korrespondenz von Vincent van Gogh ist erstmals in chinesischer Sprache erschienen. Die Ausgabe wurde in Schanghai präsentiert. Die reich illustrierte Ausgabe ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kunstbuchverlags Shanghai Fine Art Publisher und des Amsterdamer Museums. Sie umfasst alle 819 überlieferten Briefe des Malers, die vorwiegend an seinen Bruder Theo gerichtet waren, sowie 83 Briefe, die Angehörige und Künstlerfreunde ihm geschrieben hatten.

Gesetzentwurf zur Enteignung von Hitlers Geburtshaus eingebracht

Letztes Mittel des Staates im Streit mit Eigentümerin

Österreichs Regierung hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die Enteignung des denkmalgeschützten Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn ermöglichen soll. Das erklärte das Innenministerium in Wien. Der Staat will das Haus langfristig kontrollieren, um einen Pilgerort für Nazis zu verhindern. Die Eigentümerin, deren Familie das seit mehr als einem Jahrhundert gehört, verweigerte aber dringend benötigte Renovierungsarbeiten, weshalb das Haus seit 2011 leer steht. Mehrere Kaufangebote des österreichischen Staates lehnte sie ab. Nach der Enteignung soll sie finanziell entschädigt werden. Der Umgang mit dem Haus hat unter den Bewohnern von Braunau eine heftige Diskussion ausgelöst: Einige wollten es zu einem Flüchtlingsheim umwandeln, andere dort ein Museum für die Befreiung Österreichs einrichten. Vor dem Gebäude befindet sich ein aus dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen stammender Mahnstein aus Granit. Darauf steht: "Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen."

Unseld-Berkéwicz erhält Moses-Mendelssohn-Medaille

Das wurde in Potsdam mitgeteilt

Ulla Unseld-Berkéwicz erhält die Moses-Mendelssohn-Medaille 2016. Die Laudatio auf die Suhrkamp-Verlegerin wird die Münchener Publizistin Rachel Salamander halten. Der Preis wird am 6. September in Berlin überreicht. Mit dem Preis ausgezeichnet wurden bislang unter anderem Daniel Barenboim, Berthold Beitz, Friede Springer und Hubert Burda.

ZDF-Chefredakteur lehnt Begriff "Lügenpresse" ab

Peter Frey Gast beim Deutschen Katholikentag

Der Chefredakteur des ZDF hat sich gegen die Verwendung des Begriffs "Lügenpresse" ausgesprochen. Es sei eine "Dummheit von uns, den Begriff 'Lügenpresse' wieder in den akademisch-journalistischen Dialog einzuführen", sagte Peter Frey in Leipzig. Diese Formulierung werde "von den Feinden der Demokratie benutzt". Zwar müsse sich auch das Zweite Deutsche Fernsehen mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit beschäftigen. Doch aktuelle Befragungen zeigten: "Es gibt die große Glaubwürdigkeitkrise nicht." Dennoch müsse auch das ZDF wahrnehmen, dass es in der Bevölkerung eine zunehmende Unzufriedenheit gebe, betonte Frey mit Blick auf die letzten Wahlergebnisse der AfD. Das habe der Sender angesichts der vielen internationalen Krisen in den vergangenen Jahren möglicherweise nicht genügend beachtet. "Vielleicht haben wir zu stark Mittelschichtsfernsehen gemacht und uns zu wenig der sozialen Lage im Land zugewendet", so Frey.

