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Mittwoch, 18.09.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 8. Februar 2019

BR-"Polizeiruf" ist "fairste Produktion 2018"

Zum dritten Mal erhält eine BR-Produktion den Preis

Der "Polizeiruf 110: Tatorte" des Bayerischen Rundfunks (BR) ist auf der Berlinale als "fairste Produktion des Jahres 2018" ausgezeichnet worden. In dem Film gab Matthias Brandt am 16. Dezember seine Abschiedsvorstellung als Münchner Ermittler. An der zugrundeliegenden Umfrage hatten sich laut Mitteilung mehr als 1.500 Filmschaffende beteiligt. Die Abstimmung zum "FairFilm Award" orientiert sich an einem Kriterienkatalog, der gemeinsam mit den Branchenverbänden entwickelt wurde. Die Kriterien sind unter anderem Chancengerechtigkeit, Gleichbehandlung und Diversität, Vertragskonditionen, Arbeitsklima, Gagenhöhe und Entgelte. Bereits zum dritten Mal erhielt damit eine BR-Produktion den Preis: 2015 ging er an den Film "Der Fall Bruckner" und 2017 an den "Polizeiruf 110: Nachtdienst".

Großer Hans-Purrmann-Preis für Kristina Buch

Buch eröffnet unerwartete Dialoge

Die Düsseldorfer Künstlerin Kristina Buch wird mit dem Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer ausgezeichnet. Er ist mit 20.000 Euro dotiert. Die 1983 geborene Künstlerin hatte zunächst Biologie und Theologie studiert und wurde 2013 Meisterschülerin von Rosemarie Trockel an der Kunstakademie Düsseldorf. Buch bediene sich in ihren künstlerischen Recherchen der gesamten Bandbreite der Kultur-, Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften, teilte die Stadt Speyer mit. Sie eröffne so unerwartete Dialoge. Der 1984 in Oberhausen geborene Künstler Ugur Ulusoy erhält den mit 6000 Euro dotierten Förderpreis. Er habe mit einer sehr eigenständigen, raumgreifenden, malerischen Installation überzeugt. Die Preise werden am Samstag im Historischen Ratssaal Speyer verliehen.

Kinomitarbeiter demonstrieren vor Berlinale-Palast

"Der Rote Teppich auf der Berlinale gaukelt eine heile Welt vor"

Am zweiten Tag der Berlinale haben Kinomitarbeiter, darunter Beschäftigte der Kette Cinemaxx, mit Trillerpfeifen und Transparenten vor dem Festival-Palast für höhere Löhne demonstriert. Sie folgten damit einem Verdi-Aufruf. Die Gewerkschaft und der Kinobetreiber führen seit November 2018 Tarifverhandlungen. Verdi fordert eine Erhöhung des Einstiegslohns auf zehn Euro brutto. Rund 50 Menschen nahmen am Freitagabend an dem Protest teil. Sie hielten etwa Schilder mit der Aufschrift "Spiel mir das Lied vom Hungerlohn" hoch und trugen Westen mit dem Verdi-Logo. Es werde für "existenzsichernde Löhne in den Kinos" demonstriert, sagte der Verdi-Landesgeschäftsführer für Berlin-Brandenburg, Jörg Reichel. "Der Rote Teppich auf der Berlinale gaukelt eine heile Welt vor." Filmvorführungen würden durch die Aktion nicht gestört, erklärten Verdi und ein Sprecher von Cinemaxx. Eine weitere Kundgebung ist für Samstagabend geplant.

