Samstag, 17.11.2018
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 11. November 2018

Brandanschlag auf ausgestelltes Flüchtlingsboot

Ausstellungsstück in Wittenberg komplett zerstört

In der Lutherstadt Wittenberg ist ein ausgestelltes Flüchtlingsboot Ziel eines Brandanschlags geworden. Unbekannte haben das Boot angezündet. Es wurde vollständig zerstört. Derzeit liefen die Ermittlungen in alle Richtungen, sagte ein Polizeisprecher. Wie hoch der Schaden ist, ist noch unklar. Das Flüchtlingsboot war im Rahmen der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum 2017 in der Lutherstadt Wittenberg ausgestellt worden. Es hatte einst 244 Flüchtlinge unversehrt von Libyen nach Sizilien gebracht. Mit dem Boot sollte auf die Lage von Mittelmeerflüchtlingen aufmerksam gemacht werden.

Thielemann wehrt sich gegen Bachler

Chefdirigent droht zu gehen

Der Chefdirigent der Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann, wehrt sich gegen den zukünftigen künstlerischen Leiter der Salzburger Osterfestspiele, Nikolaus Bachler. Die Salzburger Nachrichten veröffentlichten E-Mails von Thielemann, in denen er deutlich macht, dass er nicht mit Bachler zusammenarbeiten will. Demnach drohte der Dirigent, dass er im Fall einer Berufung Bachlers gehen werde. Die Zeitung "Die Welt" spekuliert, Thielemann solle vergrault werden, damit Bachler den Dirigenten Kirill Petrenko nachholen könne. Dieser ist derzeit Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper, deren Intendant Bachler ist.

Erster Berliner Verlagspreis vergeben

Drei Verlage ausgezeichnet

In Berlin ist das erste Mal der Berliner Verlagspreis vergeben worden. Gleich drei Verlage erhielten dabei den ersten Preis. Den mit 35 000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt der Verlag Klaus Wagenbach. Zwei jeweils mit 15 000 Euro verbundene Förderpreise gingen an den Verlag Reprodukt und an das Verlagshaus Berlin, wie der Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mitteilte. Die Verlage zeichnen sich durch Neuerungen und ein eigenständiges Profil aus, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Verlagspreise wurden bei einem Festakt im Deutschen Theater überreicht. Der Preis war im Frühjahr von den Senatsverwaltungen für Kultur und Wirtschaft ins Leben gerufen worden. Er wird einmal jährlich an unabhängige Verlage vergeben, um den Branchen-Standort Berlin zu stärken. Die Gesamtdotierung des Verlagspreises von 65 000 Euro soll die höchste in Deutschland sein.

Cat content in Ägypten

Archäologen finden Dutzende Katzenmumien

Archäologen haben in Ägypten Dutzende Katzenmumien in Grabkammern entdeckt. In drei Gräbern nahe der Hauptstadt Kairo seien die konservierten Tiere gefunden worden, teilte Antikenminister Chaled al-Enani mit. Die Kammern hätten als Nekropole für die mehr als 3000 Jahre alten Katzen gedient. Außerdem wurden 100 vergoldete Holzstatuen von Katzen entdeckt sowie eine Skulptur aus Bronze, die der Katzengöttin Bastet gewidmet war. Bastet wurde als Beschützerin gegen das Böse und Göttin der Fruchtbarkeit verehrt. Andere Statuen aus Holz stellen einen Löwen, eine Kuh und einen Falken dar. Schon vor rund 4000 Jahren hielten reiche Ägypter Katzen als Haustiere. Forscher gehen davon aus, dass Dutzende Millionen Tiere mumifiziert wurden. Ägypten hat in den vergangenen Monaten eine Reihe archäologischer Entdeckungen bekanntgemacht - wohl auch in der Hoffnung den Tourismus im Land anzukurbeln. Er ist eine Haupteinnahmequelle für das Land.

