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Dienstag, 13.11.2018
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 23. Juni 2018

Grimme Online Award geht an "maiLab"

Jury-Vorsitzender mahnt mehr Mut zu neuen Experimenten an

Der Grimme-Preis für Online-Angebote geht in diesem Jahr an den YouTube-Wissenschaftskanal "maiLab" des ARD-ZDF-Jugendangebots Funk, der auch den Publikumspreis gewann. In dem YouTube-Kanal erläutert die promovierte Chemikerin Mai Thi Nguyen-Kim ausgehend von Alltagsproblemen wissenschaftliche Zusammenhänge. Bei der Preisverleihung in Köln sagte sie, Wissenschaft passiere nicht nur im Labor, sondern sei Teil der Gesellschaft. Deshalb müsse man vieles besser verstehen. In der Kategorie "Kultur und Unterhaltung" gewannen das Projekt "Ein deutsches Dorf" der Henri-Nannen-Journalistenschule und das Web-Angebot "Bewegte Jahre - auf den Spuren der Visionäre" des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe. Der Grimme-Online-Award gilt als wichtigste deutsche Auszeichnung für hochwertige Publizistik-Beiträge im Internet. Einen Preisträger in der Kategorie "Information" gibt es in diesem Jahr nicht. Der Vorsitzende der Jury Kai Heddergott mahnte im Deutschlandfunk Kultur mehr Mut zu neuen Experimenten an.

Welterbekomitee tagt in Bahrain: Zwei deutsche Stätten hoffen

Der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt versucht es zum dritten Mal

In Bahrain beginnt am Sonntag die Tagung des Welterbekomitees der UNESCO. Auch zwei deutsche Stätten hoffen, in die Welterbe-Liste aufgenommen zu werden: die Wikingerstätten Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein sowie der Naumburger Dom in Sachsen-Anhalt. Für die Bewerbung aus Sachsen-Anhalt ist es der dritte Versuch. Zweimal war die Aufnahme des Doms samt der hochmittelalterlichen Landschaft an Saale und Unstrut vergeblich beantragt worden. Nun soll es eine Bewerbung mit dem Dom alleine schaffen. Auch die Wikingerstätten gehen mit einer deutschen Einzelbewerbung an den Start. Einen internationalen Antrag von Wikingerstätten gemeinsam mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen hatte das Welterbekomitee 2015 zur weiteren Überarbeitung zurückgewiesen. Mit den Entscheidungen über die deutschen Bewerbungen wird am kommenden Wochenende gerechnet. Insgesamt berät das Komitee über 31 Nominierungen.

Mafia-Kritiker Saviano lässt sich nicht einschüchtern

Der neue Innenminister droht, ihm den Personenschutz zu entziehen

Der italienische Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano ("Gomorrha") will sich vom neuen Innenminister Matteo Salvini nicht einschüchtern lassen. Das schrieb er in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", nachdem der Chef der rechtsgerichteten Lega-Partei gedroht hatte, ihm den Polizeischutz zu entziehen. Darin verglich er zudem Salvinis Drohgebärden mit denen italienischer Mafia-Clans und warf ihm Beziehungen seiner Partei mit der `Ndrangheta vor. Außerdem solle der Innenminister lieber über veruntreute Gelder der Lega und seine eigenen Schulden reden, als über die Kosten des Polizeischutzes für ihn. Des Weiteren bezeichnete Saviano den italienischen Innenminister als "Witzbold", vor dem er "keine Angst" habe "und mit Witzbolden diskutieren ist Zeitverschwendung". Der Schriftsteller Saviano (38) wurde mit seinem Buch "Gomorrha" über die Camorra-Clans in seiner Heimatstadt Neapel 2006 international bekannt und erhielt Todesdrohungen. Er steht deshalb seit vielen Jahren unter Polizeischutz. Er kritisiert aber auch die fremdenfeindlichen Strömungen in Italien und setzt sich für Migranten ein, die der aus Norditalien stammende Salvini aus dem Land werfen will.

