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Dienstag, 25.06.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 14. Juni 2019

Bloomberg-Journalisten drohen Haftstrafen in Türkei

Zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Bloomberg droht wegen eines kritischen Berichts zur Währungskrise eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Ihnen wird der Versuch zur "Untergrabung der wirtschaftlichen Stabilität der Türkei" vorgeworfen, wie Bloomberg berichtet. Vorausgegangen war eine Beschwerde der türkischen Bankenaufsicht. Die beiden Bloomberg-Journalisten Kerim Karakaya und Fercan Yalinkilic müssen sich wegen eines Berichts von August 2018 über den Umgang der türkischen Behörden und Banken mit der Währungskrise verantworten. Mitangeklagt sind laut Bloomberg 36 Menschen wegen Kommentaren in den sozialen Medien, in denen sie sich kritisch zur türkischen Wirtschaftslage geäußert hatten. Der Prozess soll am 20. September beginnen.

Direktor des Jüdischen Museums Berlin tritt zurück

Nach den heftigen Debatten der letzten Tage ist der Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin, Peter Schäfer, von seinem Amt zurückgetreten. Die operative Leitung der Stiftung übernehme ab sofort deren Geschäftsführender Direktor Martin Michaelis. Der Stiftungsrat des Museums will sich am 20. Juni bei einer Sondersitzung mit der Nachfolge Schäfers beschäftigen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte in den letzten Tagen scharf kritisiert, dass das Museum per Internet eine Leseempfehlung für einen Zeitungsartikel über Wissenschaftler gegeben hatte, die den Beschluss des Bundestags gegen die BDS-Bewegung verurteilen. Die Bewegung ruft unter anderem zum Boykott israelischer Waren auf. Überdies hatte der Rat Vorbehalte gegen eine Jerusalem-Ausstellung des Museums vorgebracht. Schäfer hatte im "Tagesspiegel" betont, er bedauere den Anlass der Kritik "außerordentlich". Das Museum habe nie die Aufgabe gehabt, "in politischen Tagesfragen Partei zu sein und Stellung zu nehmen". Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat unterdessen den Rücktritt begrüßt. "Es ist ein wichtiger Schritt, um weiteren Schaden von der Institution abzuwenden", schrieb Zentralratspräsident Josef Schuster auf Twitter. Das Museum befinde sich derzeit in einer wichtigen Phase der Neuaufstellung, die zu einem guten Abschluss gebracht werden müsse.

Raif Badawi erhält Günter-Wallraff-Preis

Der in Saudi-Arabien inhaftierte Blogger Raif Badawi hat den Günter-Wallraff-Preis 2019 erhalten. Die Jury der Initiative Nachrichtenaufklärung würdigte ihn in Köln als "lebendigen Zeugen für Macht und Ohnmacht des kritischen Worts und der globalen Bedeutung des Projekts der Aufklärung". Weiterer Preisträger ist das "European Journalism Observatory". Das Medien-Netzwerk will die Qualität im Journalismus stärken und zu einem internationalen, objektiven Informationsaustausch beitragen. Raif Badawi wurde 2014 wegen seiner publizistischen Tätigkeit in Saudi-Arabien zu zehn Jahren Haft, 1.000 Peitschenhieben und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er habe sich in seinem Blog für Menschenrechte sowie die Gleichberechtigung von Männern und Frauen eingesetzt, so die Jury. An dem "European Journalism Observatory" sind Forscher und Institutionen aus 14 Ländern beteiligt. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien würdigte die Initiative als einen "im besten Sinn europäischen Beobachtungsposten, der zusammendenkt, was zusammengehört".

Uni Rostock präsentiert Amerika-Dokument von 1505

Mehr als 500 Jahre ist das Dokument alt, mit dem die Entdeckung Amerikas bekanntgegeben wurde. Es war damals in Rostock entstanden. Zum 600. Universitätsgeburtstag kehrt es nun in die Hansestadt zurück: Die Universitätsbibliothek Rostock hat die erste Folioausgabe "De novo mundo" (Eine neue Welt), des Briefs über die Neue Welt aus dem Jahr 1505, von Amerigo Vespucci erworben. Es sei das Werk gewesen, mit dem der Öffentlichkeit in Europa der neu entdeckte Kontinent Amerika erstmals bekanntgemacht wurde, sagte Bibliotheksdirektor Robert Zepf. Als einzige Ausgabe enthalte der Rostocker Druck als ganzseitige von Hand kolorierte Illustration eine Weltkarte nach dem antiken Geografen Claudius Ptolemäus. Die Folioausgabe sei bislang in Privatbesitz gewesen. Der rund 200 000 Euro teure Druck werde ab der kommenden Woche in der Jubiläumsausstellung zur 600-Jahr-Feier der Universität im Kulturhistorischen Museum Rostock präsentiert.