Kunstsammlung von George Michael wird versteigert

Werke von Damien Hirst in der Hinterlassenschaft des Popstars

Die Kunstsammlung des im Dezember 2016 verstorbenen Popstars George Michael kommt unter den Hammer. Zu ihr gehören Werke von Damien Hirst und anderer zeitgenössischer britischer Künstler, wie das Auktionshaus Christie's am Freitag mitteilte. Rund 75 Werke sollen am 14. März bei einer Veranstaltung in London versteigert werden. Weitere 130 Werke aus Michaels Hinterlassenschaft werden zwischen dem 8. und 15. März per Online-Auktion verkauft. Im Zentrum der Auktion am 14. März wird Hirsts Installation "The Incomplete Truth" stehen. Christie's erwartet, dass das Werk für etwa 1,7 Millionen Euro verkauft wird. Die Einnahmen aus der Versteigerung sollen für die wohltätigen Zwecke gespendet werden, für die sich der Musiker engagiert hatte. Michael war im Alter von 53 Jahren einem Herzleiden erlegen.

Streit um Max Stern-Tagung in Düsseldorf

Fachleute aus Kanada sagen Teilnahme an Tagung in Düsseldorf ab

Eine internationale Tagung zum NS-verfolgten jüdischen Kunsthändler Max Stern (1904-1987) in Düsseldorf sorgt für Streit. Zwei Fachleute aus Kanada wollen das kommende Woche geplante Symposium boykottieren. Vergangenes Jahr sollte in Düsseldorf eine Ausstellung über den jüdischen Kunstsammler stattfinden. Die Stadt hatte die Ausstellung dann aber abgesagt. Mit dieser Absage habe man die kanadischen Stern-Spezialisten "persönlich und fachlich brüskiert", teilte Stephan Klingen vom ebenfalls beteiligten Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München mit. Die eintägige Veranstaltung am 13. Februar befasst sich mit Leben und Wirken Max Sterns im Kontext des rheinischen Kunsthandels während des Nationalsozialismus. Rund ein Dutzend Experten namhafter Einrichtungen aus dem In- und Ausland, darunter des Museum of Modern Art (MoMa) und des Metropolitan Museum of Art in New York sind nach Angaben der Stadt eingeladen.

Schauspieler Albert Finney gestorben

Brite war mehrfach für Oscar nominiert

Der Schauspieler Albert Finney starb laut "Guardian" im Alter von 82 Jahren nach kurzer Krankheit. Finney war in den 60er Jahren eines der bekanntesten Gesichter des britischen Kinos. Für den Abenteuerfilm "Tom Jones" wurde er 1964 erstmals für den Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert. Später war er in "Scrooge" (1970) und "Mord im Orient-Express" (1974) auf der Leinwand zu sehen. Für "Erin Brockovich" mit Julia Roberts (2000) erhielt er eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller. Zuletzt war er 2012 in "James Bond 007 - Skyfall" und "Das Bourne Vermächtnis" zu sehen.

Streit um Muezzinruf in katholischer Kirche

Musikstück mit Muezzin-Ruf soll nicht in Kirche aufgeführt werden

Der Rat der Religionen Stuttgart unterstützt die Position von Stadtdekan Christian Hermes, der die Aufführung des Stücks "The Armed man" von Karl Jenkins in einer katholischen Kirche ablehnt. "Jede Religionsgemeinschaft entscheidet selbst und muss sich dafür keineswegs öffentlich rechtfertigen, welche Art von Veranstaltungen sie in ihren Räumen, insbesondere in ihren Kulträumen, zulässt und welche nicht", heißt es in der einstimmigen Erklärung des Rats. Das Sinfonieorchester der Uni Hohenheim und der Solitude-Chor der Landeshauptstadt hatten das Stück in einer katholischen Kirche aufführen wollen. Hermes begründet die Absage damit, dass in dem Stück der Ruf eines Muezzins zu hören sei. Dies habe in einer katholischen Kirche keinen Platz. Die Frage, wo das Stück aufgeführt werden kann, führt deutschlandweit immer wieder zu Debatten.