Das Cover des "Time-Magazin" sorgt für Diskussionen

Fox News spricht von einem Fehltritt

Das Time-Magazin-Cover zeigt eine Montage, um die umstrittene Praxis der amerikanischen Regierung zu illustrieren, Kinder an der südlichen Grenze von ihren Familien zu trennen: Ein weinendes Mädchen steht Präsident Trump gegenüber. Daneben die Aufschrift: "Welcome to America" ("Willkommen in Amerika"). Wie sich herausstellte, wurde das Mädchen in Wirklichkeit gar nicht von der Mutter getrennt, sondern weint aus einem anderen Grund. Das Weiße Haus warf den Medien vor, das Foto instrumentalisiert zu haben. Der Sender Fox News, der Trump wohlgesonnen ist, sprach von dem "jüngsten Fehltritt" der Medien. Trumps sogenannte Null-Toleranz-Politik hatte weltweit Entsetzen ausgelöst.

Mittelalterliche Handschrift zurück in Berlin

Sie wurde 1941 nach Schlesien gebracht. Dort verlor sich ihre Spur.

Eine zeitweise verschollene mittelalterliche Handschrift ist nach 77 Jahren in die Berliner Staatsbibliothek zurückgekehrt. Zu verdanken ist das einer länderübergreifenden Zusammenarbeit von vier Institutionen aus Frankreich, Deutschland und den USA. Die Handschrift aus dem 15. Jahrhundert enthält auf 100 Pergamentseiten zwei mit drei großen und 18 kleinen Miniaturen ausgemalte sogenannte Fürstenspiegel - Texte mahnender und belehrender Art, die für Adlige und ihre Erzieher verfasst wurden. Sie sollten künftigen Regenten das Rüstzeug für gutes Regieren und Handeln mitgeben. Das Preußische Königshaus hatte die französische Handschrift im Jahr 1852 der heutigen Staatsbibliothek geschenkt.
1941 kam die Handschrift zusammen mit anderen Stücken der Bibliothek nach Schlesien ins Schloss Fürstenstein, um Kriegsschäden zu vermeiden. Dort verlor sich den Angaben zufolge ihre Spur.

Regierungsstrategie zu Künstlicher Intelligenz

Bundeskanzlerin will Forscher in Deutschland halten

Die Bundesregierung entwickelt nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel Eckpunkte für eine Strategie zum Thema Künstliche Intelligenz, die im Herbst verabschiedet werden soll. "Wir Deutschen haben eine gute Forschungsgrundlage und beschäftigen uns seit Jahrzehnten mit der Künstlichen Intelligenz", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Sie forderte noch mehr Anstregung, weil viele Digital-Unternehmen aus Asien und Amerika kämen. Als ein Ziel der Bundesregierung nannte Merkel, gute Forscher in Deutschland zu halten und sie mit den wirtschaftlichen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in Verbindung zu bringen. Am Mittwoch kommt zum ersten Mal der Kabinettausschuss Digitalisierung zusammen.

Schlagzeuger von Metal-Band Pantera gestorben

Er wurde 54 Jahre alt

Der Schlagzeuger und Mitgründer der erfolgreichen Metal-Band Pantera ist tot. Vinnie Paul, der seit 2006 auch für die Band Hellyeah am Schlagzeug gesessen hatte, sei im Alter von 54 Jahren gestorben, teilte Pantera auf Facebook mit. Details über Pauls Todesumstände nannte sie nicht. Der in Texas als Vincent Paul Abbott geborene Musiker hatte Pantera 1981 mit seinem Bruder Dimebag Darrell gegründet. Der Durchbruch kam mit dem Album "Vulgar Display of Power" von 1992, das die Band neben großen Namen wie Metallica, Megadeth und Slayer etablierte. Pantera wurde für vier Grammys nominiert, das Album "Far Beyond Driven" von 1994 gilt unter Fans als Klassiker. Darrell wurde 2004 während eines Konzerts der Nachfolger-Band Damageplan in Columbus (Ohio) auf der Bühne erschossen. 2006 gründete sich in Dallas (Texas) die Band Hellyeah - eine sogenannte Supergroup aus Musikern bereits bestehender, erfolgreicher Bands. Hellyeah hatte im Herbst Auftritte in Texas und Kalifornien geplant.

