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Kulturnachrichten

Samstag, 10. Juni 2017

Bühnenverein will mehr gegen Rechtspopulismus tun

Jahrestagung geht heute zu Ende

Die deutschen Theater und Orchester wollen verstärkt gegen Rechtspopulismus und rechtsnationale Parteien aktiv werden. Sie fassten diesen Beschluss auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins in Dresden, wie Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon mitteilte. Die Theater und Orchester wollen die Gesellschaft nach Khuons Worten ermutigen, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie leisteten dies durch ihre künstlerischen Projekte, aber auch Podiumsdiskussionen. Der Bühnenverein mit Sitz in Köln wolle sich zudem mit anderen kulturpolitischen Institutionen vernetzen, um Begriffe wie Volk, Identität oder Nation in der öffentlichen Diskussion wieder positiv zu besetzen. "Wir müssen diese Worte wieder neu erobern, sie mit Hoffnung und kultureller Vielfalt besetzen statt mit Aggression und Ausgrenzung", forderte Bühnenvereinsdirektor Marc Grandmontagne. Der Bühnenverein, Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester, unterstützt nach eigenen Angaben die "Initiative kulturelle Integration", die kürzlich 15 Thesen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt vorgelegt hatte. Die rund 250 Intendanten, Verwaltungsdirektoren sowie Kulturpolitiker der Theater und Orchester riefen Institutionen und Privatpersonen auf, die Thesen auf der Internetseite http://kulturelle-integration.de/thesen zu unterzeichnen.

Internationale Schau "Skulptur Projekte" eröffnet

41 Künstler aus 19 Ländern beteiligen sich an der Ausstellung moderner Kunst im öffentlichen Raum

Mit einem Festakt im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster ist die fünfte internationale Schau "Skulptur Projekte" eröffnet worden. An der Ausstellung für moderne Kunst im öffentlichen Raum beteiligen sich 41 Künstler aus 19 Ländern. Besucher können bis zum 1. Oktober 35 neu entstandene Werke am Hafen, öffentlichen Plätzen oder im Historischen Rathaus neben dem Dom entdecken. Unter den in Münster ausstellenden Künstlern sind der Bildhauer Thomas Schütte sowie Cosima von Bonin, Ayse Erkmen aus der Türkei oder der Franzose Pierre Huyghe. Neben Skulpturen und Installationen tritt bei der "Skulptur Projekte 2017" erstmals die Performancekunst stärker in den Vordergrund. In einer Installation hat Ayse Erkmen etwa im Hafen Münsters einen Unterwasser-Steg gelegt. Besucher können dort gleichsam über das Wasser gehen.

Klatschblätter bekommen "Verschlossene Auster"

Journalistenvereinigung verleiht Negativpreise an Verlage der Regenbogenpresse

Drei Verlage der Regenbogenpresse haben in Hamburg den Preis "Verschlossene Auster" der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche erhalten. Ausgezeichnet mit dem Negativpreis wurden stellvertretend für die übrigen Verlage der Branche die Funke Mediengruppe (für: "Die Aktuelle", "Das Goldene Blatt", "Frau aktuell"), die Hubert Burda Media Holding (für: "Freizeit Revue") und die Bauer Media Group (für: "Das Neue Blatt", "Freizeitwoche", "Neue Post", "Das Neue"), wie die Journalistenvereinigung mitteilte. Nach Ansicht von Netzwerk Recherche untergraben die Preisträger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien. Sie täten dies "mit irreführenden Schlagzeilen, falschen oder erfundenen Texten, fehlender Nachfrage bei den Betroffenen, Manipulationen von Fotos und nicht selten der Verletzung von Persönlichkeitsrechten."

documenta benennt Straße in Kassel nach NSU-Opfer

In einem "Map booklet" heißt es "Halitstraße, ehemalige Holländische Straße"

Die am Samstag eröffnete documenta bezeichnet die Holländische Straße in Kassel in einem "Map booklet" als "Halitstraße, ehemalige Holländische Straße". Dort war 2006 Halit Yozgat in seinem Internetcafe bei einem Anschlag, der dem rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrund zugeschrieben wird, getötet worden. Der Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, fordert seit Jahren eine Umbenennung der Straße in "Halitstraße". Die Stadt war dem Wunsch Yozgats insoweit entgegengekommen, als sie Ende 2012 einen nahe dem Tatort gelegenen Platz, an dem auch eine Straßenbahn-Haltestelle liegt, in Halitplatz umbenannte. Außerdem wurden eine Stele und eine Gedenktafel errichtet. Ismail Yozgat hat sich damit aber nicht zufrieden gegeben und fordert bis heute die Umbenennung der gesamten Straße, einer der längsten in Kassel. In einem der Ausstellungsorte der documenta, der Neuen Neuen Galerie (Neue Hauptpost), präsentiert die "Gesellschaft der Freunde von Halit" eine Dokumentation ihrer Untersuchungen, Recherchen und Aktionen zu dem Mord.

