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Kulturnachrichten

Freitag, 22. Mai 2020

Brandenburger Kulturstätten wollen Coronahilfe

Rund 80 Kultureinrichtungen in Brandenburg haben bisher finanzielle Hilfe von insgesamt 4,4 Millionen Euro in der Coronakrise beim Land beantragt. Kulturministerin Manja Schüle erklärte, mit dem Programm von 35 Millionen Euro aus dem Rettungsschirm wolle die Landesregierung die gravierendsten Einnahmeausfälle abfedern, damit die Einrichtungen aus eigener Kraft weiterbestehen könnten. Das Programm ist für kommunale Kultureinrichtungen, gemeinnützige kulturelle Vereine sowie Stiftungen und Gesellschaften gedacht. Die ersten Hilfen in Höhe von 800 000 Euro seien an 15 Einrichtungen gegangen, zum Beispiel an das Kloster Chorin, das Waschhaus Potsdam, das Heidekrautbahn-Museum Basdorf und die Volksbühne Michendorf.

City-Schlagzeuger Klaus Selmke gestorben

Klaus Selmke, Schlagzeuger der Berliner Band City ("Am Fenster"), ist tot. Er sei in einem Berliner Krankenhaus im Alter von 70 Jahren gestorben, teilte City-Sänger Toni Krahl mit. "Wir sind momentan noch sprachlos. Unser Drummer Klaus Selmke ist heute um 14 Uhr verstorben“, so Krahl. City zählte zu den erfolgreichsten Rockgruppen in der DDR und ist noch immer aktiv. Selmke hatte die Band vor 48 Jahren mit gegründet.

Musikwelt trauert um Sänger Mory Kanté

Die Musiklegende Mory Kanté aus Guinea ist tot. Der für seinen Hit "Yéké yéké" bekannte Sänger starb nach langer Krankheit im Alter von 70 Jahren in Guineas Hauptstadt Conakry. Das teilte sein Sohn der Nachrichtenagentur Agence Press mit. Kanté hatte in den 80ern dazu beigetragen, afrikanische Musik weltweit populär zu machen. Seinen größten Hit landete er mit dem Song "Yéké yéké", der 1988 auch in mehreren europäischen Ländern die Hitparaden eroberte.

Freie Universität Berlin gibt Hannah-Arendt-Gesamtausgabe heraus

Die Freie Universität Berlin wird die Kritische Gesamtausgabe der Werke der Philosophin Hannah Arendt herausgeben. Das Projekt werde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für zunächst drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro unterstützt, teilte die Universität am Freitag mit. Arendt gilt als eine der wichtigsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Kritische Gesamtausgabe soll in 17 Bänden erscheinen und erstmals alle veröffentlichten und unveröffentlichten Texte Arendts vereinen. Ein besonderes Augenmerk werde auf der Zweisprachigkeit liegen, da die Autorin auf Englisch und auf Deutsch schrieb. Bisher existiere selbst für einige ihrer Klassiker wie ihr Buch "Eichmann in Jerusalem" keine wissenschaftlich gesicherte Textgrundlage. Zur Zeit gibt eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum in Berlin einen Überblick von Arendts Werk.

Prominenter Vorstoß für neues NS-Dokumentationszentrum in Berlin

Die Konstanzer Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann sowie die beiden Historiker Heinrich August Winkler und Martin Aust haben sich für die Einrichtung eines neuen NS-Gedenkortes in Berlin ausgesprochen. Auch 75 Jahren nach Ende des Zweiten Weltkriegs fehle in der Mitte Berlins ein Ort der Dokumentation deutscher Besatzungsherrschaft in ganz Europa und des Gedenkens an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs insbesondere in Polen und der Sowjetunion, heißt es in einem Schreiben der drei Wissenschaftler an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, dass der Katholischen Nachrichten-Agentur vorliegt. Es gehe darum, sich der schmerzlichen Konfrontation mit den Taten der Generationen vor uns zu stellen, so Assmann, Winkler und Aust.

