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Interview | Beitrag vom 10.04.2021

Brüder und SchwesternSeid barmherzig miteinander!

Inés Brock im Gespräch mit Ute Welty

Auf einem Bild des Malers Sturtevant J. Hamblin sind zwei Schwestern mit ihrem kleinen Bruder zu sehen. Es wurde um das Jahr 1850 herum gemalt. (picture alliance / dpa / Heritage Art / Heritage Images / Sturtevant J. Hamblin)
Zwei Schwestern und ihr kleiner Bruder: ein Bild des Malers Sturtevant J. Hamblin. (picture alliance / dpa / Heritage Art / Heritage Images / Sturtevant J. Hamblin)

Brüder und Schwestern begleiten sich das ganze Leben lang - ob sie wollen oder nicht. Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Inés Brock betont die Bedeutung der geschwisterlichen Beziehungen und wirbt für Nachsicht untereinander.

"Liebe und Rivalität" - so charakterisiert die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Inés Brock geschwisterliche Beziehungen. In der Pandemie sei die Bedeutung der familiären Beziehungen noch einmal enorm gestiegen, sagt sie. Dass Geschwister zur Kernfamilie dazugehörten, könne man jetzt sogar in einzelnen Verordnungen lesen.

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Die Beziehung zwischen Geschwisten im Kindersalter wachse ganz selbstverständlich und werde erst später reflektiert, so Brock. Es sei ein Vorteil, jederzeit jemanden zum Spielen zu haben. Zugleich sitze man aber auch aufeinander. Natürlich seien Einzelkinder auch in der Lage, soziale Beziehungen aufzubauen, so Brock. Sie bekämen das aber nicht mit der Muttelmilch mit.

"Dieses Miteinander, diese Intimität, aufeinander angewiesen zu sein und sich nicht trennen können, miteinander auskommen zu müssen, das formt die Konfliktfähigkeit", betont Brock am Weltgeschwistertag. Neben Zuwendung gebe es auch Konkurrenz unter Geschwistern. Zugleich könnten sich diese aber auch gegen die Eltern verbünden.

Kindheitsmuster mit einem Lächeln ertragen

In der Kindheit stritten und vertrügen sich Geschwister ganz selbstverständlich, in der Pubertät grenzten sie sich dann voneinander ab, lernten aber auch voneinander, sagt die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin. Für erwachsene Geschwister trete die familiäre Verbindung in den Vordergrund, und im Alter fänden sie dann oft noch einmal dichter zueinander - "und können ihre Muster aus der Kindheit vielleicht mit einem Lächeln ertragen".

"Seid barmherzig miteinander", rät Brock allen Brüdern und Schwestern: "Seid aufeinander stolz und freut euch an dem, was ihr habt." Streitigkeiten und Konflikte könne man entweder lösen oder im Nachhinein verarbeiten, betont sie. Es sei schade, wenn Geschwister so zerstritten seien, dass sie den Kontakt einschränkten. Innerlich trennen könnten sie sich ohnehin nie.

(ahe)

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