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Sonntag, 20.10.2019
 
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Konzert / Archiv | Beitrag vom 15.03.2019

Brandenburgisches Staatsorchester liveSeine Oder Moskwa

Moderation: Volker Michael

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt (Tobias Tanzyna)
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt (Tobias Tanzyna)

Fast den gesamten Kontinent überspannt das Brandenburgische Staatsorchester mit seinem Chefdirigenten Jörg-Peter Weigle. Es gibt Musik von Debussy und Sibelius. Andreas Boyde spielt das selten zu hörende 2. Klavierkonzert von Tschaikowsky.

Ein französischer Komponist schreibt über Spanien, obwohl er nie dort war; ein finnischer Komponist erschafft die "Nationalmusik" seines Landes und greift dabei auf russische, österreichische, deutsche und französische Vorbilder zurück. Nicht zuletzt liebt ein russischer Komponist vor allem die italienische und französische Musik und vermischt diese Stile mit den Volksmelodien seines Herkunftslandes zu etwas Einzigartigem und Neuem.

Zentral gelegen und gar nicht ruhig

All das haben der seit dieser Zeit amtierende Chefdirigent Jörg-Peter Weigle und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt für ihr Sinfoniekonzert Mitte März aufs Programm gesetzt. Die gesamte erste Saison von Weigle beim BSOF steht unter der Überschrift "SeineOderMoskwa". Die Oderstadt Frankfurt liegt fast genau in der Mitte zwischen den beiden Metropolen Paris und Moskau. 

Der Dirigent Jörg-Peter Weigle (Peter Adamik/BSOF)Der Dirigent Jörg-Peter Weigle (Peter Adamik/BSOF)

Spanien hören und lieben

Der Abend in der Konzerthalle Carl-Philipp-Emanuel Bach, der Taufkirche von Heinrich von Kleist, beginnt mit Claude Debussys Orchesterbild "Iberia". Ein großes Orchester inklusive zweier Harfen, Celesta und mannigfacher Perkussion beschreibt hier, was sich der vor gut 100 Jahren verstorbene französische Meister unter dem südlichen Nachbarland vorgestellt hat, ohne je dort gewesen zu sein. Sowohl die berühmt-berüchtigte laute Feierlustigkeit wie auch der Reichtum an Düften einer lauen iberischen Sommernacht gewinnen klangliche Gestalt in diesem Werk.

Der Pianist Andreas Boyde (Thomas Malik/Website Andreas Boyde)Der Pianist Andreas Boyde (Thomas Malik/Website Andreas Boyde)

Artist in Residence spielt Tschaikowsky 

Der artist-in-residence der laufenden Saison, der Pianist Andreas Boyde, spielt anschließend das - unverständlicherweise - selten aufgeführte Zweite Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky. Das ist nicht weniger fantasievoll, schwelgerisch und herzerwärmend als das so berühmte Erste Klavierkonzert.

Herbe Themen und neuer Atem

Der Abend endet mit einer großen Sinfonie, der umfangreichsten und beliebtesten von Jean Sibelius, seiner Zweiten. Bis heute landen alle, wenn sie an finnische Musik denken, bei diesem Namen. Das Werk kennzeichnet ein neues Stadium - Sibelius hat darin seinen eigenen Stil vollends erreicht, ohne seine Wurzeln zu verleugnen, die große Tradition der russischen, österreichisch-deutschen und französischen Symphonik. Er hat der großen Gattung herbe Themen, melancholische Wendungen, introvertierte Gesänge und hehre Fanfaren beigegeben und neuen Atem eingehaucht.

Das Gespräch mit dem Chefdirigenten des BSOF, Jörg-Peter Weigle, können Sie hier hören:

Live aus der Konzerthalle Carl-Philipp-Emanuel Bach, Frankfurt/Oder

Claude Debussy
"Iberia" - Nr. 2 aus "Images pour orchestre"

Peter Tschaikowsky
Klavierkonzert Nr. 2 G-Dur op. 44

ca. 21.00 Uhr Konzertpause, darin: Chefdirigent Jörg-Peter Weigle im Gespräch mit Volker Michael

Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Andreas Boyde, Klavier
Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt
Leitung: Jörg-Peter Weigle

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