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Kulturnachrichten

Donnerstag, 13. Juni 2019

Buchhandel will an Flucht und Vertreibung erinnern

Zum "Tag des Flüchtlings" am 20. Juni sollen Buchhandlungen zum Ort von Diskussionen und Informationen über Flucht und Vertreibung werden. "Das Thema Flucht beschäftigt die europäische Gesellschaft weiterhin wie kaum ein anderes", begründete Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen realisiert wird. Geplant sei, dass Buchhandlungen Schaufenster zur Seenotrettung gestalten oder Bücher zu Flucht und Vertreibung vorstellen. "In Zeiten emotionalisierter und teils sprachlich verrohter Debatten brauchen wir einerseits Fakten, wie sie viele gute Bücher und Studien liefern, und andererseits konkrete Fluchtschicksale", sagte Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe Deutschland. Am Weltflüchtlingstag werden Buchhandlungen zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Büchertischen und Veranstaltungen das Flucht-Thema in den Mittelpunkt rücken.

Concord-Musikkonzern übernimmt Sikorski-Gruppe

Zwei der weltweit führenden Verlage für klassische Musik, die Hamburger Sikorski-Gruppe und der Verlag Boosey & Hawkes, werden unter einem Dach zusammengeschlossen. Mit der Übernahme von Sikorski durch die Concord Music Publishing entstehe ein breitgefächterter Katalog vor allem mit Werken der russischen Musik, teilte Concord in Berlin mit. Sikorski besitzt die Rechte unter anderem an Komponisten wie Dmtri Schostakowitsch, Sergei Prokofiew und Alfred Schnittke. Boosey & Hawkes mit Hauptsitz in London gilt als Marktführer für zeitgenössische Klassik. Die Dachgesellschaft Concord Music Publishing verfügt über die Urheberrechte an mehr als 390 000 Werken- von Frank Sinatra bis Igor Strawinsky.

Berlin fordert realistischen Termin für Humboldt Forum

Nach der geplatzten Eröffnung des Humboldt Forums hat das Land Berlin Klarheit über die weiteren Schritte im wiederaufgebauten Berliner Stadtschloss gefordert. Das zuständige Bundesbauministerium sollte nun einen realistischen Zeitplan für eine Eröffnung nennen, sagte der Berliner Kultur-Staatssekretär Torsten Wöhlert im RBB. "Man sollte jetzt lieber einen sicheren Termin nennen, anstatt die Eröffnung möglicherweise erneut verschieben zu müssen", sagte Wöhlert. Die zunächst geplante Eröffnung des Ausstellungshauses sei politisch vom Bund auf dieses Jahr gesetzt worden - zum 250. Geburtstag des Forschers und Namensgebers Alexander von Humboldt. Gestern war bekannt geworden, dass Humboldt-Forum wegen Problemen bei der Klima- und der Brandschutzanlage nicht wie geplant in diesem Jahr eröffnen kann.

Harald Naegeli will Düsseldorf Kunstwerke schenken

Der Straßenkunstpionier Harald Naegeli will der Stadt Düsseldorf zahlreiche Kunstwerke schenken. Die Schenkung umfasse 237 Positionen, teilte die Stadt mit. Neben 47 eigenen Spray-, Acryl-, Kohle und Tuschearbeiten seien auch Werke von Künstlern wie Joseph Beuys dabei. Die künstlerischen Werke, Dokumentationen und Archivalien repräsentierten umfassend die künstlerische Entwicklung Naegelis, heißt es in einer Empfehlung an den Kulturausschuss des Stadtrats. Naegeli lebt seit 1984 in Düsseldorf. Durch seine Graffiti im öffentlichen Raum u.a. in Zürich, Düsseldorf und Venedig wurde er als "Sprayer von Zürich" weltberühmt. Der 79-Jährige war wegen seiner ungenehmigten Graffiti juristisch immer wieder verfolgt und in der Schweiz, trotz internationaler Proteste, sogar ins Gefängnis gesperrt worden.

"Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot, wie der NDR mitteilte. Die ARD bezeichnete Wieben als eines der prägenden Gesichter der Nachrichtensendung. "Wilhelm Wieben gehörte zu den prägenden deutschen Fernsehpersönlichkeiten, immer freundlich, zugewandt und nah bei den Zuschauerinnen und Zuschauern", hieß es. Wieben arbeitete ab 1966 in der Redaktion der "Tagesschau". Bis 1998 präsentierte er auch die 20 Uhr-Ausgabe der Nachrichtensendung. Wieben stammte aus Hennstedt in Schleswig-Holstein. Nach einer Schauspiel-Ausbildung in Berlin wurde er Anfang der 60er Jahre Ansager beim damaligen Sender Freies Berlin. Neben der "Tagesschau" moderierte er auch andere Sendungen beim NDR und Radio Bremen, schrieb Bücher auf Plattdeutsch und sprach Hörbucher ein. Den Dialekt bezeichnete er als seine Muttersprache. Zudem arbeitete er immer wieder als Schauspieler an Theatern im Hamburg und Bremen. Wilhelm Wieben starb im Alter von 84 Jahren in Hamburg.

Jüdisches Museum will Ort für strittige Fragen bleiben

Das Jüdische Museum Berlin hat die Kritik an seinem Kurs zurückgewiesen. Es habe seine Aufgabe immer darin gesehen, auch ein Forum für Diskussionen über strittige Fragen zu sein, sagte der Direktor Peter Schäfer in einem Interview des Berliner "Tagesspiegel". Der Zentralrat der Juden hatte das Museum kritisiert, weil es einen Artikel über Wissenschaftler empfohlen hatte, die den Bundestags-Beschluss gegen die israelkritische BDS-Bewegung verurteilen. Der Zentralrat stellte u.a. infrage, ob die Bezeichnung "jüdisch" für das Museum noch angemessen sei. Schäfer bedauerte den Anlass der Kritik, das Museum habe nie die Aufgabe gehabt, in politischen Tagesfragen Stellung zu beziehen. Der Tweet zu BDS sei als Hinweis auf einen Diskussionsbeitrag und nicht als Parteiergreifung gemeint gewesen. Schäfer stellte klar: "Wenn jemand inner- oder außerhalb des BDS antisemitische Äußerungen von sich gibt oder das Existenzrecht Israels infrage stellt, hat er bei uns keinen Ort und wird ihn auch nicht bekommen".

"Dachboden-Caravaggio" erstmals in Paris zu sehen

Fünf Jahre nach seinem Fund auf einem Dachboden ist in Paris erstmals ein Gemälde öffentlich zu sehen, das dem italienischen Maler Caravaggio (1571-1610) zugeschrieben wird. Kunst-Experten schätzen den Wert des Bildes "Judith und Holofernes" auf bis zu 150 Millionen Euro. Das Ölgemälde wird im Pariser Auktionshaus Drouot ausgestellt und soll Ende Juni versteigert werden. Entdeckt wurde es durch Zufall: Nach einem Wasserschaden öffneten die Besitzer eines Hauses bei Toulouse einen Verschlag im Dachboden - und fanden dort das Bild, das dann durch Gutachter dem italienischen Barockmaler Caravaggio zuordnete wurde. Das auf die Zeit um 1600 datierte Ölgemälde zeigt, wie die biblische Heldin Judith den assyrischen Feldherren Holofernes enthauptet. Die Versteigerung des Bildes findet am 27. Juni in Toulouse statt.

