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Lesart / Archiv | Beitrag vom 02.08.2016

Buchempfehlungen August 2016Lesetipps der Literaturredaktion

Kim Kindermann im Gespräch mit Andrea Gerk

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Eine Frau mit Strohhut liest am Beckenrand eines Schwimmbeckens ein Buch. (imago / Westend61)
Unsere Buchempfehlungen August: Haben Sie schon die passende Urlaubslektüre? (imago / Westend61)

Jeden Monat veröffentlicht Deutschlandradio Kultur eine Liste mit fünf Buchempfehlungen. Die Bestenauswahl von Neuerscheinungen wird von unserer Literaturredaktion zusammengestellt. Diesmal dabei: Sebastião Salgado, Richard Swartz und Sabine Gruber.

Sebastião Salgado: "Exodus"
Taschen Verlag, Köln 2016
432 Seiten - 49,99 Euro
Jetzt da Europa seine Grenzen dicht macht und seinen Wohlstand verteidigt, kommt die Neuauflage dieses Fotoband-Klassikers genau richtig. Denn jedes dieser schwarz-weiß-Bilder erzählt eindringlich davon, warum Menschen fliehen: vor Krieg, Völkermord, Unterdrückung, Elend und Hunger. Erst wenn alle das wieder begreifen, kann es Lösungen geben. Eine unverzichtbare Publikation!

Richard Swartz: "Blut, Boden & Geld. Eine kroatische Familiengeschichte"
Übersetzt von Hedwig M. Binder
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016'
224 Seiten, 19,99 Euro
Sovinjak ist ein Dorf in Kroatien und Ausganspunkt dieses großartigen Buches: Von hier aus taucht man ein, in den Mikrokosmos der balkanischen Welt, wo Besitz durch Gewohnheitsrechte geregelt wird, staatliche Institutionen als Störenfriede gelten und Ideologien nur gestreift werden. Geschliffene Prosa - lehrreich und fesselnd.

Farhad Khosrokhavar: "Radikalisierung"
Übersetzt von Stefan Lorenzer
CEP Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2016
224 Seiten, 22 Euro
Wer verstehen will, was junge Menschen dazu bringt, in den Dschihad zu ziehen, der muss dieses Buch unbedingt lesen. Denn der Soziologe liefert nicht nur eine kenntnisreiche Gesellschaftsanalyse, sondern rückt die Radikalisierung in größere, auch historische Zusammenhänge: von den Assassinen im 11. Jahrhundert über den anarchistischen Terror des 19./20. Jahrhunderts bis heute.

Sabine Gruber: "Daldossi oder Das Leben des Augenblicks"
C.H.Beck Verlag, München 2016
315 Seiten, 21,95 Euro
Bruno Daldossi war Kriegsfotograf und wird die gesehen Grausamkeiten nicht mehr los. Als seine Freundin ihn dann noch verlässt, verliert er sich vollends. Wie Sabine Gruber es schafft, diese Figur lebendig werden zu lassen in all ihrer verzweifelten Zerrissenheit, das ist große Kunst. Spannend, klug, gefühlsstark.

Oliver Decker/ Falk Haberkorn/ Frank Berger: "Vom KZ zum Eigenheim. Bilder einer Mustersiedlung"
Verlag zu Klampen, Springe 2016
128 Seiten, 14,80 Euro
Tröglitz in Sachsen-Anhalt ist eine von den Nationalsozialisten geplante Siedlung zur Züchtung der "Herrenrasse". 2015 gab es dort einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft. Aber kann Architektur Gesinnung transportieren? Eine Spurensuche und ein überzeugendes Foto-Sachbuch.

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