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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 25.10.2018

Bratschist Nils MönkemeyerHingezogen zu den dunklen Klängen

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Der Bratschenspieler Nils Mönkemeyer (imago stock&people)
Hat in München eine Bratschenprofessur inne: Nils Mönkemeyer. (imago stock&people)

Er wollte Geiger werden, doch durch Zufall entdeckte er seine Leidenschaft für die Viola. Mit ihr wird man selten berühmt. Nils Mönkemeyer spielt sie so gut, dass er heute zu den wenigen international bekannten Bratschen-Solisten gehört.

Als junger Geigenstudent hatte Nils Mönkemeyer immer das Gefühl, bei der Geige "nicht ganz richtig zu liegen":

"Ich hatte immer das Bedürfnis nach einem physischen Widerstand beim Spielen. Die Geige ist sehr leichtgängig und zart. Den "Impact", diese Wucht beim Spielen hat man damit einfach nicht. Und der Klang, den ich auf der Geige wollte, war eigentlich ein Bratschenklang – das habe ich nur nicht gewusst."

Mönkemeyer verlieh der Bratsche Glamour

Als er bei einem Konzertabend für eine Bratschen-Kollegin einsprang, wurde ihm klar: Es ist die Bratsche! 

Von da an verlief seine Karriere rasant - in kurzer Zeit profilierte sich Mönkemeyer zu einem weltweit gefeierten Solisten, befreite die Viola aus einem jahrhundertealten Schattendasein und verleiht dem unterschätztem Instrument immer wieder ungewohnten Glamour. Den besonderen Reiz "seines" Instruments fasst er so zusammen: "Man spielt die Bratsche nicht, weil man Brillanz will, sondern weil man sich zu dunkleren Klängen hingezogen fühlt. Wenn man darauf so hoch spielt, wie auf einer Geige, dann hat sie nicht diese Durchschlagkraft, sondern es liegt ein Schleier darüber. Sie schreit nicht, sondern spricht mit sanfter, wohltönender Stimme."

"Musik machen ist der größte Luxus in meinem Leben"

Nils Mönkemeyer sorgt auch für neue Impulse im Repertoire der Klassik-Welt: Weil kaum jemand solistisch für die Bratsche komponiert hat, schreibt er Werke für sie um. Und präsentiert sie mit brillanter Technik und tiefem Gespür. Neben seinen vielen Auftritten unterrichtet der Star-Solist auch an der Hochschule für Musik und Theater in München. "Es gibt in jedem Menschen einen Kern, der besonders und schön ist", so sagt er. "Als Lehrer ist es meine Aufgabe, diesen Teil zu sehen, bevor der Schüler sich dessen bewusst ist."

Außerdem hat Mönkemeyer ein eigenes Festival gegründet. Es heißt "Elysium – Klassik für alle" und soll für jeden offen sein – gerade auch für die, die sich normalerweise keine Konzerttickets leisten können. Denn wie gut es ihm selbst geht, dessen ist sich Mönkemeyer immer bewusst: "Musik machen ist Arbeit und die schönste Beglückung zugleich. Das ist der größte Luxus in meinem Leben."

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