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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Juli 2021

Bund zeichnet Kinos für herausragendes Programm aus

Für ihre Filmauswahl auch jenseits des Mainstreams werden bundesweit 245 Kinos mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet. Mit bis zu 50.000 Euro betragenden Prämien fördert der Bund die Spielstätten "für ein kulturell herausragendes Jahresfilmprogramm". Aufgrund des pandemiebedingt eingeschränkten Filmangebots und der Krisenbedingungen sei die sonst übliche Entscheidung einer Jury durch ein automatisiertes Verfahren ersetzt und die Mittel um drei auf insgesamt fünf Millionen Euro erhöht worden. "Die Kinoprogrammpreise sollen auch dazu beitragen, die Kinovielfalt und die kulturell anspruchsvolle Programmarbeit der Arthouse-Kinos nach der Pandemie zu sichern", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Hochschule testet Corona-Spürhunde bei Konzerten

Für ein Projekt zum Einsatz von Corona-Spürhunden bei Konzerten stellt das niedersächsische Kulturministerium 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei wollen die Tierärztliche Hochschule Hannover und der Konzertveranstalter "Hannover Concerts" prüfen, ob und wie Großveranstaltungen durch den Einsatz der Spürhunde sicherer werden können, wie das Ministerium für Wissenschaft und Kultur am Freitag in Hannover mitteilte. Die Studie könnte ein Lichtblick für Künstlerinnen und Künstler und Veranstalter werden, sagte Kulturminister Björn Thümler. Schon eine Pilotstudie der Tierärztlichen Hochschule hatte gezeigt, dass die Corona-Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben von infizierten und gesunden Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit zu unterscheiden. Hunde träfen ihre Entscheidung innerhalb von Sekunden und seien damit viel schneller als Antigen-Schnelltests, sagte Thümler.

Schriftsteller verurteilen Angriffe auf Autoren in Belarus

Das PEN-Zentrum Deutschland und der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) verurteilen die Angriffe des diktatorischen Lukaschenko-Regimes auf den Verband der belarussischen Schriftsteller sowie auf die Schriftstellerorganisation PEN Belarus. Jetzt schreite das belarussische Justizministerium sogar zur Auflösung des PEN, erklärten die beiden deutschen Schriftstellervereinigungen am Freitag in Darmstadt und Berlin. "Das deutsche PEN-Zentrum ist entsetzt, dass das Justizministerium eine Klage zur Liquidierung von PEN Belarus eingereicht hat", sagte PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter Ralf Nestmeyer. Die Behörden von Belarus gingen systematisch gegen die Zivilgesellschaft, Medien, Schriftsteller und Journalisten vor, sagte die Bundesvorsitzende des VS, Lena Falkenhagen. Deutschland und die EU müssten auf diese Schritte gegen demokratische, rechtsstaatliche Prinzipien Taten folgen lassen.

Schauspieler Peter Schell gestorben

Der Fernsehschauspieler Peter Schell ist tot. Das teilte der Südwestrundfunk (SWR) am Freitag mit. Schell wurde 64 Jahre alt. Er starb demnach am Donnerstag nach schwerer Krankheit in seiner Wahlheimat Baden-Baden. Das TV-Publikum kennt ihn unter anderem durch seine Auftritte in der Sat.1-Arztserie "Hallo Onkel Doc", bei der ZDF-Familienserie "Unser Charly" und in der RTL-Krimiserie "Die Wache". Seine mit Abstand wichtigste Rolle hatte er jedoch in der Serie "Die Fallers" im SWR-Regionalfernsehen über das Leben einer fiktiven Familie auf einem Bauernhof im Schwarzwald. 27 Jahre lang verkörperte Peter Schell dort die Figur Karl Faller.

Great Barrier Reef vorerst nicht bedrohtes Welterbe

Trotz der Bedrohung durch Klimawandel und schlechte
Wasserqualität ist das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens zumindest vorerst einer Einstufung als "gefährdetes" Welterbe entgangen. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (Unesco) beschloss am Donnerstag auf seiner 44. Sitzung in Fuzhou in China einen Aufschub der Entscheidung über das weltgrößte Riff. Das Komitee folgte damit dem Wunsch Australiens, das einen Imageschaden verhindern wollte und die Mehrheit der 21 Mitgliedsländer auf seine Seite bringen konnte. Australien soll jetzt einen neuen Bericht über den Zustand und die Erhaltung des Great Barrier Reef vorlegen, bevor das Komitee wieder über einen Eintrag in der Roten Liste beraten wird.

