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Donnerstag, 15.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 5. Februar 2018

Bremer Theater erinnert an Tod von Condé

Die Polizei hatte ihn gezwungen, Brechmittel zu nehmen

Ein mobiler Gedenkort erinnert vor der Kassenhalle des Bremer Theaters am Goetheplatz an den Tod von Laye-Alama Condé, der 2005 nach einem zwangsweisen Brechmitteleinsatz der Polizei starb. Dem Theater als Ort politischer Auseinandersetzungen und des öffentlichen Gedenkens sei es ein Anliegen, die Installation zu beherbergen, sagte Intendant Michael Börgerding. Das solle geschehen, so lange es noch keinen dauerhaften Gedenkort in der Stadt gebe. Menschenrechter fordern seit Jahren ein Mahnmal mit festem Standort, das an den westafrikanischen Flüchtling erinnert. Ein Arzt hatte Condé am 27. Dezember 2004 im Auftrag der Polizei zwangsweise Brechmittel und mehrere Liter Wasser eingeflößt. Er wollte damit an verschluckte Drogenkügelchen gelangen. Auch nachdem der Mann aus Sierra Leone bewusstlos wurde, setzte der Arzt die Prozedur fort. Wenig später fiel der 35-jährige Flüchtling ins Koma. Am 7. Januar 2005 starb er.

Fotograf Stefan Moses gestorben

Der "Porträtist der Deutschen" fotografierte u.a. Adorno, Frisch und Aichinger

Wie erst jetzt bekannt wurde ist der Fotograf Stefan Moses am Samstag im Alter von 89 Jahren gestorben. "Den großen Porträtisten der Deutschen" hat ihn der Publizist Christoph Stölzl genannt, er selber sah sich eher als Handwerker, der auch in Zeiten der Farbfotografie dem Schwarz-Weiss den Vorzug gab. "Mit Stefan Moses verliert Deutschland nicht nur einen großen Fotografen, sondern einen seiner bedeutendsten Chronisten, würdigte ihn Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann Moses als Theaterfotograf am Nationaltheater in Weimar. Seit 1950 lebte er in München, wo er durch seine Reportagen für den Stern erste Bekanntheit erlangte. Die Porträts zahlreicher Persönlichkeiten wie Thomas Mann, Ilse Aichinger, Erich Kästner, Peggy Guggenheim, Theodor W. Adorno, Otto Dix, Max Frisch oder Martin Mayer machten Stefan Moses zum Chronisten der Bundesrepublik. Seit 1994 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München, 2001 erhielt er den Ehrenpreis der Stankowski-Stiftung und 2004 das Bundesverdienstkreuz.

Paul Simon kündigt Abschiedstournee an

76-Jähriger will mehr Zeit mit der Familie verbringen

Nach 50 Jahren mit Auftritten in aller Welt hat der legendäre US-Sänger Paul Simon das viele Reisen satt. Er werde im Frühjahr ein letztes Mal auf Konzertreise gehen und ab dem 16. Mai in Nordamerika und Europa auftreten, hieß es in einer Botschaft des 76-Jährigen an seine Fans. Das letzte Konzert dieser Tournee werde er dann am 15. Juli im Londoner Hyde Park spielen. Seit dem Tod seines langjährigen Bandkollegen Vincent N'guini im Dezember habe er über einen Rückzug nachgedacht, erklärte Simon. Die Zeit, die er während Tourneen nicht mit seiner Frau und seiner Familie verbringen könne, trübe den Spaß des Auftretens. Simon ist seit 1992 mit der texanischen Folk-Sängerin Edie Brickell verheiratet, das Paar hat drei Kinder.

Serebrennikow stellt trotz Hausarrest Film fertig

Rechteverkauf von "Leto" startet auf der Berlinale

Trotz Hausarrest in Moskau hat der wegen Unterschlagung angeklagte russische Regisseur Kirill Serebrennikow seinen neuen Film "Leto" (Sommer) fertiggestellt. Der Rechteverkauf an dem Drama über den früh gestorbenen sowjetischen Rockstar Viktor Zoi solle bei der am 15. Februar beginnenden Berlinale starten, sagte Produzent Ilja Stewart. Serebrennikow habe den Film am heimischen Computer geschnitten, ohne gegen die gerichtlich verhängte Abschottung zu verstoßen, betonte ein Vertrauter. Der PC sei nicht ans Internet angeschlossen gewesen, sagte er laut Agentur Interfax. Die russische Justiz wirft dem international anerkannten Theater- und Filmemacher vor, 133 Millionen Rubel (knapp zwei Millionen Euro) Fördergeld unterschlagen zu haben. Serebrennikow weist die Vorwürfe zurück. Er war im August 2017 bei den Dreharbeiten nahe St. Petersburg festgenommen worden. Ein Haftrichter verhängte Hausarrest gegen ihn, der seitdem mehrmals verlängert wurde.

Deutscher Beitrag für Architekturbiennale vorgestellt

Städtebauliche Entwicklung auf dem früheren Todesstreifen soll gezeigt werden

28 Projekte für 28 Jahre seit dem Mauerfall - der deutsche Beitrag zur Architekturbiennale in Venedig befasst sich mit der Geschichte von deutscher Teilung und Heilung. Gezeigt werden solle die städtebauliche Entwicklung auf dem früheren Todesstreifen, dem einst "beispiellosen Leerraum", betonten die Kuratoren in Berlin. Es sind die frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, und das Berliner Büro Graft mit den Architekten Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit. Bei der Präsentation ihrer Vorstellungen für die Ausstellung "Unbuilding Walls" betonten sie, es gehe auch um heutige Grenzmauern, Abgrenzung sowie die Mauer in den Köpfen. Neben Fotos, Modellen und Texten sind demnach auch Interviews zum Leben mit Mauern geplant. Die 16. Architekturbiennale ist vom 26. Mai bis zum 25. November geplant.