Deutscher Karikaturenpreis für Greser und Lenz

Geflügelter Bleistift in Gold für Karikaturisten-Duo

Das Karikaturisten-Duo Achim Greser und Heribert Lenz ist mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet worden. Die beiden Zeichner erhielten in Bremen den "Geflügelten Bleistift in Gold" für ihre Zeichnung "Hasenzüchter". Sie zeigt die Vereinsmeisterschaft der Hasenzüchter in einem deutschen Dorf, bei der ein Salafist den zweiten Platz gewinnt. Der erste Platz bleibe in deutscher Hand, und die Sieger könnten ihre Schadensfreude gerade noch so verbergern. Die Szene spiegele den Zeitgeist wider, sei explosiv und deshalb preiswürdig, begründete die Jury ihre Wahl. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Greser und Lenz zeichnen regelmäßig für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", den "Stern" und das Satiremagazin "Titanic". Weitere Preise gingen an den Cartoonisten Til Mette, das Duo Elias Hauck und Dominik Bauer sowie die Zeichnerin Sabine Winterwerber.

Eine Million Besucher im Louvre Abu Dhabi

Besucherbilanz ein Jahr nach der Eröffnung

Im ersten Jahr nach seiner Eröffnung hat der Louvre Abu Dhabi mehr als eine Million Besucher angelockt. Das schrieb Museumsdirektor Manuel Rabate bei Twitter. Damit übertraf der Kunsttempel des französischen Stararchitekten Jean Nouvel die selbst gesteckten Erwartungen. 60 Prozent der Besucher kamen demnach aus dem Ausland. Der Louvre Abu Dhabi sei zu einem Lieblingsziel für Einheimische als auch für Gäste geworden, sagte Chalifa Al Mubarak, der Vorsitzende der lokalen Kulturbehörde der Zeitung "Khaleej Times". Der Louvre Abu Dhabi ist am 11. November 2017 nach zehn Jahren Bauzeit und mehreren Verzögerungen eröffnet worden. Es ist das erste Museum mit universellem Anspruch in der arabischen Welt. Auf mehr als 6000 Quadratmetern erzählt es die Geschichte der Menschheit und betont die Gemeinsamkeiten der Kulturen.

Bester Slam-Poet kommt aus Düsseldorf

Kindler ist neuer Meister im Poetry Slam

Der Düsseldorfer Jean-Philippe Kindler ist neuer Meister im Poetry Slam. Er gewann in der Nacht in Zürich das Finale der 22. Deutschsprachigen Meisterschaften. Der 22-Jährige überzeugte das Publikum mit zwei politischen Texten zur Me-Too-Debatte und zum Mindestlohn. Überhaupt befassten sich sehr viele Texte mit der Ungleichheit von Arm und Reich. Beim Poetry Slam tragen die Künstler selbst geschriebene Texte vor. Eine Publikums-Jury bewertet den Auftritt und schickt die Besten über mehrere Runden ins Finale, wo am Ende der Applaus des Publikums entscheidet. Bei den Meisterschaften waren knapp 200 Künstler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angetreten. Nach Angaben der Veranstalter besuchten rund 15 000 Menschen das fünftägige Festival in Zürich. Die nächste Meisterschaft im Poetry Slam wird 2019 in Berlin veranstaltet.

Hörspielpreise der ARD in Karlsruhe vergeben

ORF-Produktion "Die Schuhe der Braut" als bestes Hörspiel ausgezeichnet

Die ORF-Hörspielproduktion "Die Schuhe der Braut" von Magda Woitzuck ist mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet worden. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wurde während der ARD-Hörspieltage in Karlsruhe verliehen. Das Hörspiel erzählt von einem Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), der in ein Massengrab steigt und als Abtrünniger herauskommt. Den Deutschen Kinderhörspielpreis erhielt die Autorin Gudrun Hartmann für ihre Hörspielbearbeitung "Eine Hand voller Sterne" nach dem gleichnamigen Buch von Rafik Schami. Der mit 3000 Euro dotierte Hörspielpreis für die beste schauspielerische Leistung ging an Aljoscha Stadelmann in dem Hörspiel "Alles Rumi" von Radio Bremen.