Kolonialkunst: Paris und Berlin wollen Zusammenarbeit

"Situation beider Länder ist vergleichbar" so Hermann Parzinger

Die Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Pariser Museum Quai Branly setzten bei der Auseinandersetzung um die Rückgabe von Kolonialkunst auf Zusammenarbeit. "Die Situation beider Länder ist vergleichbar", sagte Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger nach einem Treffen mit seinem Kollegen Stéphane Martin in Paris. Die Rückgabe von Kolonialkunst aus Unrechtszusammenhängen wird gleichermaßen von den Regierungen in Deutschland und Frankreich vorangetrieben. Grundlage dafür ist auch ein Bericht der Wissenschaftler Felwine Sarr und Bénédicte Savoy für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, in dem eine umfassende Restitution gefordert wird. Parzinger und Martin verwiesen auf intensive Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern. "Es geht nicht darum, wer schneller ist mit Restitutionen. Die Frage ist vielmehr, welches die richtigen Wege sind und dafür braucht es einen Austausch von Sichtweisen und Erfahrungen", sagte Parzinger.

Drehbuchautor Peter Steinbach ist tot

"Arbeiter im Weinberg der Drehbücher und Hörspiele"

Peter Steinbach schrieb fast 40 Hörspiele und die Drehbücher vieler Meilensteine der deutschen Fernsehgeschichte. Unter anderem schrieb er gemeinsam mit Edgar Reitz an der Fernseh-Serie „Heimat". Einem größeren Publikum bekannt wurde er 1988 mit seiner Kinoadaption "Herbstmilch". Peter Steinbach arbeitete in verschiedenen Berufen bevor er mit dem Schreiben begann, unter anderem als Seemann und Taxifahrer. Er selbst bezeichnet sich als "Arbeiter im Weinberg der Drehbücher und Hörspiele". Auch für den Deutschlandfunk Kultur hat er große Hörspielproduktionen geschrieben, unter anderem "Die wunderbare Welt des Jean-Henri Fabre". Für sein Hörspiel "Hell genug - und trotzdem Stockfinster" (1981) bekam er den renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden. Am Mittwoch ist Peter Steinbach im Alter von 80 Jahren in Dänemark gestorben.

Amazon-Chef wirft Boulevardblatt Erpressung vor

Dabei geht es um eine mögliche Veröffentlichung freizügiger Fotos

Amazon-Chef Jeff Bezos hat der Boulevardzeitung "National Enquirer" Erpressung im Zusammenhang mit intimen Fotos vorgeworfen. Das Blatt habe damit gedroht, die Fotos von ihm zu veröffentlichen, wenn seine Privatermittler nicht von der Boulevardzeitung abließen, teilte Bezos in einem Beitrag auf Medium.com am Donnerstag mit. Die Zeitung hatte vergangenen Monat einen Bericht veröffentlicht, der Textnachrichten zwischen Bezos und der früheren TV-Nachrichtensprecherin Lauren Sanchez enthielt. Seitdem haben Privatermittler versucht herauszufinden, wie der "National Enquirer" an die Nachrichten kam. Bezos teilte nun mit, die Mutterfirma der Zeitung habe versucht, ihn zu einem Deal zu bewegen: Um zu verhindern, dass die Boulevardzeitung die freizügigen Fotos veröffentliche, solle er eine öffentliche Stellungnahme abgeben, wonach er keinen Grund zur Annahme habe, dass die Berichterstattung vom "National Enquirer" politisch motiviert sei.

Woody Allen verklagt Amazon Studios

Vier vertraglich vereinbarte Filme werden nicht produziert bzw. nicht vertrieben

Woody Allen zieht gegen die Filmproduktionsgesellschaft Amazon Studios wegen Vertragsbruchs vor Gericht. Der Regisseur und vierfache Oscar-Preisträger hat die Klage mit Schadenersatzforderungen in Höhe von 68 Millionen Dollar (etwa 61 Mio. Euro) am Donnerstag in New York eingereicht, wie die Filmbranchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" berichten. Allen wirft Amazon Studios demnach vor, einen früheren Deal über die Produktion und den Vertrieb von vier Spielfilmen abgesagt zu haben. Der Streaming-Dienst habe als Grund für diesen Schritt "25 Jahre alte, haltlose Anschuldigungen gegen Mr. Allen" angeführt, zitieren die Zeitungen aus der Klageschrift. Woody Allens Adoptiv-Tochter Dylan Farrow hatte 2018 im Zuge der "Time's Up"- und "MeToo"-Bewegung erneut Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur vorgebracht, sie sei als Siebenjährige im Elternhaus missbraucht worden. Allen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie waren erstmals 1992 nach der Trennung von Allen und Mia Farrow in einem Sorgerechtsprozess aufgekommen. Die Polizei ermittelte damals, es kam aber nicht zu einer Anklage.

