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Lesart | Beitrag vom 20.07.2021

Büchnerpreis für Clemens J. SetzEine ungewöhnliche Wahl

Wiebke Porombka im Gespräch mit Joachim Scholl

Der Schriftsteller Clemens J. Setz mit mittellangen Haaren und zotteligem Bart (imago images / gezett)
Clemens J. Setz erhält den Büchnerpreis schon in seinen Dreißigern - das hat vor ihm nur Peter Handke geschafft. (imago images / gezett)

Der Georg-Büchner-Preis ist die angesehenste Auszeichnung der deutschen Literatur. Mit dem Österreicher Clemens J. Setz gewinnt dieses Jahr einer, der nicht in das übliche Schema passt.

Jährlich wird der Georg-Büchner-Preis von der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung vergeben und ist mit 50.000 Euro dotiert. Im Vorfeld ist die Spannung immer groß, welcher bekannte Autor für sein Lebenswerk wird.

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Dass die Wahl in diesem Jahr auf den Österreicher Clemens J. Setz fiel, ist für Literaturjournalistin Wiebke Porombka eine interessante Entscheidung. Denn der 1982 geborene Autor ist der erste Schriftsteller in seinen Dreißigern, der seit Peter Handke Anfang der 70er den prestigeträchtigen Preis erhalten wird. Doch ganz aus dem Nichts kam die Entscheidung nicht:

"Wenn man sich die schriftstellerische Laufbahn von Clemens J. Setz anguckt, dann hat das eine gewisse Logik. Er hat nämlich schon mit 28 Jahren den Bremer Literaturpreis bekommen. Das sehe ich immer als eine Art Vorläufer für den Büchner-Preis. Und seither sind viele Preise gefolgt.", so Porombka.

Ein moderner Schriftsteller fernab des Elfenbeinturms

Der Einschätzung der Jury, dass Setz ein Sprachkünstler sei, der menschliche Grenzbereiche erkundet und dabei bisweilen von einer verstörenden Drastik sei, stimmt sie zu. Seine Romane seien im besten Sinne eigenwillig. Er öffne neue Ebenen in unserem Alltag, die mitunter unheimlich, aber immer mit einem großen Wissen gesättigt seien.

Setz' Wissen sei jedoch kein traditionelles, meint Porombka. So stoße der Schriftsteller bei seinen Recherchen in die tiefsten Tiefen des Internets. Er habe keine Angst vor Trivialem oder neuen Techniken, sondern sei ein extrem moderner Schriftsteller, der sich nicht in dem berühmten Elfenbeinturm verschanze.

Wie wichtig Setz selber die Auszeichnung mit dem Büchner-Preis sei, weiß Porombka jedoch nicht: "Einerseits ist das natürlich der Olymp. Andererseits habe ich, wenn ich mit Clemens J. Setz spreche oder seine Bücher lese, das Gefühl, vielleicht tangiert ihn das auch gar nicht so sehr."

(hte)

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