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Breitband | Beitrag vom 11.07.2020

Breitband SendungsüberblickThemen, die niemals enden, und wie man mit ihnen umgeht

Moderation: Vera Linß und Marcus Richter

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Ein, in sich verdrehter, Ring aus Papier als Symbol für Unendlichkeit (imago images / Panthermedia / Nomad Soul)
Ein in sich verdrehter Ring aus Papier: Es wächst das Bewusstsein, dass die Pandemie lange dauern wird, das Bewusstsein der Unendlichkeit. (imago images / Panthermedia / Nomad Soul)

Rund um Covid-19 ändern sich Fakten gefühlt fast täglich. Wie sollten Medien damit umgehen? Außerdem: Egal ob Router oder Smart-TVs: Unser Alltag ist geprägt von Produkten, deren Nutzung oft gegen unser Eigeninteresse verstößt.

Langsam schleicht sich Gewissheit ein: Die Corona-Pandemie wird uns noch lange begleiten. Bei vielen Menschen erzeugt das ein Gefühl von Verunsicherung, da noch so viel über das Virus ungewiss ist. Hinzu kommt das Bewusstsein über die Unendlichkeit: Diese Pandemie, die wir jetzt erleben, hört vielleicht nie auf und könnte unser Leben für immer verändern. Doch warum ist die Unmöglichkeit, ein Thema abzuschließen und zur Tagesordnung übergehen zu können, so eine Herausforderung für unser Denken und Fühlen? Und wie können wir dem begegnen? Darüber sprechen wir mit der Kulturhistorikerin Ute Frevert und dem Autor Robin Detje.

Zudem stellen wir die Frage: Was bedeutet die aktuelle Situation für die Medien? Die Medien, die ja eher das Abgeschlossene mögen; die klar abgrenzbare Geschichte; die abschließende Erklärung, die schnelle Schlagzeile. Wenn wir jetzt in eine Realität mit offenem Ausgang eintreten, die wir – zwangsläufig – viel prozesshafter wahrnehmen, müssen sich dann auch die Medien umstellen – mit ihren Formaten, vielleicht auch mit ihren Geschäftsmodellen? Dazu befragen wir die Medienpsychologin Maren Urner.

Die Problematik von Alltagstechnik

Wer heute einen Fernseher kauft, kommt an den mit dem Internet verbundenen Smart-TVs kaum vorbei. Die sind zwar praktisch, verkaufen aber auch personenbezogene Daten an Werbefirmen, um den Preiskampf der Produkte zu finanzieren – oft wird sich dabei die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht eingehalten.

Wie oft denken Menschen über ihre Router nach? Diese kleine, meistens graue Box, aus der das Internet kommt und mit der man nur interagiert, wenn das WLAN mal wieder nicht funktioniert und man den Stecker aus- und wieder einstecken muss. Vermutlich nie. Dabei sind sie ein wichtiges Sicherheitsinstrument, schließlich gehen dort alle unsere Daten ein und aus. Und genau dieses Tor ist nach aktuellen Erkenntnissen des Fraunhofer Instituts meist eher ein niedriger Maschendrahtzaun, was die tatsächliche Schutzfähigkeit angeht.

Das sind nur zwei Beispiele, wie unser Konsum- und Nutzungsverhalten oft nicht mit unseren Ansprüchen übereinstimmt. Gleichzeitig sind wir oft zu Müde, um uns mit wirklich allem auseinanderzusetzen. Wir werfen ein Blick auf die Konsequenzen, die unsere Bequemlichkeit mit sich bringt.

Dazu haben wir mit dem Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt; mit dem Leiter der Abteilung "Cyber Analysis & Defense" am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie, Elmar Padilla; mit dem Senior Policy Advisor bei der Zivil- und Menschenrechts-Organisation European Digital Rights (EDRi), Jan Penfrat; und mit Stefan Ullrich, dem Leiter der Forschungsgruppe "Verantwortung und das Internet der Dinge" am Weizenbaum Institut gesprochen.

Das Team

Moderation: Vera Linß und Marcus Richter
Redaktion: Vera Linß, Marcus Richter und Jana Wuttke
Webredaktion: Hagen Terschüren

(hte)

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