Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Mittwoch, 18.07.2018
 
Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Thema / Archiv | Beitrag vom 09.05.2006

Bündnis für Erziehung

Von der Leyen erhofft sich mehr Stabilität für Kinder und Eltern

Von Jacqueline Boysen

Bündnis will christliche Werte an junge Eltern vermitteln.  (AP)
Bündnis will christliche Werte an junge Eltern vermitteln. (AP)

Junge Eltern seien in Erziehungsfragen oft überfordert, meint Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Dem soll das Bündnis für Erziehung Abhilfe schaffen. Zunächst sollen über Erzieherinnen und Betreuerinnen christlich geprägte Werte vermittelt werden. Für Kooperationen mit anderen Religionsgemeinschaften stünde das Bündnis ab Herbst offen, so von der Leyen.

Erziehung bedeutet, Stellung zu beziehen und Vorbild zu sein, sagt die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Diese für die Kindererziehung notwendige Festigkeit aber fehle vielen Müttern und Vätern heute – so die Christdemokratin. Junge Eltern seien vielfach orientierungslos, in Erziehungsfragen oft verunsichert und überfordert.

Zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland will das Bundesfamilienministerium sich daher für eine stärker an christlichen Werten orientierte Kindererziehung und Elternarbeit einsetzen: der gegenseitige Respekt voreinander, Verlässlichkeit, Vertrauen und Aufrichtigkeit sollen gestärkt werden. Das Motto der konzertierten Aktion, die nicht etwa als staatlich geförderte Bibelstunde missverstanden werden will, lautet "Werte erwachsen".

Erziehung beginne in der Familie – und so soll das so genannte Bündnis für Erziehung zunächst Erzieherinnen und Betreuern Hinweise für eine bewusst christlich geprägte Wertevermittlung geben, dann aber auch in die Weiterbildung und in Erziehungsseminare hineingetragen werden. Ziel der Kampagne: die in Deutschland lange vernachlässigte Kinderbetreuung nicht allein quantitativ auszubauen, sondern auch qualitativ zu verbessern, so die Hoffnung von Ursula von der Leyen.

Über das Bündnis für Erziehung soll Kindern, aber auch ihren Eltern Stabilität gegeben und ihre innere Orientierung erleichtert werden. Schauplatz für diese staatlich unterstützte Hilfe in moralischen Fragen sollen kirchliche Kindertagesstätten und Kindergärten sein, aber auch Schulen und andere Betreuungseinrichtungen, die von den Kirchen betrieben werden.

Neben den Kommunen sind die evangelische und die katholische Kirche wichtigste Träger von Kitas in Deutschland, so war es für die selbst religiös erzogene Bundesministerin nahe liegend, sich die beiden großen christlichen Kirchen als erste Bündnispartner ins Boot zu holen. Und doch erntete sie heftige Kritik – schließe das Bündnis doch muslimische oder jüdische Kindergärten aus.

Nein, kontert Frau von der Leyen: Für Kooperationen mit weiteren Trägern der freien Wohlfahrtspflege, Familienverbänden, anderen Religionsgemeinschaften oder auch der Wirtschaft stehe das Bündnis ab Herbst offen.

Das Gespräch zum Thema "Christliches Erziehungsdogma? - Warum es falsch ist, beim Erziehungsbündnis die Muslime außen vor zu lassen" mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Micha Brumlik von der Goehte-Universität in Frankfurt/Main können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Player hören.

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Brumlik: "Menschen vor den Kopf gestoßen"

Thema

Karl der GroßeKunstsinniger Barbar
Eine Figur Karls des Großen steht am 16.06.2014 in Aachen (Nordrhein-Westfalen) im Centre Charlemagne. Die Ausstellung "Karl der Große, Macht, Kunst, Schätze" ist vom 20.06.2014 bis zum 21.09.2014 in Aachen zu sehen.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Er war einer der Gründungsväter Europas: Karl der Große hat die karolingische Renaissance eingeleitet. Eigentlich sei es ihm aber nur um die Legitimierung seiner Macht gegangen, meint Kunsthistoriker Michael Imhof. Mehr

DDR-GeschichteSieg über den Ort des Grauens
Der ehemalige politische Gefangene Gilbert Furian in einer Gefängniszelle der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus vom Verein Menschenrechtszentrum in Cottbus (Brandenburg). (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Weil er in der DDR Interviews mit Punks publizierte, kam Gilbert Furian in den Cottbuser Knast. In der heutigen Gedenkstätte wird er nun in der Oper "Fidelio" mitsingen - um einen "großen Rucksack Bitterkeit" erleichtert.Mehr

Agenturfotos"Das ist sicher ein Aufbruch"
Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin des US-amerikanischen Internetkonzerns Facebook  (picture alliance / dpa / Foto: Jean-Christophe Bott)

Die Karrierefrau, die am Schreibtisch sitzt, oder das schamlose Zeigen von Terroropfern in Afrika - Sheryl Sandberg von Facebook und Pam Grossman von der Bildagentur Getty Image wollen solchen Klischeefotos etwas entgegensetzen. Sie haben die Datenbank "Lean In Collection" gegründet. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur