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Kulturnachrichten

Montag, 10. Juli 2017

Bolschoi-Theater verschiebt Serebrennikow-Ballett

Regimekritischer Regisseur plante Nurejew-Abend

Kurz vor der Uraufführung hat das Bolschoi-Theater in Moskau ein Ballett des kritischen Starregisseurs Kirill Serebrennikow abgesagt. Das Stück "Nurejew" über den sowjetischen Tänzer Rudolf Nurejew sei noch nicht aufführungsreif". Es werde nicht abgesetzt, sondern auf Mai 2018 verschoben, sagte Generaldirektor Wladimir Urin. Das Ballett über Nurejew sollte auch Seiten seines Lebens zeigen, die in Russland als anstößig gelten: seine Emigration in den Westen und seine Homosexualität. Für die Aufführungen sollte eine Altersbeschränkung ab 18 Jahren gelten. Für den renommierten Theatermacher Serebrennikow ist es der zweite Schlag der russischen Behörden binnen kurzer Zeit. Derzeit wird ermittelt, ob der Choreograph bei einem seiner Projekte staatliche Gelder unterschlagen hat.

Abwahl der Kölner Kulturdezernentin gefordert

Berechtigte Vorwürfe oder parteipolitisch motivierte Kampagne?

In Köln wollen CDU, Grüne und FDP die Abberufung der parteilosen Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach erreichen. Sie lasten ihr die Kostenexplosion bei der Opernsanierung an, Missmanagement und Organisationsversagen. Das Vertrauen in ihre Arbeit sei fundamental erschüttert, sagte der CDU-Fraktionschef Bernd Petelkau. Die Generalüberholung von Oper und Schauspielhaus soll statt der zunächst veranschlagten 250 Millionen Euro zwischen 545 und 570 Millionen Euro kosten. Weitere Kritikpunkte sind die länger dauernde Renovierung des Römisch-Germanischen Museums und Verzögerungen bei der Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums. SPD und Linke sprachen dagegen von einer "parteipolitisch motivierten Kampagne". Sie wollen ein für September erwartetes Gutachten zur Opernsanierung abwarten. Ohne SPD oder Linke kann die Kulturdezernentin nicht abgewählt werden, da dies eine Zweidrittelmehrheit im Rat erfordert.

"Wunderbaum" übernimmt Theaterhaus Jena

Freies Schauspielkollektiv kommt zur Spielzeit 2018/19

Das niederländisch-flämische Schauspielkollektiv "Wunderbaum" wird im kommenden Jahr die künstlerische Leitung am Theaterhaus Jena übernehmen. In der Ausschreibung wurde explizit nach Teams und Kollektiven für diese Aufgabe gesucht. 63 Interessenten hatten sich daraufhin beworben. Durch die Verteilung auf mehrere Personen würden sich andere künstlerische Ausdrucksweisen und Produktions- und Organisationsstrukturen erproben lassen, so das Theaterhaus. "Wunderbaum" kümmert sich noch um zwei weitere Spielstätten: das Theater Rotterdam sowie das Mare Culturale Urbano in Mailand. In Jena will es mit einem internationalen Ensemble arbeiten.

Würdigungen des verstorbenen Peter Härtling

"Bleibender Teil des literarischen Erbes unseres Landes"

Als großen Schriftsteller hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den verstorbenen Autor Peter Härtling gewürdigt. Mit seinen Büchern habe Härtling "ganzen Generationen die Welt der Literatur eröffnet und vielen Menschen - jungen wie alten - Mut und Trost" gegeben, heißt es in einem Schreiben an die Witwe. Peter Härtling war in der Nacht im Alter von 83 Jahren gestorben. Sein Werk sei "bleibender Teil des literarischen Erbes unseres Landes". Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hob das soziale und politische Engagement des Schriftstellers hervor, der die Gesellschaft stets habe mitgestalten wollen. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, wie wenige andere habe es Härtling geschafft, die Menschen für die Vielfalt der deutschen Sprache zu begeistern. Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, nannte Härtling "einen der bedeutendsten Schriftsteller". Seit 1967 war er Mitglied der Akademie der Künste, seit 2006 Direktor der Sektion Literatur. Er sei besonders in der Zeit der Zusammenführung der Ost- mit der West-Institution "eng mit den Geschicken" der Akademie verbunden gewesen, sagte deren Präsidentin Jeanine Meerapfel.

Michael Altinger bekommt Bayerischen Kabarettpreis

Der Ehrenpreis geht an Helge Schneider

Der gebürtiger Niederbayer Michael Altinger erhält dieses Jahr den Hauptpreis des Bayerischen Kabarettpreises. Die Jury begründete die Entscheidung mit Altingers Verspieltheit im "allerbesten Sinne", wie der Bayerische Rundfunk (BR) mitteilte. Der 46-jährige Autor und Kabarettist sei lebhaft, begeistert und habe eine große Liebe zum Unfug. Verliehen werden die Auszeichnungen am heutigen Montag im Lustspielhaus München. Der BR überträgt die Preisverleihung live im Fernsehen. Den diesjährigen Musikpreis erhält der Allgäuer Maximilian "Maxi" Schafroth. Er konterkariere "meisterhaft die Absonderlichkeiten der Großstadtwelt mit dem Allgäuer Landleben und dessen Heimat- und Brauchtums-Befindlichkeiten". Den Senkrechtstarter-Preis erhält die 23-jährige Schweizer Kabarettistin Hazel Brugger. Den Ehrenpreis erhalte der Musiker und Kabarettist Helge Schneider. Der Bayerische Kabarettpreis gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen in der Kabarett-Szene. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Sissi Perlinger und Georg Ringsgwandl.

Sting spendet 100.000 Euro an Flüchtlingsprojekt

Die Schweden wollen damit Instrumente, Musikcamps und Konzerte zahlen

Der britische Rockstar Sting hat seine 100.000 Euro Preisgeld der schwedischen Musikauszeichnung Polar Music Preis an das schwedische Flüchtlingsprojekt Songlines gespendet. Sting begründete seine Spende damit, dass Musik Brücken bauen könne. "Dieses Projekt zeigt die wichtige Rolle auf, die Musik dabei spielen kann, Flüchtlingen Anschluss an eine neue Gesellschaft zu ermöglichen." Die Initiative Songlines arbeitet vor allem mit afghanischen, syrischen und eritreischen Menschen, die in schwedischen Flüchtlingsheimen leben. Sie will mit dem Geld Musikcamps organisieren, Konzerte ausrichten und Instrumente für die Flüchtlinge kaufen.

Verschollenes Bild nach 75 Jahren zurück in Aachen

Barock-Stilleben wurde in Kanada gefunden

Ein zunächst ausgelagertes und dann verschollenes Bild ist nach 75 Jahren wieder zurück im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Wie das Museum mitteilte, war das Barock-Stillleben "Blumen in einer Wanli-Vase" von Balthasar van der Ast 1942 zum Schutz vor Bombenangriffen in die Albrechtsburg nach Meißen gebracht worden. Dort verschwand es nach dem Krieg. Eine Meißenerin hatte sich im Bilderdepot der Albrechtsburg "bedient" und bei ihrer Auswanderung nach Kanada 1951 mehrere Bilder mitgenommen - darunter auch das Aachener Blumenstillleben. Nun hat das Museum das zwischenzeitlich weiterverkaufte Bild für einen "Finderlohn" von 400 000 Dollar zurückerstanden. Dies sei deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Unterstützt wurde die Stadt Aachen bei dem Ankauf von der Kulturstiftung der Länder, vom Land NRW, der Ernst Siemens Stiftung und privaten Sponsoren.

Liegestütze auf Altar bleiben straflos

Gericht stärkt Freiheit der Kunst

Das Landgericht Saarbrücken hat im Berufungsprozess des Künstlers Alexander Karle entschieden, dass es sich bei seinem Video "Pressure to Perform" um Kunst handelt. Darin hatte Karle auf einem Altar 28 Liegestütze gemacht. Das Gericht hob damit das Urteil des Amtsgerichts vom Januar auf, mit dem Karle zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt worden war. Anders als die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht betrachtete die Kammer die Aktion als künstlerische Tätigkeit und nicht als "beschimpfenden Unfug". Pastor Eugen Vogt, der seinerzeit Anzeige gegen den Künstler erstattet hatte, zeigte sich enttäuscht. Nach wie vor halte er die Aktion für "ein grob ungehöriges und missachtendes Verhalten".

Berlin bekommt queeres Bildungshaus

Beherbergen wird es unter anderem umfangreiches Archivmaterial

Berlin bekommt einen "queeren Leuchtturm". Das geplante Geschichts- und Bildungshaus werde Elberskirchen-Hirschfeld-Haus heißen, nach der feministischen Sexualreformerin Johanna Elberskirchen (1864-1943) und dem Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld (1868-1935). Beherbergen wird es unter anderem das umfangreiche Archivmaterial zum Leben von Lesben, Schwulen, Trans- und Intermenschen. Das kündigte die Initiative Queer Nations e.V. (IQN) an. Auch die queere Museumslandschaft Berlins soll dort eine Heimat finden. Es gebe in der Hauptstadt einen sehr gut ausgebauten Beratungsbereich und auch zahlreiche Bürgerrechtsorganisationen, sagte IQN-Vorstand Jan Feddersen. Allerdings sei der Bereich "Bildung, Forschung und Archiv", so Feddersen weiter, "skandalös unterfinanziert".

Kritik am Umgang mit Journalisten beim G20-Gipfel

Einzug von Akkreditierungen und physische Gewalt

Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) kritisiert den Umgang der Sicherheitskräfte mit Journalisten während der Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg. Mehrere Kollegen hätten von physischer Gewalt durch Polizeibeamte berichtet. Es habe Pfefferspray-Attacken und Schlagstockeinsätze gegeben. Presseausweise seien von den Einsatzkräften ignoriert worden, Journalisten zum Teil wüst beschimpft worden. Es sei klar, dass es sich um Einzelfälle und nicht um ein systematisches Vorgehen der Polizeikräfte gehandelt habe, betonte der Vorsitzende des DJV, Frank Überall: "Aber es waren ziemlich viele Einzelfälle." Auch zum Einzug von Presseakkreditierungen verlangte der Verband in einem Brief an das BKA Erklärungen. So heißt es unter anderem: "Was ist unter 'Sicherheitsbedenken' zu verstehen? Warum wurden die Journalisten zunächst akkreditiert, dann aber ausgeschlossen, als die Krawalle begannen?"

Eiszeithöhlen bekommen Infozentrum

Folge des Weltkulturerbe-Titels

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Ernennung mehrerer Höhlen mit spektakulärer Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb hat konkrete Folgen. An einem der Fundorte, an der Schelklinger Hohlefels-Höhle, soll ein Infozentrum entstehen, teilte der zuständige Bürgermeister, Ulrich Ruckh, mit. Außerdem sind Themenwege zu den Funden und der Lebensweise der Neandertaler geplant.

Schriftsteller Peter Härtling gestorben

Erinnerung als Lebensthema

Der Schriftsteller Peter Härtling ist nach kurzer schwerer Erkrankung im Alter von 83 Jahren in Rüsselsheim gestorben. Das teilte sein Verlag Kiepenheuer & Witsch mit. Peter Härtling hat in über 60 Jahren eine Vielzahl von Romanen, Erzählungen und Kinder- und Jugendbüchern veröffentlicht. Zentrales Thema seiner Werke ist die Erinnerung - in seinen autobiographischen Büchern insbesondere die Erfahrungen der Kriegskindergeneration. Viel beachtet wurden auch seine biografischen Romane über Künstler wie Hölderlin, Schubert und zuletzt Verdi geschrieben. Härtling war als Herausgeber, Journalist tätig und von 1967 bis 1973 Mitglied der Geschäftsleitung des S. Fischer Verlags. Für sein Werk wurde er mit vielen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt - darunter dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Hölderlin-Ring und dem Hessischen Kulturpreis.

Höchster katholischer Kulturpreis für Mark Andre

Der Komponist schiele nicht nach Gefälligkeit, Popularität oder Marktförmigkeit

Der deutsch-französische Komponist Mark Andre erhält den mit 25.000 Euro dotierten "Kunst- und Kulturpreis der deutschen Katholiken". Das haben der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, bekanntgegeben. In ihrem Votum würdigt die Jury unter Vorsitz des Cellisten Julius Berger, dass Mark Andres Kompositionen "motivisch aus einem explizit christlichen Bekenntnis" schöpfen. Andre sei "ein Avantgardist, der nicht nach Gefälligkeit, Popularität oder gar Marktförmigkeit schielt". Die höchste Auszeichnung der katholischen Kirche auf dem Kultursektor wird am 27. November in der Propsteikirche in Leipzig verliehen. Die Laudatio werden der Musiker Jörg Widmann und die Theologin Margareta Gruber halten. Mit dem Kunst- und Kulturpreis wollen Bischofskonferenz und ZdK herausragende künstlerische und kulturelle Leistungen würdigen und einen Beitrag zur Förderung der Begegnung von Kirche und moderner Kultur leisten. Bisherige Preisträger sind Tankred Dorst und Peter Zumthor.

MDR-Rundfunkrat lobt Kinder-Online-Preis aus

Gewaltfrei und verständlich

Der Rundfunkrat des Mitteldeutschen Rundfunks lobt zum fünften Mal den Kinder-Online-Preis aus. Damit sollen herausragende Internetseiten und Beiträge für Kinder und Jugendliche gewürdigt werden. Besonderer Wert werde auf Kinderfreundlichkeit, Gewaltfreiheit, Verständlichkeit und pädagogische Inhalte gelegt. Der mit 6000 Euro dotierte Wettbewerb richtet sich an Autoren und Online-Redaktionen aus dem deutschsprachigen Raum. Vorschläge können bis zum 31. Oktober eingereicht werden. Der Preis wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2018 übergeben.

Britischer Nationalpark wird Weltkulturerbe

UNESCO entscheidet sich für Lake District, die Wiege der britischen Romantik

Die Unesco hat den britischen Nationalpark Lake District zum Welterbe erklärt. Diese Entscheidung gab das Welterbekomitee gestern im polnischen Krakau bekannt. Demnach ist der Nationalpark im Nordwesten Englands nicht bloß ein Anziehungspunkt für Touristen, sondern auch eine Inspiration für Künstler. Die Gegend wird als Wiege der britischen Romantik angesehen. Der Lake District steht deshalb nicht als Weltnaturerbe auf der Liste, sondern als Weltkulturerbe. Als Beispiele nannte die Unesco die britischen Schriftsteller William Wordsworth, John Ruskin und Beatrix Potter, die sich rund um die Seen und Berge inspirieren ließen.

Fast 100 000 Besucher bei Rudolstadt-Festival

Festival-Hauptpreis geht an bayerischen Liedermacher Georg Ringsgwandl

Deutschlands größtes Festival für Folk- und Weltmusik in Rudolstadt hat in diesem Jahr nach Schätzungen der Veranstalter knapp 100 000 Besucher angelockt. "Wir stoßen an Kapazitätsgrenzen", sagte eine Sprecherin. Die Auftritte von etwa 130 Bands aus 41 Ländern seit Donnerstag seien ausverkauft. Am Sonntag seien die Kassen noch vor dem Abschlusskonzert geschlossen worden. Während des Festivals, das seine Wurzeln in der DDR hat, verwandelt sich das kleine Rudolstadt im Südosten Thüringens alljährlich in einen Treffpunkt von Folkmusikfans. 2017 stand Musik aus Schottland im Mittelpunkt. Folk-Pop-Sängerin Amy Macdonald ("This is the life", "Mr Rock & Roll") hatte das Festival eröffnet. Der Hauptpreis des diesjährigen Festivals geht an den bayerischen Liedermacher und Kabarettisten Georg Ringsgwandl. "Für die Fähigkeit, seine Heimat Bayern künstlerisch ganz und gar zu erfassen, ihre Eigenheiten seinen Landsleuten vor Augen zu führen und sie den anderen - den Nichtbayern - verständlich zu machen, erhält Ringsgwandl die RUTH 2017", heißt es in der Jury-Begründung. Ringsgwandl ist für seine Programme mehrfach ausgezeichnet worden, etwa mit dem Salzburger Stier und dem Deutschen Kleinkunstpreis. Geehrt werden außerdem die Dresdner Gruppe Banda Internationale, zuvorderst für ihre Musik, aber auch für ihr kulturpolitisches Engagement gegen Pegida und Co in der sächsischen Landeshauptstadt, der Musikethnologe Max Peter Baumann und das Österreicher Quintett Alma.

