Montag, 10.12.2018
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. Juli 2018

Brief von Martin Luther wird in den USA versteigert

Auktionshaus hofft auf 300.000 Dollar Einnahmen

Ein Brief des Reformators Martin Luther könnte bei einer Auktion in den USA rund 300.000 Dollar einbringen. Luther habe den eine Seite langen Brief im September 1543 verfasst, teilte das Auktionshaus RR Auction in Boston mit. Adressat sei der Vorsteher der Nikolaikirche in Berlin, Georg Buchholzer, gewesen. Es geht in dem Brief um einen Streit zwischen Buchholzer und einem Brandenburger Kollegen um den Umgang mit Juden in der Gegend. Der Brief sei "außergewöhnlich gut erhalten", hieß es vom Auktionshaus. Luther gilt als zentrale Figur der Reformation, die zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte.

Streit in Wuppertal: Beirat des Tanztheaters tagt

Intendantin Adolphe Binder in der Kritik

Der Beirat des Tanztheaters Pina Bausch in Wuppertal hat sich getroffen, um über die Zukunft der Intendantin Adolphe Binder zu beraten. Der künstlerischen Leiterin der Kompanie werden laut Medienberichten Fehlverhalten und Mobbing vorgeworfen. Vor der Sitzung sagte Wuppertals Kulturdezernent Matthias Nocke, über das Ergebnis des Treffens solle zunächst Stillschweigen bewahrt werden. Möglicherweise werde es noch keine Entscheidung geben. Der Beirat des weltberühmten Tanztheaters ist ein Kontrollgremium. Ihm gehören unter anderem Vertreter des nordrhein-westfälischen Kulturministeriums, der Pina Bausch Foundation, Oberbürgermeister Andreas Mucke und Nocke an. Vertreter der Stadt hatten deutlich gemacht, dass die unklare Situation rasch beendet werden solle. Die Vorhaltungen waren durch Medienberichte öffentlich geworden.

Bundesregierung kritisiert China

Regierungskritiker zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt

Die Bundesregierung hat die Haftstrafe für den chinesischen Regierungskritiker Qin Yongmin kritisiert. Das Urteil verstärke ihre Sorge um die Menschenrechtslage in China, sagte die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler. Ein Gericht hatte den 64-Jährigen heute wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Qin engagiert sich seit Jahrzehnten für Bürgerrechte und demokratische Reformen in China und hat deswegen bereits 22 Jahre im Gefängnis verbracht. "Ich fordere die chinesische Regierung auf, Qin Yongmin umgehend freizulassen", sagte die SPD-Politikerin.

Gehaltsschere: Bei der BBC dominieren Männer

Frauen und Männer noch nicht gleichauf

Bei der BBC dominieren noch immer Männer das Feld der Spitzenverdiener. Das geht aus einer Liste des britischen Senders mit den bestbezahlten Jobs hervor. Am meisten verdiene Fußballmoderator Gary Lineker, teilte die BBC mit. Er erhielt demnach rund 1,75 Millionen Pfund (knapp zwei Millionen Euro). Jüngst erfolgte Änderungen gebe die Liste nicht wieder, erklärte der Sender. Aufgeführt seien Gehälter bis April. Innerhalb des vergangenen Jahres sei die Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern um fast ein Fünftel verringert worden. Die BBC musste sich des Themas annehmen, nachdem eine ranghohe China-Korrespondentin des Senders ihren Job Anfang des Jahres öffentlichkeitswirksam aus Protest gegen die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern gekündigt hatte. In den vergangenen zwölf Monaten gab die BBC Gehaltskürzungen bei einigen ihrer männlichen Stars bekannt.

Sorge um maroden Taj Mahal

"Lethargie" und "Gleichgültigkeit"

Der desolate Zustand des weltberühmten Taj Mahal hat Indiens Oberste Richter auf den Plan gerufen. Das Oberste Gericht forderte die Regierung auf, mehr für den Schutz des Weltkulturerbes aus weißem Marmor zu tun, berichtet die "Times of India". Die Juristen warfen der Zentral- sowie der Lokalregierung "Lethargie" und "Gleichgültigkeit" vor. Im Mai hatte sich das Oberste Gericht über die Farbe des Mausoleums besorgt geäußert. Wegen der massiven Luftverschmutzung in und um die Stadt Agra, wo der Taj Mahal steht, habe sich dessen Marmorfassade von Perlweiß zu einem grünlichen Braun verändert, klagten die Richter. Weil der Fluss Yamuna, an dessen Südufer das Grabmal steht, fast ausgetrocknet ist, fürchten Experten außerdem um die Stabilität des Gebäudes, dessen Fundament aus Holz besteht. Das Mausoleum zieht jedes Jahr acht Millionen Besucher an.

