Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Sonntag, 08.12.2019
 
Seit 17:30 Uhr Nachspiel

Kulturnachrichten

Montag, 2. Dezember 2019

Bundespräsident lobt Islamisches Forum Penzberg

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Islamische Forum in Penzberg in Oberbayern als Modell für muslimische Gemeinden in Deutschland gewürdigt. Er habe einen Ort kennengelernt, an dem das gelebt werde, was er sich für das Land wünsche, nämlich Neugier aufeinander und Respekt voreinander, sagte er nach seinem Besuch der Moschee. Muslime unterschiedlicher Herkunftsländer beteten dort gemeinsam, die Verkehrssprache sei Deutsch. Er sei froh, dass offenbar viele deutsche muslimische Gemeinden in Penzberg nach Anleihen für einen Islam suchten, in dem Bildung großgeschrieben und die deutsche Sprache gelernt und gelehrt werde, so Steinmeier. Das Islamische Forum Penzberg wurde 2005 eröffnet. Es ist ein Moscheebau mit Bibliothek und Mehrzweckräumen. Das Freitagsgebet wird auf Deutsch, Bosnisch und Türkisch gehalten.

Experten aus Literaturnobelpreis-Komitee ausgetreten

Zwei externe Experten des Nobelkomitees der Schwedischen Akademie räumen nach nur knapp einem Jahr ihre Posten. Die beiden Schriftsteller Gun-Britt Sundström und Kristoffer Leandoer hätten mitgeteilt, das Komitee vor der Arbeit an der Literaturnobelpreisvergabe im kommenden Jahr zu verlassen, teilte die Akademie mit. Leandoer begründete seinen Entschluss mit unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie schnell der Veränderungsprozess bei der Akademie nach dem Skandaljahr 2018 vonstattengehen müsse. Ihm gingen die Veränderungen zu langsam, dafür fehle ihm die Geduld, schrieb er in der Zeitung "Svenska Dagbladet". Nach den Querelen um das mittlerweile ausgetretene Mitglied Katarina Frostensen und ihren Mann Jean-Claude Arnault sowie der damit einhergehenden tiefen Krise hatte die Schwedische Akademie das Nobelkomitee Ende 2018 um fünf externe Mitglieder erweitert. Das Nobelkomitee wählt den Literaturnobelpreisträger aus, das letzte Wort hat dann aber die Schwedischen Akademie.

Künstlerkollektiv errichtet "Gedenkstätte" in Berlin

Das für seine umstrittenen Aktionen bekannte Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" hat vor dem Reichtstagsgebäude in Berlin eine sogenannte Gedenkstätte errichtet. Sie steht seit Montagmorgen auf dem Gelände der ehemaligen Krolloper, in der die Reichstagsabgeordneten im März 1933 für das Ermächtigungsgesetz gestimmt hatten, eine wichtige Grundlage für die Diktatur der Nationalsozialisten. Teil der Aktion ist eine Stahlsäule, die nach Angaben der Gruppe Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthält. Über dem Werk ist der Schriftzug "Gedenken heißt Kämpfen" zu lesen. Und in Großbuchstaben "Keinen Schritt weiter! Hier begann die letzte deutsche Diktatur". Aktionskünstler und ZPS-Gründer Philipp Ruch, sagte, es gehe um die letzte deutsche Diktatur und darum, ob sie wieder drohe.

Debatte um Mozart-Konzert in Florentiner Kirche

Die Absage eines Konzertes zu Mozarts Todestag am 5. Dezember in einer Kirche in Florenz sorgt in Italien für Diskussionen. Laut Medienberichten lehnt der Rektor der Franziskaner-Kirche Santa Croce das Konzert ab. Die geplante Aufführung von Mozarts "Requiem" und dem zum Fronleichnamsfest komponierten "Ave Verum Corpus" seien im Advent unpassend. "Es geht nicht darum, dass ein Mozart-Konzert nicht in die Kirche Santa Croce passt, aber das Thema passt nicht zur liturgischen Zeit des Advent, den die Kirche jetzt feiert", zitiert die Zeitung "La Repubblica" Rektor Paolo Bocci. "Enttäuscht" äußerte sich der italienische Dirigent Riccardo Muti. Es gebe hohe Prälaten, die anders dächten als der Franziskaner-Guardian, so Muti auf Anfrage der Zeitung "Corriere della Sera". Mozarts "Requiem" eigne sich nicht nur zum Anlass einer Beerdigung, zudem seien es noch 20 Tage bis Weihnachten.

Katholischer Bischof erwartet schweren Reformprozess

Mit Blick auf den sogenannten "Synodalen Weg", den die katholische Kirche am 1. Advent gestartet hat, sieht der Osnabrücker Bischof Bode die Kirche im Spannungsfeld zwischen Bewahrern und Reformern. Der Synodale Weg sei anstrengend und brauche Zeit, sagte er. Bode warnte vor zu hohen Erwartungen auf beiden Seiten. Einen Konsens werde man in vielen Fällen nicht erzielen und mit Minderheitenvoten leben müssen. Der Synodale Weg ist ein zwei Jahre dauernder innerkirchlicher Diskussions- und Reformprozess, bei dem Laien und Kleriker Grundsatzfragen erörtern wollen. In vier Foren geht es um Macht- und Gewaltenteilung in der Kirche, die Lebensform der Priester, Sexualität und die Frage, welche Ämter Frauen in der Kirche zustehen sollten.