Österreichischer Dramatiker gewinnt Bachmann-Preis

Der Hauptpreis geht an Ferdinand Schmalz, Deutschlandfunk-Preis an John Wray

Der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz hat sich beim Wettlesen um den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Der Grazer konnte den mit 25 000 Euro dotierten Hauptpreis der 41. "Tage der deutschsprachigen Literatur" in Klagenfurt für sich entscheiden. Der 1985 geborene Theaterwissenschaftler, der als Kunstfigur auftritt und mit bürgerlichem Namen Matthias Schweiger heißt, überzeugte die Jury mit seinem inbrünstig vorgetragenem Text "mein lieblingstier heißt winter". Das in Kleinbuchstaben geschriebene Stück ist leicht verständlich, ohne trivial zu wirken und sorgte für einige Lacher. Die Geschichte dreht sich um den geplanten Suizid eines krebskranken Mannes, seine Vorliebe für gefrorenes Rehragout und die ungewöhnliche Bitte an seinen Tiefkühlkost-Lieferanten. Von der Jury gab es einhelliges Lob für den Grazer. "Der Text ist tatsächlich makellos", befand die Kritikerin Sandra Kegel, auf deren Einladung Schmalz am Wettlesen teilnahm. Für Jurorin Meike Feßmann gelang Schmalz die Mischung zwischen Klamauk und Ernsthaftigkeit und für Kritiker Stefan Gmünder war es ein Text, "der wirklich rockte". Erstmals wurde im Rahmen des Wettbewerbs auch der Deutschlandfunk-Preis verliehen, der mit 12.500 Euro dotiert ist. Die Auszeichnung erhielt der auch als Favorit für den Hauptpreis gehandelte John Wray. Der österreichisch-amerikanischen Schriftsteller las in Klagenfurt aus seiner Geschwister-Erzählung "Madrigal".

Netanjahu plant jüdisches Museum für Hebron

Reaktion auf Unesco-Entscheid, Hebron als Weltkulturerbe aufzunehmen

Israel wird seine Zahlungen an die UN um weitere eine Million Dollar kürzen. Das Geld soll stattdessen in die Errichtung eines jüdischen Museums in Hebron investiert werden, wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zum Auftakt der wöchentlichen Kabinettssitzung ankündigte. Die Kürzungen sind demnach eine Reaktion auf den Unesco-Entscheid, die Altstadt der palästinensischen Stadt Hebron auf die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes aufzunehmen. Die Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und der Stadt Hebron sowie den Patriarchengräbern sei "möglicherweise ohne Parallele in der Geschichte der Völker", so Netanjahu. Die Stadt und die Heilige Stätte als palästinensische Welterbestätte anzuerkennen, sei ein "weiterer wahnhafter Entscheid", angesichts dessen er sich entschieden habe, eine Million Dollar des israelischen UN-Beitrages zur Errichtung eines "Museums für das Erbe des jüdischen Volkes in Kiryat Arba und Hebron" umzuwidmen. Ferner sollen weitere Initiativen für das jüdische Erbe Hebrons gestärkt werden. Netanjahu kündigte außerdem an, den Bau eines umstrittenen Besucherzentrum im Ostjerusalemer Stadtteil Silwan voranzutreiben. Der sogenannte "Kedem Compound" soll südlich der Altstadtmauern in einem palästinensischen Wohnviertel entstehen.

Patriotischer russischer Maler Glasunow gestorben

Ilja Glasunow galt als einer der bekanntesten zeitgenössischen Maler Russlands

Der für seine patriotische Malerei bekannte russische Künstler Ilja Glasunow ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Ihr Vater habe einen Herzstillstand erlitten, sagte dessen Tochter Vera Glasunowa der Agentur Interfax in Moskau. Glasunow galt als einer der bekanntesten zeitgenössischen Maler in Russland und unterhielt enge Verbindungen zum Kreml. Präsident Wladimir Putin habe eine lange Freundschaft mit dem Maler gepflegt, sagte Sprecher Dmitri Peskow. "Der Präsident hat Glasunow immer für einen herrausragenden Künstler gehalten." Zu Glasunows zentralen Werken gehört das monumentale Gemälde "Ewiges Russland", das 1000 Jahre russischer Kultur und Geschichte abbildet.
Ein Werk zum Beitrag der sowjetischen Völker für die Weltkultur hängt bei der Unesco in Paris. Auch als Porträtmaler und Bühnenbildner für das Bolschoi-Theater in Moskau machte er sich einen Namen.

Hunderttausende beim CSD-Umzug in Köln

Kölner Christopher-Street-Day ist der größte in Europa

Bei sommerlichen Temperaturen haben Hunderttausende die Christopher-Street-Day-Parade in Köln verfolgt. "Die Stimmung ist fantastisch", sagte ein Sprecher zu Beginn. Man gehe nach Lage der Dinge wieder von rund 950 000 Zuschauern am Straßenrand aus. Der Kölner CSD ist die größte Demonstration von Schwulen, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuellen in Europa. Die Fußgruppen und rund 85 Mottowagen zogen durch die Stadt. Sie demonstrierten damit für eine rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben und gesellschaftliche Akzeptanz. Mit der Ehe für alle gab es diesmal auch richtig was zu feiern. Motto war allerdings "Nie Wieder", um an die Verfolgung Schwuler und Lesben unter nationalsozialistischer Herrschaft zu erinnern.

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