Deutscher Pavillon auf Architektur-Biennale in Venedig vorgestellt

Morgen wird die Schau zum 15. Mal eröffnet

"Making Heimat. Germany Arrival Country". Dieses Motto trägt der deutsche Pavillon auf der Architektur-Biennale in Venedig. Um die Gastfreundlichkeit Deutschlands zu symbolisieren, wurden Teile eines denkmalgeschützten Gebäudes eingerissen. So entstanden vier Durchbrüche nach außen. Mit dem radikalen Eingriff in das 1938 gebaute Haus habe man ein Zeichen setzen wollen, dass Deutschland ein offenes Land sei und bleiben sollte, sagte Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architektur-Museums und Generalkommissar des Pavillons. Ähnlich äußerte sich Bundesbauministerin Barbara Hendricks zur Eröffnung in Venedig: "Deutschland ist ein Einwanderungsland und wir bekennen uns dazu", sagte die Sozialdemokratin. Die Ausstellung im Pavillon zeige, "wie wir das als Chance nutzen können". Im ersten Teil der vom Deutschen Architektur-Museum konzipierten Schau werden Beispiele für Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland gezeigt. Im zweiten fragen die Kuratoren nach den Bedingungen, die aus Flüchtlingen Einwanderer machen könnten. Die Biennale, an der 64 Nationen teilnehmen, wird am Samstag eröffnet. Sie dauert bis zum 27. November. Deutschlandradio Kultur sendet ab 23:05 Uhr in "Fazit" eine Stunde live aus Venedig.

Klimawandel bedroht auch Welterbestätten

Das teilte die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mit

Der Klimawandel ist einer aktuellen Studie zufolge eines der größten Risiken für Welterbestätten. Dennoch werde der Klimawandel in Managementstrategien und in der Entwicklung touristischer Nutzungskonzepte zu wenig berücksichtigt, sagte die Direktorin des Unesco-Welterbezentrums, Mechtild Rössler. Sie forderte deshalb weitere Anstrengungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Für die Studie "Welterbe und Tourismus in einem sich wandelnden Klima" hatten Forscher 31 Weltnatur- und Kulturerbestätten in 29 Ländern untersucht. Risiken nicht nur für Venedig, das Wattenmeer, Stonehenge oder die Galapagos-Inseln sind demzufolge steigende Temperaturen, schmelzende Gletscher, steigender Meeresspiegel, extreme Dürren und längere Waldbrandzeiten.

Für Grütters gibt Literatur jedem eine Stimme

Kulturstaatsministerin fordert eine starke Lobby für Literatur

"Die Wertschätzung für Literatur und ihre Vielfalt ist weit mehr als Liebhaberei - sie ist Teil unseres Demokratieverständnisses". Das sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum 30. Geburtstag der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten in Berlin. Die Arbeitsgemeinschaft sei eine erfolgreiche "Lobbyistin für Literatur", würdigte die Christdemokratin das Netzwerk von 247 literarischen Institutionen. Gerade angesichts der starken Flüchtlingsbewegung nach Europa sei Sensibilität für menschliches Leid und existenzielle Not nötiger denn je: "Literatur kann denen eine Stimme geben, die sonst kein Gehör finden. Sie kann uns nötigen, die Perspektive zu wechseln und die Welt aus anderen Augen zu sehen", betonte sie bei der Veranstaltung.

Rat für Kulturelle Bildung fordert von der Politik Qualitätssicherung

Interessensverband schaut voraus auf die kommende Bundestagswahl

Kultur für alle sei eine unverändert gültige Forderung, so Eckart Liebau, Vorsitzender des Rates für Kulturelle Bildung. „So erfreulich das Wachstum in der außerunterrichtlichen Kulturellen Bildung auch ist, so bleibt die Frage der Grundversorgung im Sinne der Zugänge zu Kultureller Bildung insbesondere in der vorschulischen und schulischen Bildung doch unbefriedigend, so Liebau weiter. Es dürfe nicht nur um Quantität, sondern vor allem um gute Qualität gehen. Die Frage nach der Qualität müsse systematisch gestellt und deren "legitimatorische Mythen" hinterfragt werden. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2017 erhebt der Rat für Kulturelle Bildung unter anderem die Forderung, die Qualitätssicherung kultureller Bildung in ihrer Qualitätssicherung systematisch zu fördern. Nötig sei "ein regelmäßiges, umfassendes, unabhängig durchgeführtes wissenschaftliches Monitoring der Kulturellen Bildung und ein systematischer Ausbau der Forschung" sowie die "Weiterentwicklung von Strukturen der Qualitätsentwicklung und -sicherung auf wissenschaftlicher und künstlerischer Grundlage". Der aus zwölf Mitgliedern bestehende Rat für Kulturelle Bildung ist eine Initiative der ALTANA Kulturstiftung, Bertelsmann Stiftung, Deutsche Bank Stiftung, Karl Schlecht Stiftung, PwC-Stiftung, Robert BoschStiftung und der Stiftung Mercator.