Roswitha-Haftmann-Preis für Valie Export

Der mit 150.000 Schweizer Franken dotierte Roswitha Haftmann-Preis 2019 geht an die österreichische Künstlerin Valie Export. Das hat der Stiftungsrat der Roswitha Haftmann-Stiftung heute beschlossen. Die Filmemacherin, Medien- und Performancekünstlerin, die seit 1967 ihren Künstlernamen als künstlerisches Konzept und Logo führt, wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, wie es hieß. Sie gehört nach Ansicht des Stiftungsrats zu den wichtigsten internationalen Pionierinnen dieser Kunstgattungen. Valie Export ist die 19. Künstlerin, der der Haftmann-Preis zuteilwird. Er wird am 27. September 2019 vor geladenen Gästen im Kunsthaus Zürich verliehen.

Almodóvar bekommt Goldenen Löwen für Lebenswerk

Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar bekommt vom Filmfest Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Almodóvar habe die "facettenreichsten, kontroversesten und provokativsten Porträts der Post-Franco-Zeit in Spanien" geschaffen, teilte Festivaldirektor Alberto Barbera mit. Seine Filme behandelten Themen wie "Verlangen" und "Identität" und hätten eine besondere Bildkraft. Der 69 Jahre alte Almodóvar ist bekannt für Filme wie "Alles über meine Mutter", "Volver" oder "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Sein aktueller Film "Leid und Herrlichkeit" mit Antonio Banderas und Penélope Cruz feierte kürzlich in Cannes Premiere. "Dieser goldene Löwe wird neben meinen zwei Katzen mein Haustier", zitierte das Filmfest von Venedig den Spanier. Das Festival gehört zu den wichtigsten der Welt und läuft in diesem Jahr vom 28. August bis 7. September.

Geschlechter-Klischees in britischer Werbung verboten

Werbung mit klischeehafter Darstellung von Frauen oder Männern, die deren Fähigkeiten infrage stellt, ist in Großbritannien ab sofort verboten. Eine entsprechende Regelung der zuständigen Aufsichtsbehörde in Großbritannien trat in Kraft. Damit soll die Verbreitung schädlicher Geschlechterklischees eingedämmt werden, teilte die Advertising Standards Authority (ASA) mit. "Wir haben herausgefunden, dass manche Darstellungen in der Werbung eine Rolle dabei spielen, das Potenzial von Menschen zu beschränken", sagte ASA-Geschäftsführer Guy Parker einer Mitteilung zufolge. Die Aufsichtsbehörde prüft künftig Werbespots, Anzeigen oder Plakate auf deren Vereinbarkeit mit der neuen Regelung. Nicht verboten sei weiterhin Werbung, die sich wegen des Produkts nur an ein Geschlecht richte, oder Männer und Frauen beim erfolgreichen Verrichten einer vermeintlich typischen Tätigkeit zeigten. Zum Beispiel dürften Männer weiterhin als Heimwerker dargestellt werden oder Frauen beim Shopping, so die Behörde.

Can Dündars Ehefrau aus Türkei geflohen

Nach fast drei Jahren erzwungener Familientrennung durch den türkischen Staat ist die Ehefrau des regierungskritischen Journalisten Can Dündar in Deutschland angekommen. Sie sei seit Dienstag im Land, sagte Dilek Dündar der Deutschen Presse-Agentur in einem Telefongespräch. Die türkische Ausreisesperre gegen sie sei weiter in Takt. Zu den Umständen ihrer Ausreise wollte sie nicht Stellung nehmen. Ihr Mann Can Dündar ist als Ex-Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet" in der Türkei auch wegen Terrorvorwürfen angeklagt und lebt seit dem Spätsommer 2016 im deutschen Exil. Seiner Frau hatten türkische Behörden kurz darauf den Reisepass entzogen.

Anhörung zur Auslieferung Assanges Anfang 2020

Wikileaks-Gründer Julian Assange muss sich Anfang kommenden Jahres einer Gerichtsanhörung zu seiner von den USA beantragten Auslieferung wegen Geheimnisverrats stellen. Ein Richter am Westminster Magistrates' Court setzte den Termin auf den 25. Februar fest. Die Anhörung wird vermutlich fünf Tage dauern. Assange, der erkrankt ist, erschien per Videoverbindung. Zu den 18 Anklagepunkten, die die US-Justiz gegen ihn vorbringt, sagte er: "Es geht gewissermaßen um 175 Jahre meines Lebens." Das ist die addierte Höchststrafe, sollte Assange in allen Punkten schuldig gesprochen werden, darunter Verschwörung zum Hacken von Computern der Regierung. Assange hatte im April die ecuadorianische Botschaft in London verlassen müssen, wo er jahrelang festsaß, nachdem Ecuador ihm politisches Asyl gewährt hatte. Er wurde festgenommen und in Großbritannien zu 50 Wochen Haft verurteilt, weil er gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte.