Deutsche Sängerin in West-Türkei festgenommen

Sie hat bei Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Partei HDP gesungen

Nach der kurzzeitigen Inhaftierung einer deutschen Geschäftsfrau in der Türkei haben türkische Behörden eine weitere Deutsche festgenommen. Die Sängerin aus Köln mit kurdischen Wurzeln sei in der Nacht zum Samstag im westtürkischen Edirne nach einer Wahlkampfveranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP inhaftiert worden, sagte ein HDP-Politiker der Stadt. Polizisten hätten den Parteibus angehalten und die Frau mitgenommen. Sie habe bei HDP-Veranstaltungen gesungen und damit den Wahlkampf unterstützt. Am Sonntag wählt die Türkei den Präsidenten und ein neues Parlament. Einer Anwältin zufolge, die die Erstbetreuung der Sängerin übernahm, muss die Frau wegen der bevorstehenden Wahlen bis Montag in Polizeigewahrsam bleiben und wird erst dann der Staatsanwaltschaft vorgeführt.

Denkmal für SS-Veteranen in Estland enthüllt

Estnische Regierung distanziert sich von der Gedenktafel

In Estland ist ein umstrittenes Denkmal für einen ehemaligen Waffen-SS-Legionär enthüllt worden. Anlässlich des 110. Geburtstags von Alfons Rebane (1908-1976) hat ein Veteranenverein an der Außenwand eines Privathauses in der Kleinstadt Mustla eine Gedenktafel angebracht. Darauf ist Rebane in SS-Uniform mit dem estnischen Wappen auf dem Ärmel abgebildet. Rebane hatte sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig der Wehrmacht angeschlossen und übernahm später im Kampf gegen die Rote Armee das Kommando einer estnischen Einheit der Waffen-SS. Die estnische Regierung distanzierte sich von der Gedenktafel. Der Vorsitzende der Gemeindeverwaltung dagegen begrüßte das Denkmal.

Netflix entlässt Kommunikationschef

Grund sind rassistischer Beleidigungen

Der US-Streamingdienst Netflix hat seinen Kommunikationschef Jonathan Friedland wegen rassistischer Beleidigungen entlassen. Friedland soll bei Konferenzen zweimal das "N-Wort" benutzt haben, erklärte der US-Konzern. Die Bezeichnung für Afroamerikaner stammt aus der Sklavenzeit und gilt heute als stark herabwürdigend und rassistisch. Der Ex-Kommunikationschef entschuldigte sich auf Twitter. Der erste Vorfall habe sich bereits "vor mehreren Monaten" in einer Konferenz ereignet, hieß es in einem Memo von Netflix-Geschäftsführer Reed Hastings, das das US-Magazin "Variety" veröffentlichte. Zwar habe Friedland sich entschuldigt, dabei allerdings einen "tiefgreifenden Mangel an Verständnis" demonstriert. Friedland war seit sieben Jahren für den Streamingriesen Netflix tätig. Zuvor hatte er in der Unternehmenskommunikation für Disney sowie zehn Jahre als Journalist für das Wall Street Journal gearbeitet.

Garnisonkirche: Initiative fordert Baustopp in Potsdam

Sie sehen in ihr eine Stätte des preußischen Militarismus

Zum 50. Jahrestag der Sprengung der Potsdamer Garnisonkirche haben die Gegner des umstrittenen Wiederaufbaus einen Baustopp gefordert. Dies böte die Chance, die Bürger bei der Oberbürgermeisterwahl im September zu dem Neubau der einstigen Militärkirche zu befragen, sagte der Sprecher der Initiative "Potsdam ohne Garnisonkirche", Simon Wohlfahrt. Die Garnisonkirche war im Frühling 1968 auf Geheiß der DDR-Führung in mehreren Schritten gesprengt worden. Seit dem vergangenen Herbst läuft der Wiederaufbau des 90 Meter hohen Kirchturms. Dagegen wenden sich in mehreren Initiativen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den "Tag von Potsdam" im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gereicht hatte.

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