Kunstsammlerin hat langfristige Pläne für Berlin

Julia Stoschek denkt über Standort für ihre Videokunst-Sammlung nach

Kunstsammlerin Julia Stoschek denkt über einen dauerhaften Standort ihrer Videokunst-Sammling in Berlin nach. Ob sie das nächste Jubiläum noch in Düsseldorf feiern werde, "das weiß ich noch nicht", sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel". Stoschek eröffnete vor zehn Jahren in Düsseldorf ein privates Ausstellungshaus für ihre renommierte Sammlung. Vor einem Jahr kam eine Niederlassung in Berlin dazu. "Wir wollen hier dauerhaft einen Standort etablieren." Sie könne sich einen Neubau vorstellen - "ein Ausstellungshaus für Medienkunst nach meinen Ideen.(...) Irgendwann werde ich die Sammlung an einen Ort bringen müssen." Die Julia Stoschek Collection mit dem Schwerpunkt Videokunst zählt zu den bedeutenden privaten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland.

Arp-Schnitger-Orgeln sollen Weltkulturerbe werden

Niedersächsischer Landtag will Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe vorschlagen

Niedersachsen will die Instrumente des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger für die Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe vorschlagen. Einen entsprechenden Antrag will der Landtag auf Initiative aller Fraktionen in der kommenden Woche verabschieden. Der 1648 in Niedersachsen geborene Schnitger war einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit. Von seinen rund 170 Instrumenten sind heute weltweit noch rund 30 erhalten, vor allem im Alten Land bei Hamburg. Arp-Schnitger-Orgeln stehen in Stade, Hollern und Steinkirchen, aber auch in Norden und Weener in Ostfriesland sowie in Ganderkesee im Kreis Oldenburg. Auch in den Niederlanden gibt es noch etliche Arp-Schnitger-Orgeln, weitere stehen in Portugal und Brasilien.

Polanski-Opfer fordert Ende der Strafverfolgung

Als 13-Jährige wurde Samantha Geimer von Roman Polanski missbraucht

Roman Polanskis Opfer bei einem 1977 begangenen Sexualverbrechen hat sich vor Gericht für den polnisch-französischen Filmemacher eingesetzt. Samantha Geimer forderte in Los Angeles die Einstellung des langjährigen Verfahrens gegen ihn. Die 54-Jährige erschien mit Polanskis Anwalt Harland Braun zu der Anhörung. Richter Scott Gordon fällte noch keine Entscheidung. Sie sei sich sicher, dass Polanski die Tat sofort bereut habe, sagte Geimer nach der Anhörung vor Journalisten. Die Begegnung mit dem Regisseur beschrieb sie als "unangenehm", aber "weniger traumatisch", als viele angenommen hätten. "Ich war ein junger, sexuell aktiver Teenager, und es war eine beängstigende, aber keine unübliche Sache", sagte Geimer nach der Anhörung. Auf die Frage, ob sie Polanski für einen Pädophilen halte, antwortete die Frau: "Ich war fast 14, nicht 10". Polanski hatte 1977 den Missbrauch des Mädchens in der Villa seines Freundes Jack Nicholson zugegeben und verbrachte 42 Tage in einer Haftanstalt unter psychiatrischer Beobachtung. Im Gegenzug für das Geständnis wollte der damalige Richter von einer längeren Haftstrafe absehen. Unmittelbar vor der Urteilsverkündung gab es aber Zweifel an der Zusage, Polanski floh nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.

Federdieb verursacht Millionenschaden in Museen

Dieb stahl, um eigene Sammlung mit Greifvogel-Präparaten aufzubauen

Ein Dieb hat in naturhistorischen Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Federn gestohlen und damit nach Medien-Informationen einen Millionenschaden angerichtet. Die Basler Staatsanwaltschaft klage den verdächtigen 45-jährigen Schweizer wegen gewerbsmäßigen Diebstahls an, berichtete die Zeitung "Schweiz am Wochenende". Der Mann soll in Museen in Basel, Bern, Neuenburg, Stuttgart, Frankfurt, Wien, München und Berlin Federn von Präparaten von 167 Greifvogel-Arten gestohlen haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Sachschaden von sechs Millionen Franken aus. Der wissenschaftliche Verlust sei "unermesslich", da von einigen Präparaten nun keine unbeschädigten Exemplare mehr existierten. Das Ziel des 45-Jährigen sei der Aufbau einer eigenen Sammlung mit Präparaten von fast allen Greifvogel-Arten der Welt gewesen, wie es in dem Bericht weiter hieß.