Größte Glocke im Kölner Dom soll seltener schlagen

Die größte Glocke im Kölner Dom, der "Dicke Pitter", wird wegen eines Risses künftig seltener und kürzer zu hören sein. Eine solche Schutzmaßnahme sei erforderlich, berichtete der "Kölner Stadtanzeiger" am Freitag und berief sich auf Domprobst Guido Assmann. Die Glocke soll statt wie bisher an elf Feiertagen künftig nur noch zu acht Anlässen im Jahr läuten. Entfallen soll unter anderem das Geläut an Silvester und Neujahr. Die Petersglocke wiegt 24 Tonnen. Sie wurde 1923 gegossen und hat einen Durchmesser von 3,22 Meter. Bis 2016 war sie die größte freischwingende Glocke der Welt.

Weimarer Menschenrechtspreis für türkischen Juristen

Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geht in diesem Jahr an den türkischen Rechtsanwalt Selahattin Demirtas. Er setze sich für eine friedliche Lösung der Kurdenfrage, für Demokratisierung, Glaubensfreiheit sowie die kulturelle und politische Gleichberechtigung von Minderheiten in der Türkei ein, erklärte die Stadt Weimar. Der Vorschlag zur Ehrung des seit 2016 inhaftierten Juristen kam von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Die mit 5.000 Euro verbundene Auszeichnung erfolgt am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in Weimar.

Film zu Christchurch-Attentaten gestoppt

Nach Protesten werden die Pläne für einen Hollywood-Film über die Terrorattacken im neuseeländischen Christchurch zunächst gestoppt. Drehbuchautor und Regisseur Andrew Niccol werde das Projekt nicht weiter verfolgen, "bis eine vollständige Konsultation mit der muslimischen Gemeinschaft Neuseelands stattgefunden hat", zitierte die Zeitung "New Zealand Herald" den Filmemacher am Freitag. Er sei "zutiefst betroffen", dass die Filmidee zu "They Are Us" (Sie sind wir) den Familien der Opfer solchen Schmerz bereitet habe. Ein Rechtsextremist aus Australien hatte im März 2019 zwei Moscheen angegriffen, 51 Menschen getötet und 50 weitere teils lebensgefährlich verletzt. Viele Mitglieder der muslimischen Gemeinschaft kritisierten, dass nicht die Opfer und ihr Trauma im Mittelpunkt des Films stehen sollten. Viele empfanden es zudem als zu früh für einen Blockbuster zu dem sensiblen Thema.

Entertainer Alfred Biolek ist gestorben

Der Entertainer Alfred Biolek ist tot. Der frühere Fernsehmoderator und Talkmaster sei am Freitag in seiner Kölner Wohnung friedlich eingeschlafen, sagte sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie der Deutschen Presse-Agentur. Biolek war seit längerem gesundheitlich angeschlagen. Er wurde 87 Jahre alt. Biolek war Talkmaster, Entertainer, Kochbuchautor und Fernsehproduzent. Seine Fernsehkarriere startete mit einem Umweg: Zuerst arbeitete der Jurist in der Rechtsabteilung des ZDFs, später als Produzent von Rudi Carrell. Ende der 1970er-Jahre wurde er mit Shows wie "Bio's Bahnhof", "Boulevard Bio" und einer der ersten Kochshows im deutschen Fernsehen "alfredissimo!" bekannt.

Forscher finden 160 Eier prähistorischer Vögel

Eine Forschergruppe ist bei Ausgrabungen in Argentinien auf mehr als 160 Eier prähistorischer Vögel gestoßen. Die Eier haben demnach fünf bis sieben Zentimeter Durchmesser und sind rund 85 Millionen Jahre alt. Bei Renovierungsarbeiten auf einem Universitätsgelände in Neuquén in Patagonien waren die Bauarbeiter auf Überreste aus der Urzeit gestoßen. Dem Paläontologen Juan Porfiri zufolge gehören sie zu Vögeln, "die Enantiornithes genannt werden und in der Kreidezeit sehr häufig waren". Das Besondere an diesen Vögeln: Sie hatten Zähne.

Jüdische Artefakte vor Verkauf bewahrt

US-Ermittler haben 17 jüdische Schriftstücke und andere wertvolle Objekte beschlagnahmt, die während des Zweiten Weltkriegs aus osteuropäischen jüdischen Gemeinden gestohlen wurden. Die Artefakte, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, sollten durch das New Yorker Auktionshaus Kestenbaum & Company verkauft werden, teilte das Justizministerium mit. Darunter seien auch Aufzeichnungen mit den Namen von Gemeindemitgliedern, die in das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gebracht worden waren. Zu den Objekten zählen demnach Begräbnisrollen, Manuskripte und Aufzeichnungen aus jüdischen Gemeinden. Sie seien während des Holocausts aus Rumänien, Ungarn, der Slowakei und der Ukraine geraubt worden, hieß es. Wann sie den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden sollen, ist noch offen.

