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Breitband | Beitrag vom 17.01.2015

Breitband²Alles Lüge?

Medien in der Vertrauenskrise

Kaum haben sich die Emotionen nach dem Attentat auf Charlie Hebdo gelegt, erhitzen sie sich wieder: Zwei Dutzend Regierungschefs stellten sich diese Woche in Paris auf die Straße, um gegen die Attentate auf Charlie Hebdo zu protestieren. Auf vielen Pressefotos und auch in der Tagesschau sah es so aus, als hätten die Staatenlenker den Zug der Millionen Menschen hinter ihnen angeführt. Später zeigte sich: Merkel, Hollande und Co. sind zwar auf der selben Straße gelaufen wie die Menschenmassen - aber weit vorne weg, abgeschirmt von Sicherheitskräften. Und wieder brach eine hitzige, mitunter gar hasserfüllte Diskussion los, wie wir sie in den letzten Monaten immer öfter lesen und hören: Die Medien hätten sich verschworen, man könne Journalisten nicht trauen, und überhaupt sei das doch alles eine einzige "Systempresse".

Passend dazu wurde diese Woche das nationalsozialistische Kampfwort "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres gekürt. Unbestritten ist: Das Vertrauen der Deutschen in "die Medien" sinkt, und zwar seit Jahren, wie Umfragen zeigen. Die Berichterstattung zu politischen und gesellschaftlichen Themen wie etwa dem Ukrainekonflikt oder der Pegida-Bewegung wird von immer mehr Menschen kritisiert oder gar als unwahr bezeichnet. Gleichzeitig droht das Netz zum Vehikel von Desinformation zu werden: Algorithmen sorgen dafür, dass jeder, der will, auch in seiner persönlichen Filterblase schwimmt und andere Meinungen nicht wahrnimmt - so auch Medienvertreter. Und in sozialen Medien emanzipieren sich Nutzer vom herkömmlichen Journalismus.

Was ist passiert in der Beziehung zwischen den Medien und ihren Rezipienten? Wie ist es zu dieser Vertrauenskrise gekommen und was kann oder muss passieren, dass der Bruch in der journalistischen Glaubwürdigkeit wieder gekittet werden kann?

In unserer Talkausgabe spricht Philip Banse mit seinen Gästen über die Argumente von berechtigter Medienkritik und ihrer Abgrenzung zu Verschwörungen, über die nötige Unabhängigkeit von Journalisten und über den Dialog zwischen Medienschaffenden und -konsumenten.

Mit Philip Banse diskutieren:

Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft in Tübingen. Er beobachtet eine Medienverdrossenheit ebenso wie eine Publikumsverachtung.

Martin Giesler, Redakteur bei heute.de vom ZDF, Herausgeber des Social Media Watchblogs und Teil der Berliner Blogrebellen. Er beschäftigt sich mit der Zukunft des Journalismus in der Schnittstelle zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und digitalen Medien.

Christian Humborg, Geschäftsführer der Recherche- und Journalismusplattform CORRECT!V. Dort will er mit Transparenz die Lücken in der herkömmlichen Berichterstattung füllen.

Redaktion: Meike Laaff.

Foto via Twitter: @welt

 

 

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