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Kulturnachrichten

Sonntag, 22. April 2018

Brasiliens Kult-Regisseur Dos Santos gestorben

Der 89- Jährige galt als Pionier des "Cinema Novo"

Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Nelson Pereira dos Santos ist mit 89 Jahren in Rio de Janeiro an Leberkrebs verstorben. Das berichtet die Katholische Nachrichtenagentur. Der gelernte Jurist und Journalist galt als Pionier des neuen brasilianischen Kinos, des "Cinema Novo", das als Gegenbewegung zum Hollywood-Kino die 1950er und 60er Jahre in Brasilien prägte. Seine Werke zeichneten sich durch ihre ungeschönte Darstellung der brasilianischen Realität aus. So etwa das Meisterwerk "Nach Eden ist es weit", das in Cannes 1964 als bester Film nominiert wurde. Eine seiner bekanntesten Filme ist auch die Spielfilmadaptation von Hans Stadens Kannibalengeschichte "Wie gut schmeckt denn mein kleiner Franzose" (1971). Die schwarze Komödie blieb wegen der nackt abgefilmten Ureinwohner fast in der Zensur stecken, wurde in Berlin aber gefeiert und 1971 für den Goldenen Bären nominiert. 2017 wurde Dos Santos in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgenommen, die jährlich die Oscars vergibt.

Brief Wagners soll in Jerusalem unter den Hammer

Schreiben ist Zeugnis der antisemitischen Position Wagners

Ein Brief des deutschen Komponisten Richard Wagner (1813-1883) mit sehr deutlichem antisemitischem Inhalt soll in dieser Woche in Jerusalem versteigert werden. Dabei handelt es sich um ein Schreiben Wagners an den französischen Schriftsteller Édouard Schuré aus dem Jahre 1869. Das versteigernde Auktionshaus Kedem kündigte auf seiner Webseite an, dass Wagner in seinem Brief vor einem angeblich zerstörerischen Einfluss der Juden auf die moderne Kultur warne. Wagner und der Umgang mit seinem Werken ist in Israel sehr umstritten. Viele Israelis leisten bis heute erbitterten Widerstand gegen die Aufführung von Wagners Werken. Hintergrund dieser Ablehnung sind die antisemitischen Positionen Wagners und seine Beliebtheit während des NS-Regimes.

Trauer um Schauspieler Verne Troyer

Troyer spielte "Mini-Me" bei "Austin Powers"

Der Schöpfer der "Austin Powers"-Reihe, der kanadische Schauspieler Mike Myers, würdigte seinen Kollegen als "vollkommenen Profi" und hob Troyers positive Ausstrahlung hervor. "Wir werden ihn schrecklich vermissen." Auch die Oscar-Preisträgerin Marlee Matlin äußerte sich erschüttert über Troyers Tod. Sie lobte seinen Einsatz für taube und schwerhörige Menschen und "sein großes und mitfühlendes Herz". Der aus den "Austin Powers"-Filmen bekannte Darsteller Verne Troyer war am Samstag verstorben, hieß es in einer Stellungnahme von Troyers Sprecher. Zeitpunkt und Grund seines Todes wurden darin nicht genannt, allerdings wurden Depressionen und Selbsttötung thematisiert. Der Schauspieler wurde zu einem Phänomen der Popkultur, als er an der Seite von Mike Myers als "Mini-Me", Klon und Kumpel des bösen Dr. Evil, in der "Austin Powers"-Filmreihe auftrat. 2001 spielte er außerdem in "Harry Potter und der Stein der Weisen" mit, 2008 in Mike Myers "Der Love Guru".

Studie: Kunstmarkt ist von Männern dominiert

Keine Frau unter den Top-50 der gefragtesten Maler

Unter den 50 gefragtesten Malern auf dem Kunstmarkt befindet sich nach einer Studie gegenwärtig keine einzige Frau. Als erste Künstlerin steht die abstrakte Expressionistin Joan Mitchell mit einem Auktionsumsatz von umgerechnet 25,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf dem 51. Platz. Dies geht aus dem neuen Kunstindex des "manager magazin" hervor, den der Ökonom Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance ermittelt hat. Angeführt wird das Ranking durch den Renaissancekünstler Leonardo da Vinci mit einem Auktionsumsatz von 450 Millionen Dollar an. Diese Summe zahlte das Kulturministerium von Abu Dhabi im November 2017 für das Bild "Salvator Mundi". Es ist damit das bisher teuerste je ersteigerte Kunstwerk.

Autor Schätzing warnt vor sozialen Medien

Facebook sei eine "Verdummungsmaschine"

Bestsellerautor Frank Schätzing warnte in der "Welt am Sonntag" vor sozialen Netzwerken. Der "Schwarm"-Autor messe den Entschuldigungen von Facebook-Chef Mark Zuckerberg nach dem jüngsten Datenskandal wenig Bedeutung bei. "Zuckerberg wollte immer nur Kohle verdienen. Um Fragen der Ethik und der Datensicherheit hat er sich nicht geschert." Facebook und andere Netzwerke bezeichnete er als "Verdummungsmaschinen". Viele Nutzer glaubten, sie bekämen im Netz alles umsonst, doch "sie zahlen mit ihrer kostbarsten Währung überhaupt: mit ihren persönlichen Daten", so Schätzing. Bei dem Datenskandal wurden Informationen von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern von einem App-Entwickler an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Zuckerberg hatte Fehler eingeräumt und sich entschuldigt.