Stadt Aalst lässt sich von Kulturerbeliste streichen

Nach Antisemitismus-Vorwürfen hat die belgische Stadt Aalst ihren Karneval von der Weltkulturerbe-Liste der Unesco streichen lassen. Bürgermeister Christoph D'Haese sagte laut Medienberichten, mit diesem Schritt sei er einer Entscheidung der UN-Kulturorganisation zuvorgekommen. Diese hatte demnach die Streichung des Aalster Karnevals von ihrer Kulturerbe-Liste vorgesehen. "Wir sind weder Antisemiten noch Rassisten", sagte D'Haese wörtlich. Derartige Anschuldigungen würden in böswilliger Absicht formuliert. Die Kontroverse war im März entbrannt. D'Haese hatte damals einen Festwagen des Aalster Karnevalsumzugs verteidigt, auf dem orthodoxe Juden mit Hakennasen auf Geldsäcken stehend und von Ratten umgeben dargestellt worden waren. Das judenfeindliche Motiv hatte Kritik der EU und jüdischer Organisationen ausgelöst. Die Stadtverwaltung erklärte, es gehöre zum "Ritual der Grenzüberschreitung" beim Aalster Karneval, dass über alles gelacht werden dürfe.

Der Dirigent Mariss Jansons ist gestorben

Der Dirigent Mariss Jansons ist tot. Er ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der 1943 im lettischen Riga geborene Jansons zählte zu den bedeutendsten Dirigenten der Welt. Seit 2003 leitete der Karajan-Schüler das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Er hatte dort seinen Vertrag bis zum Jahr 2024 verlängert. In den Jahren 2006, 2012 und 2016 leitete er das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. In der norwegischen Hauptstadt Oslo hatte Jansons den Grundstein für seine Weltkarriere gelegt. Von 1979 bis 2000 leitete er das Osloer Philharmonie-Orchester. 1992 wurde er Haupt-Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra, 1997 Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra und zwischen 2004 und 2015 zusätzlich Chefdirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters.

Einbruch in Berliner Stasi-Museum

Einbrecher haben aus dem Stasi-Museum im Berliner Bezirk Lichtenberg Orden und Schmuck gestohlen. Sie seien zwischen Samstagabend und Sonntagmorgen über ein Fenster in das erste Stockwerk des Gebäudes eingestiegen, teilte die Polizei mit. Ein Museumsmitarbeiter habe am Sonntag mehrere zerschlagene Vitrinen in den Ausstellungsräumen entdeckt und die Beamten alarmiert. Der Wert des gestohlenen Schmucks und der Orden ist noch unklar.

Ermittlungen nach Brand im Weltkulturerbe Hallstatt

Nach einem Großbrand im österreichischen Weltkulturerbe-Ort Hallstatt hat die Polizei Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Durch die Flammen wurden am Samstag fünf Gebäude beschädigt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. 109 Feuerwehrleute waren im Einsatz, ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten schwer verletzt. Das Feuer brach am frühen Samstagmorgen in einer der Holzhütten am See aus. Bewohner kamen nicht zu Schaden. Der im Salzkammergut in Oberösterreich gelegene Ort Hallstatt gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe. Wegen seiner idyllischen Lage und seiner vielen historischen Gebäude zieht er jedes Jahr hunderttausende Touristen an.

Der Komponist Irving Burgie ist gestorben

Der US-Komponist Irving Burgie ist tot. Er ist am Freitag im Alter von 95 Jahren gestorben, wie die Ministerpräsidentin von Barbados in einer Rede sagte. Burgie hat den Text der Nationalhymne des Landes geschrieben. Am bekanntesten war er für Lieder, die er für den Sänger Harry Belafonte geschrieben hatte, so zum Beispiel für "Day O", auch bekannt als der "Banana Boat Song". Auch Lieder wie "Island in the Sun" oder "Jamaica Farewell" stammen aus seiner Feder. Der im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Burgie arbeitete in seiner Karriere auch mit Künstlern wie Jimmy Buffet, Chuck Berry oder Brian Wilson zusammen. Mit Millionen verkaufter Platten verhalf er dem afro-karibischen Musikstil des Calypso zu weltweiter Bekanntheit.

Almodóvar und Banderas drängen auf mehr Klimaschutz

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar und der Schauspieler Antonio Banderas haben kurz vor dem Beginn des UN-Klimagipfels in Madrid in einem Video zu mehr Einsatz im Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. "Die Erde ist unser Zuhause, wir müssen uns um sie kümmern", sagt Banderas in der zweieinhalbminütigen Aufzeichnung und fügt in Anlehnung an das Motto der Konferenz hinzu: "Es ist Zeit, zu handeln!". Es müsse jetzt ganz dringend auf den Klimawandel reagiert werden, mahnt auch Almodóvar mit Blick auf den Gipfel, der vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt stattfindet. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez postete das Video, in dem zahlreiche Stars aus Kultur und Sport zu Wort kommen, am Sonntag auf Twitter. Sánchez schrieb dazu, es handele sich um ein "entscheidendes Treffen", um ehrgeizigere Ziele im globalen Kampf gegen den Klimawandel zu formulieren. Es gelte jetzt, keine Zeit mehr zu verlieren.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2019
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

Ersan Mondtags "Die Verdammten" in KölnUnter Untoten
Eine lange Tafel, an deren beiden Enden zwei Frauen sitzen. Eine Frau sitzt auf dem Tisch. Im Hintergrund ist ein überdimensioniertes Foto eines Babys zu sehen. Dahinter ist eine Treppe zu sehen, auf deren oberen Ende ein Mann sitzt. Über allem liegt eine Schicht weiße Federn. (Birgit Hupfeld / Schauspiel Köln)

Ersan Mondtag inszeniert Luchino Viscontis „Die Verdammten“ am Schauspiel Köln. Das Stück über eine deutsche Industriellenfamilie, die sich mit den aufstrebenden Nationalsozialisten einlässt, lässt für unseren Kritiker Michael Laages Fragen offen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur