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Breitband | Beitrag vom 24.07.2021

Breitband SendungsüberblickPegasus liest mit!

Moderation: Jenny Genzmer und Tim Wiese

Auf dem Bild ist ein blau eingefärbtes Auge zu sehen, dass aus ganzen viele Pixel besteht.  (imago /  Ikon Images / Saul Gravy)
"Pegasus" dient eigentlich dazu, Terrorismus und Kriminalität zu bekämpfen. Doch man kann die Software auch anderweitig einsetzen. (imago / Ikon Images / Saul Gravy)

Mit der Software “Pegasus” wurden viele Menschen ausspioniert, darunter auch Politiker und Menschenrechtlerinnen. Das deckte diese Woche eine groß angelegte Recherche auf. Außerdem: Bildsprache in der Politik und das Comeback eines Musikspiel-Genres.

"Pegasus" ist ein sogenannter Trojaner, der von dem israelischen Unternehmen NSO Group erfunden wurde. Die Software sorgt dafür, dass Anrufe, E-Mails, SMS und Messenger wie WhatsApp - trotz verschlüsselter Chats - überwacht werden können. Außerdem ist es möglich, Fotos zu analysieren und Passwörter aus der Ferne zu knacken. Auch die Position des Mobiltelefons lässt sich exakt bestimmen.

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Das Unternehmen erklärt auf der eigenen Webseite, dass die Software nur zur Bekämpfung von Terrorismus und Kriminalität an Behörden verkauft wird. Recherchen des journalistischen Pegasus-Projekts zeichnen allerdings ein ganz anderes Bild. Die JournalistInnen fanden heraus, dass AktivistInnen, JournalistInnen, Geschäftsleute, RechtsanwältInnen und PolitikerInnen ausspioniert wurden. Unter den Betroffenen sollen auch der französische Präsident Emmanuel Macron und EU-Ratspräsident Charles Michel sein.

"Zweckentfremdete" Nutzung

Mehr als 80 JournalistInnen aus 17 Medienorganisationen arbeiteten an der Recherche mit. Einer von ihnen ist Frederik Obermaier von der "Süddeutschen Zeitung". Er spricht mit uns über die Ergebnisse des Pegasus-Projekts.

Schon in der Vergangenheit konnte gezeigt werden, dass Pegasus auch "zweckentfremdet" genutzt wird, unter anderem war damit die Familie des ermordeten Jamal Khashoggi überwacht worden. Welche Auswirkungen haben nun die neuen Erkenntnisse? Und lässt sich das Ausspionieren mit einer Software wie Pegasus überhaupt stoppen? Antworten auf diese Fragen hat Kilian Vieth-Ditlmann vom Think Tank "Stiftung Neue Verantwortung". Staatliche Überwachung und digitale Grundrechte gehören zu seinen Spezialgebieten. 

Alle Themen der Sendung:

  • "Pegasus"-Recherche - wer und was steckt hinter der Spionage-Software?
  • Wie lässt sich die Spionage mit "Pegasus" aufhalten?
  • Bildsprache in der Politik - von Manipulation bis Aktivismus
  • Hobby-Entwickler holen ein totgeglaubtes Musikspiel-Genre wieder zurück

Das Team:

Moderation: Jenny Genzmer und Tim Wiese
Redaktion: Carina Schroeder und Jochen Dreier
Beiträge: Dennis Kogel
Webredaktion: Carina Schroeder 

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