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Samstag, 17.04.2021
 
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Kulturnachrichten

Mittwoch, 7. April 2021

Britische Paläste öffnen wieder für Besucher

Die Paläste und Gärten der britischen Monarchie sind bald wieder für Besucher geöffnet. Sie waren wegen der Corona-Pandemie monatelang geschlossen. Laut einer Mitteilung des Royal Collection Trust können beispielsweise die Gärten des Buckingham-Palastes ab dem 17. April wieder besucht werden. Touren durch Schloss Windsor sollen ab Mitte Mai wieder stattfinden, genauso wie durch die Queen's Gallery im Buckingham-Palast. Bei allen Häusern und Gärten ist es notwendig, sich vorab ein Ticket zu buchen. Um den Besuch sicher zu machen, lassen die Häuser nur eine begrenzte Zahl an Gästen gleichzeitig zu.

Senta Berger berichtet von sexueller Belästigung

Die Schauspielerin Senta Berger hat nach eigener Aussage während ihrer Laufbahn mehrfach sexuelle Belästigung erlebt. In einem Interview mit der "Zeit" berichtet sie, der österreichische Schauspieler O. W. Fischer habe versucht, sie zu vergewaltigen. Außerdem habe er sie geschlagen und verletzt. Sie habe geschwiegen und die Dreharbeiten zu "Es muss nicht immer Kaviar sein" fortgesetzt. Der US-amerikanischen Produzenten Darryl Zanuck habe sie zu sich ins Hotelzimmer eingeladen und sie dann im Bademantel verfolgt. Der Schauspieler Kirk Douglas habe versucht, sie gegen ihren Willen zu küssen. Zur MeeToo-Bewegung sagte Berger, es werde zu viel über Sprache und Gendersternchen und zu wenig über die realen Verhältnisse gesprochen. Und zu viel über Schauspielerinnen und zu wenig über Putzfrauen oder Busfahrerinnen.

Pakistans Premier Khan in der Kritik

Pakistans Regierungschef Imran Khan steht in der Kritik, weil er den Kleidungsstil von Frauen für Vergewaltigungen verantwortlich gemacht hat. Mehrere Hundert Menschen unterzeichneten eine Online-Erklärung, in der Khans Kommentare als "faktisch falsch, unsensibel und gefährlich" bezeichnet werden. Der Regierungschef hatte in einem Fernsehinterview gesagt, die wachsende Zahl von Männern, die Frauen vergewaltigten, zeige, welche Folgen es habe, wenn in einer Gesellschaft die Vulgarität auf dem Vormarsch sei. Er riet Frauen, sich zu bedecken, um Männer nicht in Versuchung zu führen. In der Online-Erklärung heißt es, die Schuld liege allein beim Vergewaltiger und dem System, das den Vergewaltiger ermächtige, einschließlich einer Kultur, die durch Aussagen wie jener von Khan gefördert werde.

Ökumenischer Gottesdienst für die Corona-Toten

Vor dem zentralen Gedenkakt für die Corona-Opfer am 18. April findet in Berlin ein ökumenischer Gottesdienst statt. An ihm werden voraussichtlich auch Bundespräsident Steinmeier, Bundeskanzlerin Merkel und Hinterbliebene
teilnehmen. Der Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird live im Fernsehen übertragen. Neben der evangelischen und katholischen Kirche sollen auch Vertreter jüdischen und muslimischen Glaubens mitwirken. Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst findet ein zentraler Gedenkakt für die Corona-Toten im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin statt.

Pandemie leistet Antisemitismus im Internet Vorschub

Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr antisemitische Hassgefühle ins Internet verschoben. Das geht aus einer Studie der Universität von Tel Aviv hervor. Demnach sind die gewaltsamen Übergriffe auf Juden im Jahr 2020 in rund 40 Ländern zurückgegangen. Online habe antijüdischer Hass aber zugenommen, teilweise in Form von Verschwörungserzählungen, heißt es. Der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Mosche Kantor, sagte, er rechne damit, dass antisemitische Verschwörungstheorien zu körperlichen Angriffen auf Juden führen werden, wenn die Lockdowns zu Ende gehen.

Zilli Schmidt erhält Bundesverdienstkreuz

Bundespräsident Steinmeier zeichnet die Holocaustüberlebende Zilli Schmidt mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Steinmeier dankte der 96-Jährigen in einem handschriftlichen Brief für ihr Engagement als Zeitzeugin. Sie habe vom Leiden der Sinti und Roma unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft berichtet, heißt es darin. Auch heute sei Schmidt als unerschütterliche Kämpferin gegen Hass, Ausgrenzung und Rechtsextremismus zu erleben. Zilli Schmidt überlebte die Lager in Lety, Ravensbrück und Auschwitz-Birkenau, in das viele Angehörige der Sinti und Roma verschleppt wurden. Die Verleihung des Verdienstkreuzes sollte ursprünglich heute stattfinden - wegen der Corona-Pandemie wird der Termin verschoben.

Klage gegen Umbenennung des Kolumbus-Tages

In der US-amerikanischen Stadt Philadelphia klagen italienisch-stämmige Einwohner gegen die Umbenennung des Kolumbus-Tages. Der Bürgermeister der Stadt hatte den Feiertag in "Tag der Indigenen Völker" umgewandelt. In der Klageschrift heißt es, beide Gruppen verdienten Anerkennung. Bürgermeister Kenney könne aber nicht einfach zugunsten einer anderen ethnischen Gruppe italienisch-stämmige Amerikaner diskriminieren. Kenney erklärte, Christoph Kolumbus habe Indigene versklavt und sei verantwortlich für Gewalt bis hin zum Mord. Andere US-Städte wie Los Angeles, Denver und Austin haben den Kolumbus-Tag bereits umbenannt und stattdessen die Ureinwohner geehrt.

