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Einstand | Beitrag vom 29.03.2021

Bodyshaming in der Gesangsausbildung "Man ist nie richtig"

Von Elisabeth Hahn

Skulptur einer Badenixe von der Künstlerin Leda Astorga, die eine füllige, liegende Frau beim Sonnenbaden zeigt, wobei über ihren Brustwarzen große, rote Blumen gelegt sind und sie eine bunte Badekappe trägt. (IMAGO / MAVERICKS)
Wunderschöne Kurven können auf der Bühne zum Problem werden (IMAGO / MAVERICKS)

Kritik gehört im Studium zum Alltag. Doch neben dem konstruktiven Feedback müssen sich Studierende immer wieder auch Kommentare über ihren Körper anhören. Über das Tabu „Bodyshaming“.

Zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu hässlich … Wer Musik studiert muss sich zuweilen beleidigende, diskriminierende Kommentare über den eigenen Körper und das Aussehen anhören. Offen gesprochen wird über "Bodyshaming" aber nicht.

"Es wäre gut, wenn du aufhörst, ein Foodie zu sein"

"Die perfekte Stimme im falschen Körper". Diesen Spruch musste sich eine Gesangsstudentin aus Hannover in einem Wettbewerb anhören. Schon vorher hatten ihr Dozentinnen und Dozenten regelmäßig geraten, doch deutlich abzunehmen.
Körperkult und Körperoptimierung. Der zweifelhafte Schönheits- und Perfektionswahn erfasst längst alle gesellschaftlichen Gruppen. Und so sind auch in den Musikhochschulen längst nicht nur die Sänger*innen betroffen, sondern ebenso Instrumentalist*innen, wenngleich deutlich weniger. Der Druck, wie eine Märchenprinzessin (oder ein Prinz) auszusehen und zu musizieren, ist für viele eine hohe psychische und körperliche Belastung. Gibt man ihm nach und hungert sich die Kilos ab, leidet möglicherweise die Stimme. Trotzt man dem Druck, gerät man schnell unter Verdacht, einfach nur faul zu sein. Doch wie wichtig ist die Optik, um einen bösen, zynischen Mephisto glaubhaft auf der Bühne darstellen zu können? Nach welchen Kriterien wird Kunst beurteilt? Beschweren sich nur Künstler*innen, deren Karriere nicht vorankommt? Ist "Bodyshaming" tatsächlich ein Problem? 

"Darling, Hauptsache, du siehst gut aus!"

Die Autorin hat Studierende, Professoren für Gesang getroffen sowie szenischen Unterricht in Frankfurt und München, außerdem hat sie einen Opernregisseur und einen Stimm-Experten besucht, um offen über ein Tabu zu sprechen.
 

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