Sieger von "Jugend musiziert" Wettbewerb stehen fest

Beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Halle sind rund 600 junge Musikerinnen und Musiker mit einem 1. Bundespreis ausgezeichnet worden. Das teilte der Deutsche Musikrat mit, der Veranstalter des Wettbewerbs. Acht Tage lang haben rund 2900 Jugendliche in Halle miteinander gewetteifert. Der Jury-Vorsitzende Ulrich Rademacher bescheinigte dem Jahrgang 2019 eine klare Leistungssteigerung und sagte, Zwölfjährige spielten auf dem Podium Stücke in einer Art und Weise, wie man es früher von Studenten zu ihrer Abschlussprüfung bei der Hochschule gewohnt gewesen sei. Ein Preis bei "Jugend musiziert" gilt als besondere Auszeichnung. Für viele ist der Wettbewerb ein Impuls für eine Ausbildung zum Profi-Musiker. "Jugend musiziert" gilt als bedeutendstes Förderprojekt für den musikalischen Nachwuchs in Deutschland.

Fricke-Preis für Zeitschrift "Gerbergasse 18"

Die Geschichtszeitschrift "Gerbergasse 18" erhält den Sonderpreis des diesjährigen Karl-Wilhelm-Fricke-Preises der Geschichtswerkstatt Jena. "Gerbergasse 18" befasst sich mit der Aufarbeitung der DDR-Geschichte und der SED-Diktatur. Seit 1996 sind mehr als 90 Ausgaben der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift publiziert worden. Mit dem Preis zeichnet die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Persönlichkeiten und Initiativen aus, die mit ihrer Arbeit das Bewusstsein für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage stärken. Zur Jury gehören u.a. die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen Marianne Birthler, Altbundespräsident Horst Köhler, die Menschenrechtlerin Irina Scherbakova und der Spender des Preises Burkhart Veigel. Der mit 20 000 Euro dotierte Hauptpreis geht an die Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Die Preisverleihung findet am Abend in Berlin statt.

Tonaufnahme von Frida Kahlo gefunden

In Mexiko soll erstmals eine Tonbandaufnahme aufgetaucht sein, auf der offenbar Frida Kahlo zu hören ist. Die Stimme der Malerin sei bislang ein großes Geheimnis gewesen, sagte der Direktor der Phonothek in Mexiko Stadt, Pável Granados. Bei der Aufnahme handelt es sich um einen Radiobeitrag, in dem Kahlo über ihren Ehemann Diego Rivera spricht. Der Beitrag könnte 1953 oder 1954 aufgenommen worden sein, wurde aber vermutlich erst nach Kahlos Tod im Jahr 1954 ausgestrahlt. Die Aufnahme wurde in einem Archiv von 146 000 Beiträgen entdeckt, das der Radiosender Televisa der Phonothek zur Digitalisierung und Auswertung überlassen hatte. Die Wissenschaftler wollen die Aufnahme noch einmal untersuchen, um endgültig zu sagen, ob es sich um Kahlo handelt. Kahlo ist die wohl bekannteste Malerin Lateinamerikas und gilt in Mexiko als nationales Symbol.

Festnahmen bei Protestmarsch für Golunow

Bei einer nicht genehmigten Solidaritätskundgebung für den russischen Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow in Moskau sind Hunderte Menschen festgenommen worden. Darunter war auch Kremlkritiker Alexej Nawalny, wie seine Sprecherin über Twitter mitteilte. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 1200 Menschen an der Kundgebung, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. Unter den Festgenommenen sind auch Journalisten. Die Behörden sprachen am Nachmittag von mehr als 200 Festnahmen, das Bürgerrechtsportal "OWD-Info" wenig später von mehr als 420. Viele seien wenig später wieder auf freien Fuß gekommen. Golunow hatte zuvor noch vor ungenehmigten Protesten gewarnt. Der Reporter war wegen eines mutmaßlichen Drogendelikts festgenommen worden. Allerdings stellte sich das Verfahren als inszeniert heraus. Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew hatte ihn mangels Beweisen wieder auf freien fuß setzen lassen.

