Das Feature, vom 03.10.2014, 20:05 Uhr

Bonner StadttheaterDie Kunst des Sparens

Es war einmal eine kleine, stolze Hauptstadt am Rhein, die sich bescheidene Regierungsgebäude und kapitale Kultur leistete: ein Opernhaus zum Beispiel, Platz für weltstädtischen Glanz. Die im Kanzlerdunstkreis wirkenden Beamten gingen hochkulturaffin in ihren Tempel.

Das Stadttheater in Bonn. (Undatierte Aufnahme aus den siebziger Jahren). (picture-alliance / dpa/  Kurt Rohwedder)
Das Stadttheater in Bonn. (Undatierte Aufnahme aus den siebziger Jahren). (picture-alliance / dpa/ Kurt Rohwedder)

Dann zog der regierende Konvoi ab, die Zurückgebliebenen speisten nach und nach den Silbersee im Publikum. Oper und Theater, mittlerweile unter Generalintendanz, mussten jede Spielzeit mit kleinerem Etat auskommen. Als dann der Zuschuss aus dem Bonn-Berlin-Vertrag auch noch wegfiel, war klar: Man ist ein Stadttheater, nicht mehr und nicht weniger als andere Bühnen im Lande. Das Lamento hub an: Sparen, sagten die Bürgermeister gebetsmühlenartig, geht nicht mehr, die Intendanten. Mittlerweile ist der Etat des gesamten Theaterbetriebs niedriger als der der Oper vor 20 Jahren. Alle Leute, denen man kündigen konnte, sind weg. Gespielt wird trotzdem. Ist das nun gut oder schlecht für die Kultur? Die Stimmung jedenfalls ist nicht so schlecht, wie manche die Lage gern beschreiben. Wie kann das denn sein?!

Produktion: DLF 2014

Das Manuskript zum Nachlesen:

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