Niederlage für Stiftung im Streit um Welfenschatz

Berufung in Teilen gescheitert

Im Rechtsstreit um den millionenschweren "Welfenschatz" hat die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine Niederlage einstecken müssen. Ein Berufungsgericht in den USA hat entschieden, eine in den USA eingereichte Klage auf Herausgabe des Schatzes zuzulassen. Im Februar 2015 hatten die Nachfahren zweier deutsch-jüdischer Kunsthändler in den USA eine Klage gegen die Stiftung sowie gegen die Bundesrepublik Deutschland auf Herausgabe des ursprünglich aus Braunschweig kommenden Welfenschatzes eingereicht. Am 31. März 2017 ließ ein Gericht in Washington D.C. die Klage in erster Instanz in Teilen zu. Gegen dieses Urteil legte die Stiftung einen Monat später Berufung ein. Das Berufungsgericht entschied nun, die Klage gegen die Bundesrepublik abzuweisen, die Klage gegen die Stiftung hingegen zuzulassen.

Praemium Imperiale an Deneuve und Muti

"Nobelpreis" der Kunst

Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und der italienische Dirigent Riccardo Muti werden für ihr Lebenswerk mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet. Der japanische Preis gilt als der „Nobelpreis der Kunst. Verliehen wird er in fünf Kategorien an bahnbrechende Künstler, deren Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert. Er geht in diesem Jahr außerdem an den belgischen Maler Pierre Alechinsky, die japanische Bildhauerin Fujiko Nakaya und den französischen Architekten Christian de Portzamparc. Die Japan Art Association stiftet seit 30 Jahren den Preis, der am 23. Oktober in Tokio verliehen wird. Jeder Preisträger erhält umgerechnet gut 116 000 Euro.

"Alternativer Literaturnobelpreis" ins Leben gerufen

Online-Abstimmung entscheidet über Vergabe von 100.000 Euro Preisgeld

Schwedische Autoren, Schauspieler, Regisseure und Journalisten haben die "Neue Akademie" ins Leben gerufen, die in diesem Jahr einen "Alternativen Literaturnobelpreis" vergeben will. 47 Autoren stehen auf einer Liste, über die bis Mitte August weltweit online abgestimmt werden kann. Darunter sind Namen wie Margaret Atwood, Ian McEwan, Amos Oz, Patti Smith oder J.K. Rowling. Aus den drei Meistgewählten und einem nur von Bibliothekaren bestimmten Kandidaten wählt dann eine fünfköpfige Fachjury den Preisträger oder die Preisträgerin. Das Preisgeld von 100.000 Euro wurde durch Crowdfunding gesammelt. Die Aktion will ein Zeichen gegen die Zwangspause des echten Preises setzen. Hintergrund ist der Skandal um sexuelle Belästigungen bei der Schwedischen Akademie. Der Preis soll, wie die regulären Nobelpreise, am 10. Dezember in Stockholm vergeben werden.

Neuer Betreiber für Schloss Wiepersdorf gesucht

Wegen Sanierungsarbeiten geschlossen

Das Brandenburger Kulturministerium sucht nach einem neuen Betreiber für den einstigen "Musentempel der Romantik": Schloss Wiepersdorf, einstiger Wohnsitz des Dichterpaars Achim und Bettina von Arnim in der Zeit der Romantik und späterer Künstlertreff in Zeiten der DDR bis heute, soll vom 1. August an wegen Sanierungsarbeiten geschlossen werden. Ein Weiterbetrieb als Künstlerhaus sei von 2020 an geplant, sagte der Sprecher des Kulturministeriums, Stephan Breiding. Auf Schloss Wiepersdorf lebten und arbeiteten bisher jedes Jahr von Frühling bis Herbst rund ein Dutzend Stipendiaten aus den Sparten Bildende Kunst, Literatur, Geisteswissenschaften und Musik.

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