Amnesty zeichnet US-Footballstar aus

Kniender Protest gegen Polizeigewalt und soziale Diskriminierung

Für seinen weltweit beachteten Protest gegen gesellschaftliche Missstände ist der US-Footballspieler Colin Kaepernick mit der höchsten Auszeichnung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International geehrt worden. Kaepernick wurde in Amsterdam der Titel als "Botschafter des Gewissens" verliehen. Zur Begründung hieß es, er habe sich trotz massiver Widerstände gegen Rassismus eingesetzt und damit viele Menschen inspiriert. Kaepernick hatte im Jahr 2016 als erster NFL-Profi während des Abspielens der US-Nationalhymne gekniet. Er wollte damit ein Zeichen setzen gegen Ungleichheit, Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze. Viele Sportler auch außerhalb des American Footballs schlossen sich an. US-Präsident Donald Trump rief die Liga dazu auf, die Proteste zu verbieten, die NFL folgte ihm aber nicht. Heute ist der ehemals erfolgreiche Quarterback der San Francisco 49ers vereinslos und sieht dies in seiner konsequenten Haltung begründet.

Kirchenglocken in Holland spielen Avicii-Hits

Würdigung für den 28-Jährigen verstorbenen Elektromusiker

Kirchen in den Niederlanden haben den verstorbenen schwedischen DJ Avicii mit Glockenspiel-Interpretationen seiner bekanntesten Hits geehrt. Vom Dom in Utrecht erklang unter anderem "Wake Me Up" und "Without You", wie der Sender RTV Utrecht berichtete. Vom Turm der Liebfrauen-Kirche in Amersfoort, bekannt auch als der "Lange Jan", war "Hey Brother" zu hören. Der 28-jährige Avicii war am Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, tot aufgefunden worden.

Saudi-Arabisches Kinoverbot aufgehoben

Erste öffentliche Filmvorführung seit 35 Jahren

Erstmals seit 35 Jahren hat es in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eine Kinovorführung gegeben. Die Eintrittskarten für den US-Actionfilm Black Panther waren kurz nach dem Beginn des Internetverkaufs bereits vergriffen. Das Kino hat der US-Gigant AMC Entertainment eröffnet. Bis zum Jahr 2030 sollen noch mehr als 350 dazukommen. Die Eröffnung von Kinos ist Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Er hatte nach seiner Ernennung im Juni vergangenen Jahres einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Reformkurs angekündigt.

Preise beim Dresdner Filmfest vergeben

69 Animations- und Kurzspielfilme aus 29 Ländern waren vertreten

Beim 30. Filmfest Dresden ist der indische Regisseur Amar Kaushik ausgezeichnet worden. Er erhielt für seinen Kurzfilm "Aaba - Grandfather" zwei "Goldene Reiter" (Kurzspielfilm International und Jugendjury International). Auch der in Hamburg lebende Regisseur Jon Frickey erhielt für "Neko no hi - Cat Days" zwei Ehrungen: neben einem "Goldenen Reiter" zusätzlich noch einen Sonderpreis. Insgesamt wurden zehn "Goldene Reiter" überreicht sowie vier Sonderpreise in Höhe von insgesamt 67.000 Euro. Im Wettbewerb angetreten waren diesmal 69 Animations- und Kurzspielfilme aus 29 Ländern. Eine 19-köpfige Fachjury wählte die besten Werke aus. Das Filmfest Dresden geht an diesem Sonntag zu Ende.

Denkmal soll an Rupert Neudeck erinnern

Festakt mit Schäuble am 12. Mai geplant

In Troisdorf bei Bonn erinnert künftig ein Denkmal an den vor zwei Jahren gestorbenen Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck. Die Kosten für das Denkmal werden nach Angaben der Stadt von ehemaligen vietnamesischen Flüchtlingen in Deutschland getragen. Neudeck habe mit seiner Hilfsorganisation Cap Anamur mehr als 11.300 vietnamesische Bootsflüchtlinge «oft vor dem sicheren Tod» gerettet, hieß es zur Begründung. Enthüllt werden soll das Denkmal mit einem Festakt am 12. Mai, zu dem unter anderen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erwartet wird. Rupert Neudeck war am 31. Mai 2016 verstorben. Er hatte 1979 mit Unterstützung des Schriftstellers Heinrich Böll das Komitee "Ein Schiff für Vietnam" gegründet, das bis 1982 mehr als 11.000 "boat people" im Chinesischen Meer rettete. Daraus ging 1982 das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte hervor.

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