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Kompressor | Beitrag vom 13.03.2019

Buch über Elmore LeonardDer Krimiautor, der Hollywood veränderte

Alf Mayer im Gespräch mit Gesa Ufer

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Der Schriftsteller Elmore Leonard sitzt auf einer Parkbank und schaut in die Kamera. (picture alliance / dpa / Leemage)
"Coolster Hipster der Kriminalliteratur": Elmore Leonard. (picture alliance / dpa / Leemage)

Mit seinen berühmten Dialogen inspirierte Elmore Leonard nicht nur Quentin Tarantino. Alle großen Hollywood-Schauspieler hätten sich darum gerissen, in Elmore-Leonard-Stoffen mitzuspielen, sagt Alf Mayer, Autor eines neuen Buchs über den "King of Cool".

Schreibe nie so, dass es geschrieben klingt. Fange ein Buch nie mit dem Wetter an. Lass alles draußen, was der Leser eh nicht liest. – Das sind drei seiner zehn Empfehlungen fürs Schreiben, die mittlerweile legendär sind. Notiert hat sie der Krimi- und Drehbuchautor Elmore Leonard schnell in einer Mittagspause, auf zwei Servietten, erzählt Alf Mayer, der nun gemeinsam mit seinem Co-Autor Frank Göhre das Buch "King of Cool" über Elmore Leonard geschrieben hat.

"Den coolsten Hipster der Kriminalliteratur" nannte ihn die "New York Times": 44 Romane und um die 50 Drehbücher hat Leonard verfasst. Viele von seinen Büchern gelten schon jetzt, sechs Jahre nach seinem Tod, als Klassiker der amerikanischen Literatur.

Als Tarantino einen Elmore-Leonard-Roman stahl

Zu Beginn seiner Karriere arbeite Leonard noch nebenberuflich als Werbetexter, sagt Mayer. Als Mitte und Ende der 50er-Jahre in Hollywood ein großer Hunger nach neuen Stoffen herrschte, begann er für das Kino zu schreiben. Vor allem Western-Geschichten waren damals angesagt. Und Leonard hatte schnell mit solchen Erfolg.

Ob Burt Lancaster, Clint Eastwood oder Charles Bronson: "All die großen Namen haben sich um Rollen in einem Elmore-Leonard-Stoff gerissen, weil er tolle Dialoge schreibt." Auch Schauspieler wie John Travolta oder George Clooney verdanken Leonard und seinen Filmstoffen ihr Comeback oder überhaupt erst ihren Aufstieg in Hollywood.

Vor allem Quentin Tarantinos Filme wären wohl andere, hätte es Leonards Romane nicht gegeben. Noch als bekannter Regisseur soll Tarantino sich damit gebrüstet haben, als Jugendlicher beim Diebstahl eines Leonard-Romans geschnappt worden zu sein.

"Kein Autor für Menschenfeinde"

"Diese Bücher sind einfach ein wirklicher Genuss", schwärmt Mayer. Er empfiehlt dringend, die Romane zu lesen und nicht nur die darauf basierenden Filme zu sehen. Schließlich sei das Buch das "originäre Werk". Allerdings dürfte vieles einem dabei bekannt vorkommen. Denn oft seien 80 Prozent der legendären Dialoge aus Leonards Romanen einfach so im Drehbuch übernommen worden.

Dabei geht es in Leonards Romanen meist um "eher kleinere Leute" – schlagfertige Schlitzohren, die sich in ungewöhnlichen Situationen bewähren müssen, ohne zu großen Helden zu werden. "Der Humor, der Witz, die Freude am Leben" kommt bei seinen Romanen "wirklich raus", sagt Mayer: "Das ist kein Autor für Menschenfeinde."

(lkn)

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