documenta 14 öffnet für das breite Publikum

"Museum der 100 Tage" erwartet eine Million Besucher

Bundespräsident Steinmeier und der griechische Präsident Pavlopoulos haben am Vormittag die documenta 14 in Kassel eröffnet. Mehr als 160 Künstlerinnen und Künstler zeigen auf der weltweit wichtigsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst ihre Werke. Die von dem polnischen Kurator Adam Szymczyk geleitete Schau in Kassel dauert bis zum 17. September. Zur documenta werden in diesem Jahr bis zu einer Million Besucher erwartet. Am zweiten Schauplatz in Athen wurde die documenta 14 bereits Anfang April eröffnet und läuft noch bis zum 16. Juli. Bislang kamen dort rund 200.000 Besucher.

Deutschland vermacht litauischem Archiv Dokumente

Dokumente entstammen Bestand des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts

Deutschland hat den Litauischen Staatshistorischen Archiven 52 digitalisierte historische Dokumente vermacht. Diese wurden anlässlich der Einweihung der neuen Räumlichkeiten der Archive in Vilnius übergeben. "Das sind Dokumente vom Anbeginn unseres modernen Staates, einschließlich der handschriftlichen Originalkopie des Beschlusses, der die Anerkennung der Unabhängigkeit Litauens verlangt", sagte Außenminister Linas Linkevicius nach Angaben der Agentur BNS. "Dies ist ein großartiges Geschenk für die Archive und für Litauen." Die digitalisierten Dokumente entstammen dem Bestand des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts in Berlin. Dort hatte im März ein litauischer Professor eine Originalabschrift von Litauens Unabhängigkeitserklärung von 1918 entdeckt. Der Baltenstaat hofft, vor seinem 100-jährigen Staatsjubiläum, das wertvolle Schriftstück zumindest vorübergehend zurückzubekommen.

US-Schauspielerin Glenne Headly gestorben

Headly begann ihre Karriere in der Steppenwolf Theatre Company

Die amerikanische Film- und Fernsehschauspielerin Glenne Headly ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Das teilte ihr Agent mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Headly spielte in Filmen wie "Tödliche Gedanken" mit Demi Moore, "Zwei hinreißend verdorbene Schurken" mit Michael Caine und "Dick Tracy" mit Warren Beatty mit. Sie trat auch im Fernsehen auf und hatte wiederkehrende Rollen in den Serien "Emergency Room" und "Monk". Ihre Karriere begann Headly 1979, als sie in die Steppenwolf Theatre Company aufgenommen wurde. Dort traf sie Kollegen wie Gary Sinise, Terry Kinney und John Malkovich, mit dem sie in den 80er Jahren verheiratet war. Das Paar ließ sich 1988 scheiden. 1993 heiratete Headly den Musiker Byron McCulloch, mit dem sie einen Sohn bekam.

Künstlersozialkasse senkt Firmenbeiträge

Mehr Unternehmen haben Abgaben angemeldet

Die Künstlersozialkasse (KSK) senkt erneut die Beiträge der beteiligten Unternehmen. Der Satz gehe von 4,8 Prozent in diesem auf 4,2 Prozent im kommenden Jahr zurück, teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Nach Angaben des Arbeitsministeriums ist es wegen der verstärkten Prüfung der Rentenversicherung gelungen, 2015 und 2016 weitere 50 000 Unternehmen, Vereine und andere Institutionen in die Pflicht zu nehmen. Zusätzlich hätten sich 17 000 Unternehmen selber bei der KSK gemeldet. In ihr sind 185 000 selbstständige Künstler und Publizisten pflichtversichert.

Schlichtung im Führungsstreit um Beuys-Museum

Mediationsverfahren zwischen Ex-Direktorin und Stiftung Moyland

Der Streit um die künstlerische Leitung des Beuys-Museums Schloss Moyland am Niederrhein soll am Verhandlungstisch beigelegt werden. Beide Seiten hätten einem Mediationsverfahren zugestimmt, teilte das Landesarbeitsgericht in Düsseldorf mit. Die langjährige künstlerische Direktorin Bettina Paust hatte in erster Instanz erfolgreich gegen ihre Rückversetzung auf den Posten der Vize-Direktorin geklagt. Im Revisionsverfahren hatte das Landesarbeitsgericht eine Mediation vorgeschlagen. Die Stiftung Moyland hatte Pausts Sieben-Jahres-Vertrag nicht verlängert, weil die Besucherzahlen zu niedrig seien. Für die grundlegende Modernisierung des Hauses war Paust bundesweit gelobt worden.

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