Humboldt Forum öffnet nicht wie geplant

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss wird nicht wie geplant in diesem Jahr eröffnen. Der Termin für den Beginn der etappenweisen Eröffnung müsse in das kommende Jahr verlegt werden, erklärte die Stiftung Humboldt Forum gestern in Berlin. Ein neues Gesamtterminkonzept solle am 26. Juni 2019 vorgelegt werden. Als Grund nannte die Stiftung die Anpassung einiger technischer Anlagen an die fachtechnische Prüfung. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dorgerloh, sagte im RBB: "Wir haben hier in den vergangenen Jahren das Unglaubliche geschafft, dass dieses Vorhaben im Zeit- und Kostenrahmen gewesen ist. Jetzt in der Schlussphase verlässt uns so ein bisschen das Glück." Im Januar hatte die federführende Stiftung Preußischer Kulturbesitz erklärt, das Humboldt Forum solle im November eröffnet werden. Der Namensgeber und Forscher Alexander von Humboldt war am 14. September vor 250 Jahren in Berlin geboren worden.

René Pollesch soll Berliner Volksbühne übernehmen

Der Regisseur René Pollesch wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Der 56-Jährige soll das Haus zur Spielzeit 2021/2022 übernehmen. Das bestätigt Berlins Kultursenator Klaus Lederer. Pollesch galt seit Längerem als Kandidat für die Leitung der Volksbühne. Unter dem langjährigen Intendanten Frank Castorf hat er an der Volksbühne gearbeitet. Er leitete unter anderem eine Nebenbühne, den Prater im Stadtteil Prenzlauer Berg. Pollesch schreibt auch selbst Stücke und arbeitete unter anderem in Stuttgart, Hamburg, Wien und Frankfurt. In Berlin inszenierte er zuletzt am Deutschen Theater "Cry Baby" mit Schauspielerin Sophie Rois und "Black Maria". Die Volksbühne hat turbulente Zeiten hinter sich. 2017 übernahm der Belgier Chris Dercon das Haus von Frank Castorf, der die Volksbühne ein Vierteljahrhundert geleitet hatte. Nach heftigen Protesten aus der Berliner Kulturszene entgegen, gab er nach weniger als einem Jahr wieder auf.

Niederländischer Dirigent Haitink beendet Karriere

Der niederländische Dirigent Bernard Haitink hat das Ende seiner aktiven Laufbahn angekündigt. Er werde am 6. September im schweizerischen Luzern sein letztes Konzert geben, sagte der 90-Jährige der niederländischen Zeitung "De Volkskrant". An diesem Samstag wird der Niederländer zum letztenmal im Amsterdamer Concertgebouw dirigieren, wo er 27 Jahre lang Chefdirigent war. Der Abschied schmerze auch, sagte er, aber die Gefühle behalte er für sich. Haitink dirigierte die führenden Orchester der Welt. Nach seinem Abschied aus Amsterdam 1988 leitete er 14 Jahre lang die Royal Opera in London. Er war musikalischer Leiter des Opernfestivals in Glyndebourne, Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra, der Staatskapelle Dresden und des Chicago Symphony Orchestra. Er ist Ehrenmitglied der Berliner Philharmoniker und des Chamber Orchestra of Europe.

Leipziger Jahresausstellung öffnet nach hitziger Debatte

Nach hitziger Debatte um einen AfD-nahen Künstler hat die 26. Leipziger Jahresausstellung mit einer knappen Woche Verspätung begonnen. Etwa 40 Personen besuchten die Ausstellung zur Eröffnung, sagte eine Sprecherin des gleichnamigen Vereins. Proteste habe es nicht gegeben. Eine Vernissage fand aus Sicherheitsbedenken nicht statt. Nicht ausgestellt werden die Bilder des umstrittenen Malers Axel Krause. Nach Ärger um politische Aussagen Krauses war dieser ausgeschlossen und die Schau zunächst abgesagt worden. Bis zum 30. Juni werden in der Leipziger Baumwollspinnerei nun Werke von 33 Künstlern gezeigt.

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