Bühnenverein diskutiert gesellschaftspolitische Themen

Geschlechtergerechtigkeit, Machtmissbrauch, Rechtspopulismus - der Deutsche Bühnenverein will sich bei seiner Jahrestagung mit zahlreichen gesellschaftspolitischen Themen befassen. Zum Auftakt am Freitag betonte Vereinspräsident Ulrich Khuon: "Die Kunst hat eine gesellschaftliche Relevanz. Sie muss aber eine besondere Form, eine künstlerische Verschärfung, finden, um das zu präsentieren, was sie ausdrücken will." Noch bis Samstag wollen sich die etwa 250 Intendanten, Kulturpolitiker und Verwaltungsdirektoren zu internen Gremiensitzungen und Workshops zusammensetzen.

Missy Elliott erste Rapperin in Songwriters Hall of Fame

Als erste Rapperin ist Missy Elliott in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen worden. Die Zeremonie in New York wurde zu einer Revue ihrer über zwei Jahrzehnte umfassenden Karriere. Kolleginnen, Freundinnen und Weggefährtinnen der 47-Jährigen wie Queen Latifah würdigten ihre Kreativität und selbst die frühere First Lady Michelle Obama outete sich als Fan. "Missy, ich will dir für all deine bahnbrechenden Wege danken", sagte Obama in einer Videobotschaft. Elliott hielt eine emotionale Dankesrede. Neuen Künstlern wolle sie einfach sagen, nicht aufzugeben. Jeder mache mal eine Schreibblockade durch: "Aber gebt nicht auf, denn ich stehe hier. Und das ist auch großartig für den Hip-Hop."

Erstes Wirtschaftsmuseum Europas in Paris

In Paris wird heute das erste Wirtschaftsmuseum Europas eröffnet. Im früheren Gebäude der Banque de France soll die Ausstellung mit dem Namen "Stadt der Wirtschaft und des Geldes" das Weltwirtschaftsgeschehen einem breiten Publikum verständlich machen. So können Besucher zum Beispiel in Konferenzräumen Klimagipfel nachspielen, auf denen Wirtschaftsinteressen verschiedener Länder aufeinandertreffen. Bei Nachfragen stehen Museumsmitarbeiter, meist Ökonomen, Rede und Antwort.

Digitaltechnik für Schulen zum Ausprobieren

In einem neuen Labor in Berlin, dem math.media.lab, können Lehrer und Schüler digitale Geräte für den Mathe-Unterricht testen. Außerdem soll das Labor für die Lehrer-Ausbildung genutzt werden. Initiatorin Katja Eilerts von der Humboldt-Universität will damit für mehr Orientierung sorgen. "Schulen sollen zwar digitale Lehr- und Lernmethoden im Unterricht verwenden, sind aber unsicher, welche Geräte, Apps und Vorgehensweisen geeignet sind", sagt die Expertin für Mathematikdidaktik in der Grundschule. An diesem Freitag wird das Labor offiziell eröffnet. In den kommenden Jahren können die Schulen in Deutschland mehr als fünf Milliarden Euro abrufen, um schuleigenes WLAN aufzubauen, interaktive Tafeln anzuschaffen - sogenannte Smartboards - oder auch Tablets zu kaufen. Möglich ist dies durch den Mitte Mai in Kraft getretenen Digitalpakt Schule des Bundes.

Concord-Musikkonzern übernimmt Sikorski-Gruppe

Zwei der weltweit führenden Verlage für klassische Musik, die Hamburger Sikorski-Gruppe und der Verlag Boosey & Hawkes, werden unter einem Dach zusammengeschlossen. Mit der Übernahme von Sikorski durch die Concord Music Publishing entstehe ein breitgefächterter Katalog vor allem mit Werken der russischen Musik, teilte Concord in Berlin mit. Sikorski besitzt die Rechte unter anderem an Komponisten wie Dmtri Schostakowitsch, Sergei Prokofiew und Alfred Schnittke. Boosey & Hawkes mit Hauptsitz in London gilt als Marktführer für zeitgenössische Klassik. Die Dachgesellschaft Concord Music Publishing verfügt über die Urheberrechte an mehr als 390 000 Werken- von Frank Sinatra bis Igor Strawinsky.

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