Klaas Heufer-Umlauf mit Late-Night-Show

Ab Mitte März soll sie wöchentlich gesendet werden

Klaas Heufer-Umlauf geht Mitte März mit seiner neuen Late-Night-Show auf Sendung. Das Multitalent, in der Vergangenheit meist an der Seite von Joko Winterscheidt in Shows wie "Circus HalliGalli" zu sehen, bekommt bei ProSieben am späten Montagabend nun Zeit für seine Sendung "Late Night Berlin". Premiere ist am 12. März um 23.00 Uhr. Heufer-Umlauf kommentiert dann Themen aus Popkultur, Politik, Musik, Sport, Gesellschaft und Medien, wie ProSieben mitteilte, "ganz subjektiv". Die neue Late-Night-Show wird in Berlin produziert und soll wöchentlich zu sehen sein. Zu ihr gehören nach Angaben des Senders auch Musik-Acts und eine Studioband.

Kreml-Kritiker bekommt Menschenrechtspreis

Kara-Mursa, russischer Journalist, wird für seinen Mut ausgezeichnet

Der russische Journalist und Kreml-Kritiker Wladimir Kara-Mursa wird von der Menschenrechtskoalition "Geneva Summit for Human Rights and Democracy" ausgezeichnet. Das teilte die Koalition aus 25 Menschenrechtsorganisationen mit. Sie würdigt Aktivisten für ihren Mut, sich trotz Bedrohung für Menschenrechte einzusetzen. Frühere Preisträger waren der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi und der chinesische Anwalt Chen Guangcheng, der 2012 in die US-Botschaft geflüchtet war und ausreisen durfte. Kara-Mursa habe im Widerstand gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich große Opfer gebracht, sagte Hillel Neuer, Direktor von UN Watch, einer der Menschenrechtsorganisationen in der Koalition, zur Begründung. Er verfolge trotzdem weiter den Traum eines freien und demokratischen Russlands. Kara-Mursa war vor einem Jahr mit einer schweren Vergiftung auf der Intensivstation. Die Umstände sind nicht geklärt. Bereits 2015 überlebte der Kreml-Kritiker nach eigenen Angaben nur knapp eine Vergiftung.

Italien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Die Vereinbarung für 2023 wurde heute in Rom unterzeichnet

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2023 wird Italien sein. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Vertreter der Buchmesse und des italienischen Kulturministeriums in Rom, wie die Behörde mitteilte. Die Italiener hätten mit ihrem Konzept "basierend auf Tradition, dem kulturellen Erbe und ihrem Elan für die Zukunft" überzeugt, so der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos. Der italienische Buchmarkt habe zu neuem Optimismus und "allerorten positiver Energie" zurückgefunden. Italiens Kulturminister Dario Franceschini sagte, Ehrengast der Buchmesse zu sein habe eine starke symbolische Bedeutung und würdige die "Lebendigkeit und Stärke der kulturellen Kraft" des Landes sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Buchmarkts. Für die italienischen Verleger sei dies eine "enorme Chance", die sicher genutzt werde.

Berliner Mauerfund soll Denkmal werden

Es sei ein einzigartig historisches Dokument

Das kürzlich in einem Waldstück wiederentdeckte Stück Berliner Mauer soll als Denkmal erhalten werden. Wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur mitteilte, leitete das Landesdenkmalamt ein entsprechendes Verfahren zur Bewahrung der alten Ziegelmauer nahe dem S-Bahnhof Schönholz ein. Zwei Wochen zuvor hatte der Berliner Hobbyhistoriker Christian Bormann seine Entdeckung öffentlich gemacht. Mit der Bekanntgabe bestätigte die Senatsverwaltung auch offiziell die Echtheit des nach Bormanns Angaben 80 Meter langen Mauerstücks im Berliner Norden. Ursprünglich habe die Ziegelmauer Grundstücksparzellen vom benachbarten Bahnhof getrennt, teilte der Senat mit. Im Zuge des Mauerbaus am 13. August 1961 sei die Mauer mit Sperrelementen versehen worden, um Fluchtversuche zu verhindern. Kultursenator Klaus Lederer sprach von einem einzigartigen historischen Dokument der Teilung der Stadt. Die Bekanntgabe der Entscheidung zum Denkmalschutz fiel auf den sogenannten Zirkeltag: Am 5. Februar 2018 war der Mauerfall 28 Jahre und 88 Tage her. Genauso lange stand die Berliner Mauer.

Frau bei Fastnachtszug in Hexenkessel geraten

Die Polizei ermittelt

Nach schweren Verletzungen einer jungen Frau bei einem Fastnachtsumzug in Baden-Württemberg ermittelt die Polizei wegen schwerer Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. Die 18-Jährige war am Samstag in Eppingen bei Heilbronn in einen Hexenkessel mit heißem Wasser geraten und hatte sich dabei schwere Verbrühungen an den Beinen zugezogen. Der Kessel hatte demnach über einer offenen Feuerstelle auf einem Wagen gestanden, der von mehreren Menschen gezogen wurde. Diese seien nach dem Vorfall einfach weitergegangen, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Eine Zuschauergruppe habe die 18-Jährige, vermutlich im Scherz, zur Hexengruppe getragen, sagte eine Sprecherin der Heilbronner Polizei. Derzeit werde noch geklärt, ob ein solches offenes Feuer beim Faschingsumzug überhaupt erlaubt gewesen sei.

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