Karneval der Kulturen in Berlin ganz abgesagt

Der Berliner Karneval der Kulturen fällt in diesem Jahr nun ganz aus. Das große Straßenfest und die Parade waren bereits im Januar abgesagt worden. Als Ersatz sollte es am 15. August mehrere kleine Veranstaltungen geben. Auch die finden nun nicht statt, wie die Organisatoren am Donnerstag mitteilten. Gründe seien die steigenden Inzidenzen und der zunehmende Infektionsrate mit der Delta-Variante des Coronavirus. Vor diesem Hintergrund sei das Konzept nicht durchführbar, hieß es. Normalerweise feiern jährlich Hunderttausende Menschen mit prächtigen Kostümen den Karneval, den es seit 1996 gibt. Bereits vergangenes Jahr war das Fest wegen der Pandemie ausgefallen.

Kommission gegen Rückgabe von Corinth-Gemälde

Die mit der Rückgabe von NS-Raubkunst befasste Kommission hat sich gegen die Rückgabe eines Gemäldes von Lovis Corinth aus dem Berliner Stadtmuseum an die Erben der ehemaligen Eigentümer ausgesprochen. Es stehe nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit fest, dass das strittige Gemälde, ein Porträt des berühmten Theaterkritikers Alfred Kerr, verfolgungsbedingt entzogen wurde, teilte die "Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts" mit. Sie wird vom ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier geleitet. Die Kommission empfiehlt aber, dass die Stiftung Stadtmuseum Berlin die Provenienz des Gemäldes künftig auf angemessene Art würdigt.

Verlag stellt LGBTIQ-Buch auf Ungarisch online

Der Hamburger Verlag migo hat mehrere Kapitel des Buches "Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*? Dein Begleiter in die Welt von Gender und Diversität" in ungarischer Übersetzung online gestellt. Der Text sei kostenlos im Internet verfügbar, teilte die Oetinger-Verlagsgruppe mit. In den übersetzten Kapiteln des vor wenigen Tagen erschienenen Buches wird LGBTIQ erklärt, was für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Intersexuelle und Queere steht. Außerdem wird über die Rechte eines jeden Kindes aufgeklärt, wie es hieß. Der Verlag reagiere damit auf das vor kurzem in Ungarn verabschiedete Gesetz, das unter anderem Bücher und Filme für Kinder und Jugendliche verbietet, in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht.

Budapest und Venedig nicht auf Roter Liste

Venedig und Budapest sind knapp einer Einstufung als bedrohtes Welterbe entgangen. Trotz Sorgen über die beiden Kultur- und Naturstätten sah das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation auf seiner 44. Sitzung in der chinesischen Stadt Fuzhou davon ab, die beiden führenden europäischen Touristenattraktionen auf die Rote Liste gefährdeter Stätten zu setzen. Venedig konnte die Einstufung durch das erst vor gut einer Woche verkündete Durchfahrtsverbot für große Kreuzfahrtschiffe durch Teile der Lagune vermeiden. Über die Einstufung von Ungarns Hauptstadt Budapest will das Welterbekomitee in einem Jahr wieder beraten.

Angela Merkel kommt zu den Bayreuther Festspielen

Auch im letzten Jahr ihrer Amtszeit kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Bayreuth zu den Festspielen. Sie gehöre zu den Premierengästen an diesem Sonntag, teilte die Stadt Bayreuth mit. Das Opern-Festival beginnt nach der Absage im Vorjahr nun mit einer Neu-Inszenierung des Werkes "Der fliegende Holländer". Lange war unklar, ob Merkel in diesem Jahr zu den Festspielen reist. Wegen der Abstandsregelung dürfen deutlich weniger Zuschauerinnen und Zuschauer als sonst ins Haus. Es werden am Sonntag auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und zahlreiche Minister seines Kabinetts erwartet. Der rote Teppich allerdings bleibt im Depot und der Platz direkt vor dem Festspielhaus wird für Schaulustige gesperrt.

Berliner Schaubühne spielt bald vor vollem Saal

Die Berliner Schaubühne will wieder vor einem vollen Saal spielen. Ab Dienstag sollen vorübergehend alle Plätze belegt werden können, wie eine Theatersprecherin sagte. Das soll vorerst bis 8. August gelten. Bisher hatte das Publikum im Schachbrettmuster gesessen, um mehr Abstand zueinander zu halten. Besucherinnen und Besucher müssen sich weiterhin vorab auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie nicht geimpft oder genesen sind. Sie benötigen außerdem eine Maske, wenn sie sich im Haus bewegen. Die Schaubühne hatte sich nach der Pandemiepause dazu entschlossen, auf Theaterferien zu verzichten und den Sommer durchzuspielen.

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