Filmfestival Cottbus: Hauptpreis für Film "Ayka"

Spezialpreis für beste Regie geht an Ivan Tverdovskiy

Der Hauptpreis des Filmfestivals Cottbus geht an den russischen Film "Ayka" von Sergei Dworzewoi. Der Regisseur widme sich in seinem Film einer unvergesslichen Frauenfigur stellvertretend für die "Vergessenen ganz unten", teilte die Jury mit. Der mit 7500 Euro dotierte Spezialpreis für die beste Regie ging an Ivan Tverdovskiy mit "Podbrosy/Jumpman". Kulturministerin Martina Münch würdigte das Festival zur Preisverleihung als Brücke zu den Nachbarn in Mittel- und Osteuropa. "Filme können dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven zu sehen und den eigenen Blick zu weiten", meinte Münch. "In einer Zeit, in der weltweit Populismus, Nationalismus und Hass geschürt werden, brauchen wir mehr denn je Filmemacher, Künstler und Schauspieler, die sich aktiv und engagiert in gesellschaftliche und politische Diskurse einbringen."

Sandrine Bonnaire erhält Schauspielpreis "Die Europa"

Ehrung erfolgte im Rahmen des Filmfestivals Braunschweig

Die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire hat den Hauptpreis des 32.
Internationalen Filmfestivals in Braunschweig erhalten. Für ihre herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur bekam sie die Auszeichnung "Die Europa". Der internationale Durchbruch gelang Bonnaire 1985 mit dem Film "Vogelfrei" von Agnès Varda. Ihre erste eigene Regiearbeit stellte sie bei der Berlinale 2008 vor. Bei dem einwöchigen Filmfest waren insgesamt 206 Kurzfilme und 110 Langfilme sowie sieben Filmkonzerte zu sehen. Dazu zählten zwölf Weltpremieren und 57 Deutschland-Premieren.

Komponist Ennio Morricone feierte 90. Geburtstag

Römischer "Maestro" startet "The Farewell Tour"

Der legendäre Filmmusikkomponist Ennio Morricone feierte gestern seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass startet er seine letzte Tournee unter dem Motto "The Farewell Tour". Der römische "Maestro", wie er sich selbst in Interviews nennen lässt, will damit seinen Abschied von der Konzertbühne feiern. Der Dirigent, der bereits im Alter von sechs Jahren zu komponieren begann, schrieb in den letzten Jahrzehnten die Musik für mehr als 500 Filme. Für seine Leistungen erhielt Morricone mehr als 70 Auszeichnungen – unter anderem 2007 den Oscar für sein Lebenswerk.

Felsenstadt Petra wegen Unwetter evakuiert

Wassermassen schieben sich durch die Welterbestätte in Jordanien

Wegen sintflutartiger Regenfälle haben jordanische Sicherheitskräfte die Welterbestätte Petra evakuiert. Mehr als 3500 Touristen hätten die bekannte archäologische Stätte wegen Überschwemmungen verlassen müssen, teilten die Behörden mit. Vorangegangen waren heftige Regenfälle - in Jordanien kamen dabei elf Menschen ums Leben. Aufnahmen von Besuchern in Petra zeigten, wie sich Wassermassen durch die Felsformationen der archäologischen Stätte schoben. Die Touristen brachten sich auf höher gelegenen Felsen in Sicherheit. Alle Touren in das Gebiet wurden vorläufig ausgesetzt. Die Felsenstadt Petra gehört seit 1986 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

Bühnen rufen "Europäische Republik" aus

Manifest für ein Europa ohne Nationen

Theater in ganz Europa haben symbolisch eine "Europäische Republik" ausgerufen. Vom Balkon des Hamburger Thalia Theaters verlasen Schauspieler das von Ulrike Guérot und Robert Menasse verfasste Manifest. Darin wird ein Europa ohne Nationen und ohne Grenzen gefordert und ein Zeichen gegen das Wiedererstarken der Nationalismen gesetzt. Die Öffentlichkeit soll für die Idee einer gesamteuropäischen Demokratie und Staatlichkeit sensibilisiert werden. Außerdem wünschen sich die Veranstalter eine möglichst breitenwirksame Debatte über die Zukunft Europas vor der Europawahl im Mai. Anlass für die Aktion ist der 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs sowie die nahezu zeitgleiche Ausrufung von Republiken in verschiedenen europäischen Staaten. An der Aktion nahmen mehr als 150 europäische Kulturinstitutionen und Bürgergruppen teil, darunter das Nationaltheater Gent, das Burgtheater Wien sowie das Royal Conservatoire of Scotland. Zahlreiche Künstler unterstützen das Projekt, etwa Milo Rau, Elfriede Jelinek oder Carolin Emcke.

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