Bundesregierung verdoppelt Corona-Hilfsprogramm für Kultureinrichtungen

Die Bundesregierung hat die finanziellen Hilfen für kleinere und mittlere Kultureinrichtungen in der Corona-Krise verdoppelt. Die Mittel für das Soforthilfeprogramm "Neustart" für Umbau- und Ausstattungsmaßnahmen seien zunächst um 10 Millionen auf 20 Millionen Euro erhöht worden, teilte heute Kulturstaatsministerin Grütters mit. Das Programm habe ins Schwarze getroffen, so die Ministerin. Es seien bereits fast 1.000 Anträge gestellt worden. Ziel sei es, so vielen Kultureinrichtungen wie möglich bei der Wiedereröffnung zu helfen. Gefördert werden Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro.

Lyriktelefon hilft durch die Corona-Krise

Mit einem Lyriktelefon und zitierten Gedichten berühmter Literaten wollen das Deutsche Literaturarchiv Marbach und das Schauspiel Stuttgart eine kulturelle Lücke in der Corona-Krise füllen. Vom kommenden Montag an würden Gedichte auf Bestellung gelesen, am Telefon und ganz persönlich, teilte das Deutsche Literaturarchiv mit. Nach einer kostenlosen Online-Buchung riefen Schauspieler am Nachmittag zum vereinbarten Zeitpunkt an und läsen Werke vor, zum Start der Aktion zunächst Gedichte von Friedrich Hölderlin und der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs. In Zeiten reduzierter sozialer Kontakte, in denen die Bühnen geschlossen seien, würde das Telefon als künstlerisches Medium wiederentdeckt, so das Deutsche Literaturarchiv. Der Fernsprecher imaginiere persönliche Anwesenheit, so würden die eigenen vier Wände zum Raum für Fantasien und zur Bühne.

98 Prozent der Jugendlichen nutzen WhatsApp, Facebook & Co.

Kommunikationsdienste wie WhatsApp, Facebook und Co. sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen fast flächendeckend verbreitet. Besonders die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen nutzt diese Apps. Das ergab eine Befragung im Auftrag der Bundesnetzagentur. Dafür wurden Ende 2019, also vor der Corona-Krise, mehr als 2.200 Menschen befragt. Unter den Nutzern der Kommunikationsdienste liegen der Facebook Messenger und Instagram auf Platz zwei und drei der meistgenutzten Kommunikationsdienste hinter WhatsApp, das mit 96 Prozent mit Abstand am häufigsten verwendet wird. Alle drei Spitzenreiter gehören zum Facebook-Konzern. Über alle Altersgruppen hinweg verwenden immerhin 83 Prozent diese oder ähnliche Apps für ihre private Kommunikation.

Mehr als 200.000 Dollar für Bryant-Andenken

Erinnerungstücke an den tödlich verunglückten Basketball-Spieler Kobe Bryant haben bei einer Auktion in Los Angeles mehr als 200.000 US-Dollar eingebracht. Am meisten erlösten die Beton-Handabdrücke des im Januar bei einem Hubschrauberabsturz gestorbenen Amerikaners - sie wechselten für 75.000 Dollar den Besitzer. Für ein in der Finalserie des Jahres 2000 getragenes Set aus Trikot und Hose war das Höchstgebot gestern 43.750 Dollar. Das Paar Schuhe aus jener Partie brachte weitere 25.600 Dollar ein. Nach Angaben des Auktionshauses sind Original-Teile des fünfmaligen NBA-Champions und Spielers der Los Angeles Lakers vergleichsweise selten. Bei der jährlich veranstalteten Auktion, bei der wegen des Coronavirus in diesem Jahr nur schriftlich verfasste sowie Online- und Telefon-Gebote zulässig waren, kamen zahlreiche Trikots, Medaillen und weitere Erinnerungsstücke aus der Welt des Sports unter den Hammer.