Streit um Impfpässe bei Kulturveranstaltungen

Ein Comedy Club in Liverpool hat eine Veranstaltung abgesagt, bei der die Teilnahme mit Corona-Impfpässen getestet werden sollte. Die Regierung habe nicht klargemacht, dass es bei dem Pilotprojekt um Impf-Nachweise gehe, sagte einer der Inhaber des Clubs. Tausende wütender Online-Nachrichten hätten den Club erreicht. Einer Mitteilung der Regierung zufolge hätte die Comedy-Nacht in Liverpool Mitte April die erste Veranstaltung sein sollen, bei der die Impfstatus-Pässe hätten getestet werden sollen. Die Regierung will solche Zertifikate nach israelischem Vorbild einführen, um Großveranstaltungen zeitnah wieder möglich zu machen. In Großbritannien wird über diese Zertifikate derzeit gestritten: Teile der Opposition, aber auch der konservativen Tory-Partei, halten ein solches System für diskriminierend und spaltend.

Facebook-Datenleck ist aufgeklärt

Das kürzlich publik gewordene Datenleck bei Facebook ist offenbar auf den Missbrauch einer Funktion im Jahr 2019 zurückzuführen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man die Lücke bereits kurz nach dem Auftreten des Problems geschlossen. Daher sei man zuversichtlich, dass die Schwachstelle, die es ermöglichte, diese Daten im Jahr 2019 zu bekommen, nicht mehr existiere, schrieb Facebook in einem Blogbeitrag. Insider berichteten vergangene Woche, dass nach einem Hackerangriff Telefonnummern und andere Details aus etwa 530 Millionen Nutzerprofilen in einer öffentlichen Datenbank verfügbar waren.

Steinmeier würdigt Hans Küng als brillanten Denker

Bundespräsident Steinmeier hat den verstorbenen Theologen Hans Küng als Vorbild eines Gelehrten und als brillanten Denker gewürdigt. Küng, der 93 Jahre alt wurde, galt als einer der bekanntesten Kirchenkritiker unter den katholischen Theologen und war jahrzehntelang Professor in Tübingen. Insbesondere seine Kritik am Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit hatte dazu geführt, dass ihm 1979 von der Deutschen Bischofskonferenz die kirchliche Lehrbefugnis entzogen wurde. Die evangelische Theologin Margot Käßmann sagte in unserem Programm, Küng sei auch heute noch wichtig für die Reformbewegungen in den Christlichen Kirchen. Außerdem habe er in seinem Wirken einen großen, ungeheuer wichtigen Bogen zum Dialog der Weltreligionen geschlagen.

Schauspielerin Grischa Huber gestorben

Die Theater- und Filmschauspielerin Grischa Huber ist tot. Sie starb im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit, wie ihre Tochter Muriel König der Deutschen Presse-Agentur sagte. Huber war Trägerin des Filmbandes in Gold für ihre darstellerische Leistung in dem Film "Unter dem Pflaster ist der Strand". Die gebürtige Polin startete ihre Karriere am Karlsruher Staatstheater. Sie spielte unter anderem am Münchner Residenztheater, in Köln, Mannheim, Bochum, Berlin und Hamburg. Auch in Fernsehen und Kino war Huber zu sehen, unter anderem in "Goethe" von Regisseur Phillipp Stölzl und "Hilde" von Kai Wessel.

Moderner Tanz und Flößerei als Kulturerbe nominiert

Deutschland hat der Unesco vorgeschlagen, den Modernen Tanz in Deutschland als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anzuerkennen. Gemeinsam mit Lettland, Österreich, Polen, Spanien und Tschechien nominiert Deutschland zudem die Flößerei für die internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes. Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Böhmer, sagte, der Moderne Tanz stehe für den kreativen Aufbruch der Goldenen Zwanziger. Bis heute sei er eng mit dem Kampf um Emanzipation und für eine offene, demokratische Gesellschaft verbunden. In der Flößerei spiegele sich unsere Wirtschaftsgeschichte. Ohne die Versorgung mit Floßholz wäre die Entwicklung vieler europäischer Städte nicht denkbar gewesen. Der zuständige Ausschuss der UN-Organisation entscheidet voraussichtlich Ende 2022 über die Anträge.

Walser hat keine Berührung mit der Corona-Welt

Der Schriftsteller Martin Walser hat das vergangene Corona-Jahr nach eigenen Angaben zurückgezogen von der Gesellschaft verbracht. "Ich habe keinerlei Berührung mit der gefährlichen Corona-Welt", sagte der 94-Jährige der Düsseldorfer Zeitung "Rheinische Post". Er sei immer für sich und verspüre keinen Grund, Kontakt zu haben. In seinem neuesten Buch, "Sprachlaub", das Walser im März veröffentlichte, thematisiert er das Alter, das Leben und den Tod. "In dem Augenblick, in dem ich schreibe, bin ich unsterblich", sagte er dazu. Die deutlichste Überwindung von Tod und Sterben sei für ihn das Schreiben. Darum sei das ganze Buch gewissermaßen im Präsens formuliert. "Nirgends ist Vergangenheit zu finden wie in einem Roman und einer Erzählung. Es sind alles unmittelbare Gegenwartsempfindungen."

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