69. Berlinale eröffnet

Es ist die letzte Berlinale mit Dieter Kosslick als Direktor

Mit "The Kindness of Strangers" der dänischen Regisseurin Lone Scherfig ist am Donnerstagabend die 69. Berlinale eröffnet worden. Bis zum 17. Februar werden 400 Filme aus 74 Ländern gezeigt, von denen 23 im Wettbewerb laufen. 17 Filme konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 16. Februar verliehen werden, sechs Produktionen laufen außer Konkurrenz. Sieben Wettbewerbsfilme wurden von Frauen gedreht. Aus Deutschland gehen drei Produktionen ins Rennen, darunter "Der Goldene Handschuh" von Fatih Akin. Das diesjährige Motto lautet "Das Private ist politisch". Themen im Wettbewerb sind etwa Kindheit und Familie, Gendergerechtigkeit, Kirche und Patriarchat oder auch die politische Lage in Brasilien. Die Internationale Jury leitet in diesem Jahr die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Ihr zur Seite stehen unter anderem Sandra Hüller und Justin Chang. Es ist die letzte Berlinale mit Dieter Kosslick als Direktor.

Späte Entschuldigung für Absage an George Orwell

British Council hatte Essay des Autors abgelehnt

Fast 70 Jahre nach dem Tod des englischen Schriftstellers George Orwell hat sich der British Council dafür entschuldigt, seinerzeit einen Essay des Autors abgelehnt zu haben. Wie das Kulturinstitut mitteilte, hatte es die 1946 bei Orwell bestellte Abhandlung über die englische Küche zwar als "exzellent" bezeichnet, sie aber dennoch zurückgewiesen. Unter anderem sei bemängelt worden, das Rezept des Schriftstellers für Orangen-Marmelade enthalte "zu viel Zucker und Wasser". Die britische Küche beschrieb der Autor von "Farm der Tiere" und "1984" in dem Essay als "eine simple, eher schwere und vielleicht etwas barbarische Kost". Es sei unklug, einen solchen Artikel für kontinentale Leser zu veröffentlichen, befand der British Council, der sich um die Förderung britischer Kultur im Ausland kümmert.

Jack White wird an Tantiemen für ESC-Lied beteiligt

Gegen "Toy" waren Plagiatsvorwürfe erhoben worden

Nach Plagiatsvorwürfen gegen die Komponisten des israelischen ESC-Siegerliedes "Toy" haben sich laut dem israelischen Fernsehen beide Seiten geeinigt. Neben den beiden israelischen Komponisten werde nun auch der frühere White-Stripes-Sänger Jack White als Autor des Stückes geführt, berichtete der Fernsehsender "Kan". Die Universal Music Group hatte den Komponisten Doron Medalie und Stav Beger vorgeworfen, bei dem White-Stripes-Lied "Seven Nation Army" abgekupfert zu haben, wie Medien im Sommer berichtet hatten. Doron Medalie verwies auf Nachfrage auf eine Verschwiegenheitserklärung bezüglich der Einigung, die beide Seiten unterzeichnet hätten.

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Fazit

Wolfgang Joops AutobiografieDie Prägungen der Kindheit
Wolfgang Joop blickt freundlich lächelnd in Richtung des Betrachters. (Christoph Soeder / picture alliance / dpa)

Wolfgang Joop ist neben Jil Sander der erfolgreichste lebende deutsche Modemacher und schuf mit seiner Marke JOOP! ein Imperium. Nun hat er eine Autobiografie geschrieben - ein Buch über seine Kindheit, Jugend und die ersten Schritte als Modemacher.Mehr

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