Mülheimer Dramatikerpreis geht an Wolfram Höll

Eine der begehrtesten Theaterpreise Deutschlands

Der renommierte Mülheimer Dramatikerpreis geht in diesem Jahr an Wolfram Höll. Die Auszeichnung erhält der in der Schweiz lebende Autor für sein Stück mit dem Titel "Drei sind wir". Es handelt von einem Elternpaar, das ein Kind mit einer seltenen Behinderung bekommt und dessen Tod erwartet.
Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Er gilt als eine der begehrtesten Theaterauszeichnungen Deutschlands. Höll hatte die Auszeichnung auch schon im Jahr 2014 gewonnen.
Sieben Stücke, die in der Spielzeit 2015/16 uraufgeführt wurden,
waren bei den 41. Mülheimer Theatertagen nominiert worden.

"Refugee" ist britisches Kinderwort des Jahres

Begriff wurde unter über 120.000 Einsendungen eines BBC-Kinderliteraturtwettbewerbs gefunden

"Refugee", zu Deutsch Flüchtlig, ist das britische Kinderwort des Jahres. Das meldete Spiegel-Online. Bei dem BBC-Literaturwettbewerb "500 Words" hatten 123.436 Kinder Geschichten eingereicht. Die lexikologische Abteilung der Uni Oxford hat sie untersucht, um das Kinderwort des Jahres zu finden. Das Ergebnis: Mit 339 Verwendungen legte der Begriff "Refugee" um 368 Prozent gegenüber 2015 zu, dazu wurde 34 Mal das Wort "Migrant" erwähnt. Die Haltung gegenüber den Flüchtlingen sei empathisch und positiv gewesen, so die Oxford-Experten. Zu den Wörtert mit hoher Zuwachsrate zählten auch Velociraptir/ Raptor aus dem Film "Jurassic Park" oder das Lichtschwert und die Sturmtruppen aus dem Starwars-Universum

Berliner Opernpreis für israelisch-deutsches Team

Auszeichnung für innovaties Musiktheater

Der "Berliner Opernpreis" geht in diesem Jahr an ein deutsch-israelisches Produktionsteam. Yuval Halpern, Svenja Viola Bungarten und Anja Kerschkewicz haben mit "Post Nuclear Love" den von der Neuköllner Oper ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Auf Platz zwei landete das Künstlerkollektiv Het Geluid mit den "Wesendonck Liedern heute", wie die Neuköllner Oper am Donnerstag mitteilte. Mit dem Preis Produktionsmöglichkeiten für innovatives Musiktheater gefördert werden. Die Inszenierungen werden an diesem Wochenende in der Neuköllner Oper gezeigt. Insgesamt hatten sich 19 Produktionen aus fünf Ländern beworben. Unterstützt wird der Wettbewerb von der Gasag.

"New York Times" will wegen Digitalisierung Personal abbauen

Verlagerung der Ressourcen von Print auf Online geplant

Auf dem Weg zu einem kleineren und digitaleren Newsroom will die "New York Times" ihr Personal verringern. Herausgeber und Chefredaktion kündigten an, einer nicht näher benannten Zahl vom Mitarbeitern zum Monatsende einen goldenen Handschlag anzubieten. Die "New York Times" hat vor kurzem ihre Pläne für eine erhebliche Ausweitung des Digitalgeschäfts vorgestellt. Sie gehen mit einer Reorganisation des Newsrooms ebenso einher wie mit einer Verlagerung der Ressourcen von Print zu Online. Die Umsätze aus dem Digitalen sollen sich bis 2020 verdoppeln. "Die Pläne werden zweifellos zu neuen Initiativen und Investments führen", schrieben Herausgeber Arthur Sulzberger Jr. und Chefredakteur Dean Baquet nun in ihrem Memo an die Belegschaft. Baquet sagte, die "New York Times", die 1300 Menschen beschäftigt, brauche mehr Journalisten mit visuellen Fähigkeiten und vielfältigeren Hintergründen. "Ein Ziel des Journalismus ist es, die Welt zu spiegeln, wie sie ist", sagte er. "Man kann das nicht schaffen, wenn man selber nicht etwas mehr wie diese Welt aussieht als wir das tun."

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