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Freitag, 20.07.2018
 
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Feature | Sendung am 01.08.2018 um 00:05 Uhr

Bringt der Gesang der Vögel neue Arten hervor?Galapagos-Kreuzblende

Von Antje Vowinckel

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Bindenfregettvogels auf den Galapagos-Inseln.  (picture-alliance / dpa)
Bindenfregettvogel auf den Galapagos-Inseln (picture-alliance / dpa)

Als Charles Darwin die Galapagos-Inseln bereiste, entdeckte er Tierarten, die nur dort existierten und perfekt an ihre Umgebung angepasst waren. Sie inspirierten ihn zu seiner Evolutionstheorie. Später stellte sich heraus, dass auch Gesänge bei der Artenbildung eine Rolle spielen. Mutation durch Vogelgesang? Antje Vowinckel macht aus Vogelklängen und Aufnahmen mit dem Ornithologen Frank D. Steinheimer eine radiophone Versuchsanordnung.

Galapagos-Kreuzblende
Von Antje Vowinckel
Komposition und Realisation: die Autorin
Produktion: SWR 2017

Länge: 35'39

Das Stück simuliert eine 36-minütige Kreuzblende zwischen Feature und Klangkunst. Die Verwandlung geschieht sehr langsam.
Steinheimer spricht – ausgehend von den Galapagos-Inseln- über Artenbildung bei Vögeln und erklärt, wie neue Arten durch das Hören falscher Gesänge entstehen können. Die Originalaufnahmen von Finken aus dem Macauly Archiv, verselbständigen sich nach und nach und formieren sich zu musikalischen Texturen. Virtuelle Instrumente übernehmen die echten Vogelstimmen. Sie werden zur Projektionsfläche für imaginäre Arten und offene Fragen. Später steht auch die Evolution des Menschen zur Debatte. Steinheimer thematisiert die menschlichen Eingriffe in die eigene Keimbahn und erklärt, dass genetische Fehlbildungen für zukünftige klimatische Veränderungen einen Sinn haben. Bevor er seinen Erklärungen aber zu Ende bringt, wird er selbst klanglich verändert und verschwindet peu à peu. Die Entstehung von Arten vollzieht das Stück also auch selbst. Es entsteht am Ende ein Radio-Hybrid, der sich als neue Art/ neues Genre, nicht fortpflanzen wird….

Vom 21. -30. 9. läuft jeweils von 16-22h eine Mehrkanalinstallation des Stückes in der Galerie Meinblau, Berlin, im Rahmen des Dystopia-Festivals.

Antje Vowinckel lebt als Klangkünstlerin, Hörspielmacherin, Regisseurin und Musikperformerin in Berlin. Zahlreiche Preise, darunter Plopp-Award, Prix Europa und Karl-Sczuka-Förderpreis sowie Stipendien in den USA, Italien und Frankreich. 2017 realisierte sie in der Altstadt von Bukarest "Inside-out", eine Klanginstallation im öffentlichen Raum. Deutschlandradio sendete zuletzt "Melody minus one. Eine Jagd." (WDR Studio Akustische Kunst 2016).

Anschließend:
Evolutionsforschung heute
Von Dagmar Röhrlich
Produktion: HR 2009
Länge: 14'23

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