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Breitband | Beitrag vom 25.04.2015

Breitband²Das Leben ist ein Spiel

Gaming, Geeks, Gesellschaft: der Computerspiele-Talk

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Sich in die nächtliche Angstwelt eines Kleinkindes versetzen, das zwischen Schlafen und Wachsein schwebt. Nachempfinden, was Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen fühlen. Und sich mit einem NSA-Mitarbeiter identifizieren, der zwischen Vaterlandsrethorik und iranischer Überwachung pendelt - all das ist möglich in Computerspielen, deren virtuelle Welten heute realer und vielschichtiger denn je sind.

Die Gamesbranche gibt sich in diesen Tagen auf der International Games Week in Berlin die Klinke in die Hand, und wie in den letzten Jahren lauten auch dieses Mal die wichtigsten Fragen: Wie sehr verändert neue Technik wie in Virtual Reality-Brillen oder Augmented Reality-Games die Spieleentwicklung und -kultur? Welche Neuerungen gibt es, was setzt sich nicht durch? Und - besonders auf dem Nebenfestival A Maze diskutiert - wie ist das Verhältnis zwischen großen, kommerziellen Spieleentwicklern und der unabhängigen Indie-Szene?

In unserem Breitband²-Talk geht es dieses Mal um genau diese Fragen, doch abseits von den großen Themen der Games Week wollen wir die verschiedenen Entstehungsmöglichkeiten eines Spiels und die gesellschaftlichen Aspekte des aktuellen Gaming-Status Quo diskutieren:

Was passiert auf dem Weg von einer Idee bis zum fertigen Spiel - und wie sieht so eine Entwicklung gerade in der Indie-Szene aus? Welche Hürden müssen unabhängige Entwicklerfirmen nehmen und was sollte ein Game-Designer heute können - ist er gefragter Popstar oder schlichter Handwerker? Und apropos "er": Sind Frauen in der Gamesbranche noch immer so rar?

Außerdem widmen wir uns der Frage, was ein gutes Spiel eigentlich ausmacht und wie dies mit dem heutigen Narrativ und der Technik der Games zusammenhängt - und neben all der Theorie soll natürlich auch praktisch gespielt werden: Wir testen Spiele mit politischer Botschaft, empathischem Anspruch und solche, die sich einfach verselbstständigen.

Zu Gast im Studio bei Philip Banse sind Jana Reinhardt, Gamedesignerin beim selbst gegründetenen Rat King Entertainment und frische Gewinnerin des deutschen Computerspielpreises 2015 in der Kategorie bestes Jugendspiel für "TRI", sowie Marcus Richter, Breitband-Kollege, Radiojournalist und Game-Experte.

In der Sendung besprochene und angespielte Games:

TRI - Gewinner des deutschen Computerspielpreises 2015 in der Kategorie bestes Jugendspiel

TouchTone - NSA-kritisches Spiel für iOS

Frontiers - versetzt Spieler drastisch in die Haut von Flüchtlingen an EU-Grenzen

Outcasted - VR-Spiel über das Leben aus Perspektive eines ignorierten Obdachlosen

Among the Sleep - Horrorgame aus Perspektive eines 2-Jährigen bei Nacht

Life ist Strange - Paradebeispiel eines Serien-Games

Weiterführende Links:

Berechnungen ergeben einen Anstieg des Umsatzes der Berliner Games-Branche um 122 Prozent zwischen 2004 und 2012

Der Economist listet auf, was an Spielentwicklung so teuer ist

Hintergrund zu Gamergate

Requiem-Podcast zum Abschalten der virtuellen Welt von Sims Online bei «99% invisible»

Musik am Ende der Sendung: dr_nothings - Glasshole Anthem (CC BY-SA)

Redaktion: Meike Laaf
Web: Miriam Sandabad

Foto von Surian Soosay, CC BY 2.0

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