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Fazit | Beitrag vom 19.11.2020

Booker-Literaturpreis für Douglas StuartRiesenerfolg für einen Debütroman

Thomas Spickhofen im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Douglas Stuart, Gewinner des "Booker Prize 2020". (AFP / thebookerprizes / Martyn Pickersgill)
Douglas Stuart gewinnt den "Booker Prize 2020". Wegen der Coronapandemie fand die Verleihung nur digital statt. (AFP / thebookerprizes / Martyn Pickersgill)

Der britische Booker-Literaturpreis 2020 geht an Douglas Stuart für "Shuggie Bain". Es ist sein erster Roman. Der Autor erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine alkoholabhängige Mutter hat.

Der britische Booker-Literaturpreis geht an den gebürtigen Schotten Douglas Stuart für seinen Debütroman "Shuggie Bain". Er basiert auf der Kindheit des Autors und spielt in den 1980er-Jahren in Glasgow. Douglas erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat.

Das sei keine leichte Lektüre, betont der Literaturkritiker Thomas Spickhofen. "Die Jury sagt selbst, man weiß nicht immer, ob man lachen oder weinen soll. Aber am Ende ist die Entscheidung einstimmig und schnell gefallen."

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Wegen der Corona-Pandemie fand keine große Preisverleihung statt. Die nominierten Autoren und Autorinnen waren per Video zugeschaltet. Aus allen nominierten Büchern hätten Schauspieler und Schauspielerinnen dann Textauszüge vorgetragen, berichtet Spickhofen.

Vier Debütanten auf der Shortlist

Auf der Shortlist standen - neben Douglas Stuart - Diane Cook mit "The New Wilderness", Tsitsi Dangarembga mit "This Mournable Body", Avni Doshi mit "Burnt Sugar", Maaza Mengiste mit "The Shadow King" und Brandon Taylor mit "Real Life".

Das Cover von "Shuggie Bain". (Handout / AFP / thebookerprizes)Mit seinem Debüt "Shuggie Bain" gewinnt Douglas Stuart den Booker-Preis. (Handout / AFP / thebookerprizes)

Es müsse sich niemand grämen, wenn er die Namen der Autoren bisher noch nie gehört habe, sagt Spickhofen. "Das sind keine großen Namen, das sind keine erfolgreichen Autoren bislang gewesen. Es sind ja sogar vier Debütanten darunter."

Muss Diversität noch betont werden?

Das Stichwort beim Booker-Preis in diesem Jahr sei Diversität gewesen. Noch nie habe es so eine Vielfalt gegeben, so Spickhofen.

"Beeindruckend fand ich, was Margaret Busby gesagt hat, die Jury-Vorsitzende. Sie ist eine der großen Damen der britischen Verlagslandschaft. Sie kommt aus Ghana, hat in den 60er-Jahren ihren Verlag gegründet und heute gesagt: Man kann an der Auswahl sehen, wie fortschrittlich der Booker-Preis geworden ist. Aber eigentlich ist es auch schade, dass man diese Vielfalt noch hervorheben muss und man nicht davon ausgehen kann, dass sie selbstverständlich ist."

Der Booker-Literaturpreis ist mit 50.000 Pfund (knapp 56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen.

(nho)

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