Fotowand erinnert an Absage der Ruhr-Festspiele

An der Fassade des Ruhrfestspielhauses in Recklinghausen ist seit dieser Woche ein Foto-Kunstwerk zu sehen, das für die entstandene Lücke durch die abgesagten Ruhrfestspiele stehen soll. Besucher, aber auch Mitwirkende der renommierten Veranstaltung waren aufgefordert worden, aus der Isolation Porträtfotos zu schicken. Als Teil der Mitmach-Aktion "Inside Out Project" des französischen Künstlers JR wurden sie zu einem großformatigen Bilderteppich aus Hunderten Porträts, der die gesamte gläserne Frontseite des Festspielgebäudes in Recklinghausen bedeckt. "Es war unser Wunsch, das Festspielhaus in ein weithin sichtbares Zeichen zu verwandeln, das davon zeugt, was Kunst für die Gesellschaft bedeuten kann", sagte Chefdramaturg Jan Hein der Nachrichtenagentur dpa. Die 757 Schwarz-Weiß-Porträts sollen mindestens bis Mitte Juni hängen bleiben.

Veto gegen Abriss Städtischen Bühnen in Frankfurt

Gegen den Abriss der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main hat das Landesdenkmalamt sein Veto eingelegt. Es stellte das Foyer der Theater-Doppelanlage unter Denkmalschutz, berichtet die "FAZ". An seinem Erhalt bestehe öffentliches Interesse, so Landesdenkmalpfleger Heinz Wionski in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Ein Gutachten bescheinigt dem 1963 entstandenen Haus "die gesetzlichen Voraussetzungen eines Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen“. Der im Januar beschlossene Abriss dürfte damit unwahrscheinlich sein.

Kritik an der Wahl des Kulturamtsleiters in Radebeul

Der Stadtrat im sächsischen Radebeul hat bei seiner gestrigen Sitzung den Schriftsteller Jörg Bernig zum Leiter des städtischen Kulturamtes gewählt. Das berichten die Sächsische Zeitung und die Süddeutsche Zeitung. Der Autor wurde mit den Stimmen von CDU und AfD in das Amt gewählt. Seine Wahl stößt in der Opposition auf Unverständnis. Bernig hatte wiederholt rechte Positionen vertreten und gilt durch seine Veröffentlichtungen in Medien der Neuen Rechten als ein Denker der Szene. Der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Stadrat, Borowitzki, wirft der CDU-Fraktion vor, aus rein ideologischen Gründen gehandelt zu haben. Sie hatte Bernig auch als Kandidaten aufgestellt. Zudem äußerte Borowitzki Zweifel an Bernigs fachlicher Eignung.

Zensurvorwürfe gegen polnischen Rundfunk halten an

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Polen sieht sich mit Zensurvorwürfen konfrontiert. Vor knapp einer Woche hatte ein regierungskritischer Song die Chart-Spitze des Radioprogramms "Trojka" erreicht, und war kurz darauf von der Hitliste verschwunden. Das Verschwinden des Spottliedes von Sänger Kazik Staszewski über den Chef der Regierungspartei, PiS, Kaczynski, hatte neue Sorgen über die Pressefreiheit in Polen geweckt. Der Leiter des Programms, Tomasz Kowalczewski, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, mit denen sich auch ein Senatsausschuss befassen soll. Die liberale Zeitung "Gazeta Wyborcza" hat nun eine SMS des Sender-Leiters an den Leiter der Musikredaktion präsentiert, in dem dieser aufgefordert wird, das Lied nicht zu senden. Dabei sei es nicht um das fragliche Lied gegangen, hatte Kowalczewski entgegnet. In den sozialen Medien stieß dieses Argument überwiegend auf Unglauben.

Doppelt soviel Geld für Corona-Kulturprogramm

Das Volumen des Corona-Kulturprogramms "Neustart" wird verdoppelt. Das hat Kulturstaatsministerin Grütters laut der "Rheinischen Post" entschieden. Binnen drei Wochen seien über tausend Anträge eingegangen. Nun soll es um weitere zehn auf 20 Millionen aufgestockt werden. Mit dem Programm sollen kleine und mittlere Kultureinrichtungen fit für die Wiedereröffnung nach dem Shutdown gemacht werden. Gefördert werden Investitionen zwischen 10.000 und 50.000 Euro, also etwa der Einbau von Schutzvorrichtungen oder die Optimierung der Besuchersteuerung. Damit leiste das Programm einen Beitrag bei der Revitalisierung der kulturellen Infrastruktur, so Grütters.

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