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Breitband | Beitrag vom 04.07.2020

Breitband SendungsüberblickSoziale Netzwerke gegen Hassrede – Einsicht oder Opportunismus?

Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher

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Ein Eintrag in einer Broschüre zum Thema "Hassrednerinnen und Hassredner stummschalten, Hassredebeiträge löschen/ausblenden". (Unsplash / Mika Baumeister)
Mit ihrem Vorgehen gegen rechten Hass sind die großen Social-Media-Plattformen von ihrem US-amerikanischen Ideal der freien Meinungsäußerung abgewichen. (Unsplash / Mika Baumeister)

Die großen Tech-Konzerne haben Schritte eingeleitet, um stärker gegen Hass im Netz vorzugehen. Doch sind sie wirklich davon überzeugt? Außerdem: Die ausbleibende Debatte über das neue BKA-Gesetz und die Frage, ob aktuelle Videospiele nicht zu lang sind.

Facebook, Youtube, Reddit und Twitch: Vier der größten Social-Media-Plattformen im Internet haben in dieser Woche Nutzerinnen und Nutzer oder gleich ganze Foren rausgeworfen, die vor allem rechten Hass verbreitet haben – beim Livestreaming-Dienst Twitch sogar den US-Präsidenten Donald Trump.

Damit ist genau das passiert, wogegen sich die großen Plattformen immer gewehrt haben: Sie haben einen Standpunkt bezogen, der von dem US-amerikanischen Ideal der freien Meinungsäußerung abweicht. Doch was hat dazu geführt, dass so viele von ihnen auf einmal diesen Schritt gewagt haben? Haben sich die Überzeugungen der Entscheider geändert, oder geht es darum, für Werbetreibende attraktiver zu wirken? Schließlich haben gerade viele große Unternehmen einen Boykott von Facebook angekündigt.

Darüber sprechen wir mit Dr. Gisela Schmalz, Professorin für Strategisches Management und Wirtschaftsethik. In ihrem Buch "Mein fremder Wille" beschäftigt sie sich mit der Macht US-amerikanischer und chinesischer Tech-Konzerne.

Es gibt ein neues BKA-Gesetz und niemand schaut hin

Mitte Juni hat der Bundestag das "Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität" beschlossen, das die Befugnisse des Bundeskriminalamtes stark erweitert. So können Diensteanbieter unter anderem zur Herausgabe von Passwörtern und weiteren personenbezogenen Daten gezwungen werden.

Trotz dieser Eingriffe in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger wird über das Gesetz, das durch die Große Koalition mit Enthaltung von Grünen und FDP und Gegenstimmen der Linken und AfD beschlossen wurde, medial nur wenig diskutiert. Dabei sind die neuen Befugnisse sehr weitreichend, wie wir im Gespräch mit Anke Domscheit-Berg klären. Sie ist parteilose Bundestagsabgeordnete der Linken-Fraktion. 

Sind Videospiele zu lang?

Der große Videospielhype des Moments ist das Actionspiel "The Last Of Us: Part II", das zwar einerseits einhellig gute Kritiken bekommt, aber andererseits auch einige Kontroversen losgetreten. Eine davon ist die These, dass Spiele zu lang geworden sind, die von Games-Journalist Jason Schreier und dem ehemaligen Playstation-Chef Shawn Layden aufgestellt wurde. So ist der zweite Teil von "The Last Of Us" circa doppelt so lang wie sein Vorgänger.

Dennis Kogel berichtet über die Debatte, in der auf der einen Seite zwar mehr Spielzeit fürs Geld steht, auf der anderen Seite aber erhöhte Produktionskosten und Geschichten, die durch ihre Länge langweilen und ältere Spielerinnen und Spieler ausschließen könnten.

Das Team

Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher
Redaktion: Marcus Richter, Dennis Kogel und Jana Wuttke
Vorsetzer für soziale Netze: Matthias Finger
Netzkultur: Dennis Kogel
Webredaktion: Hagen Terschüren

(hte)

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