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Interview | Beitrag vom 07.04.2020

Bundesfreiwilligensprecherin zu Corona"Jeder Helfer ist zur Bewältigung dieser Krise nötig"

Lea Hetzinger im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Helfende Hände bilden eine Treppe. (Illustration) (imago images / Ikon Images)
Helfende Hände werden jetzt überall gebraucht. Freiwilligendienstleistende können sich für Einsätze in der Coronakrise melden. (imago images / Ikon Images)

"Freiwillige helfen jetzt": Über eine Online-Plattform will Bundesfamilienministerin Giffey Freiwilligendienstleistende für den Coronaeinsatz gewinnen. Bundesfreiwilligensprecherin Lea Hetzinger begrüßt den Vorschlag - und will sich auch selbst melden.

Zehntausende, die gerade einen Freiwilligendienst ableisten, will Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) für den Coronakriseneinsatz gewinnen. Seit Dienstag ist die Plattform "Freiwillige helfen jetzt" freigeschaltet, auf der man sich für einen Einsatz melden kann. 

Lea Hetzinger, eine der Bundessprecherinnen des Verbandes, begrüßt die Initiative. "Wir denken auch, dass jeder Helfer zur Bewältigung dieser Krise nötig ist und man eben die Bereitschaft der Freiwilligen da nutzen kann."

Die Freiwilligensprecherin weist allerdings darauf hin, dass viele im Freiwillendienst keine Vorausbildung im Bereich Pflege hätten, da sie direkt von der Schule kämen. "Dadurch muss immer eine Einarbeitung gesichert werden und auch ein fester Ansprechpartner, damit die Freiwilligen gut aufgehoben sind." Das allerdings könnte im Krankenhaus oder im Pflegebetrieb angesichts des dort herrschenden Personal- und Zeitmangels schwierig werden, befürchtet die 19-Jährige.

"Da ich nicht zur Risikogruppe gehöre, habe ich keine Angst"

Dennoch äußert sie sich zuversichtlich, dass sich viele Freiwillige für diesen Einstz finden werden. 

"Grundsätzlich höre ich da vor allem positive Rückmeldungen", sagt sie. "Zu der Idee auf jeden Fall." Auch wenn einige an ihren alten Stellen hingen und diese ungern verlassen würden. 

Zunächst richtet sich die Plattform allerdings an diejenigen Freiwilligen, deren bisherige Einsatzstelle wegen der Coronapandemie schließen musste und die deshalb nach einer neuen Stelle suchen. 

Lea Hetzinger selbst leistet ihren Freiwilligendienst derzeit in der Parkinson- und Demenzforschung des Uniklinikums Tübingen ab. Für sie komme die Initiative auf jeden Fall in Betracht: "Ich werde mich, denke ich, melden auf der Plattform", sagt sie. "Da ich selbst ja nicht zur Risikogruppe gehöre, habe ich da jetzt auch keine Angst oder so." 

(uko)

Laut Angaben des Bundesfamilienministeriums engagieren sich beim Bundesfreiwilligendienst aktuell rund 39.000 Helfer (Bufdis), dazu kommen rund 52.000 Jugendliche und junge Erwachsene, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Rund 25.000 dieser Freiwilligen seien bereits jetzt in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Rettungsstellen beschäftigt. Viele andere Einsatzstellen hätten wegen der Corona-Epidemie derzeit ihren Betrieb stark eingeschränkt oder ganz geschlossen. Die Zahlungen des Bundes für Taschengeld und Sozialversicherung liefen so weiter, als ob der Dienst regulär abgeleistet würde.

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