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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 30.12.2017

Blick ins WeltallSind wir allein im Universum?

Moderation: Gisela Steinhauer

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Dunkle Materie, aufgenommen vom Hubble Space Teleskop und dem Chandra X-Ray Observatorium. Auf dem Bild sind Sterne zu sehen und eine Art lila-rosafarbenen Nebels. (dpa / picture alliance / Landov)
Blick in unendliche Weiten. Viele Forscher halten extraterrestrisches Leben für möglich. (dpa / picture alliance / Landov)

Ein Jahreswechsel hat immer etwas Geheimnisvolles, und viele Menschen fragen sich, ob nicht doch etwas über unsere Zukunft in den Sternen steht. Wir schauen mit zwei Wissenschaftlern ins Weltall, um zu erfahren, was uns die Sterne wirklich erzählen können.

"Die Astronomie ist überall", sagt der Astronom Florian Freistetter. "Das Universum ist nicht irgendwo da draußen, in den Tiefen des Alls; es ist gleich um die Ecke, direkt vor unserer Nase." Freistetter ist Autor mehrerer populärer Sachbücher über das Weltall, er ist Blogger und Wissenschaftskabarettist. Mit seinen "Science Busters" zaubert er auf der Bühne schon mal mit Hilfe von flüssigem Stickstoff Champagner-Eis. Die Faszination seiner Wissenschaft erklärt er gern mit einem Glas Bier: "Das Universum ist auch in einem Bierglas: Das Wasser dafür muss irgendwo herkommen. Als die Erde entstand, war es dort sehr trocken; zwei Drittel des heutigen Wassers wurde durch Asteroiden und Kometen hertransportiert. Und wenn wir heute ein Bier trinken, trinken wir etwas von einem Asteroiden von vor vier Milliarden Jahren. In jeder Kalorie steckt die Energie der Sonne!"

Prähistorische Götterwelt und moderne Wissenschaft: Ein traditioneller hawaiischer Tempel auf dem Gipfel des Vulkans Mauna Kea, im Hintergrund Teile des Mauna Kea-Observatoriums (imago/epd)Dem Himmel nah: Observatorium auf dem Vulkan Mauna Kea auf Hawaii - eine der bedeutendsten atronomischen Einrichtungen der Gegenwart. (imago/epd)

"Die Gestirne sind weit weg – verdammt weit weg. Die bekannten physikalischen Kräfte dieser Himmelsobjekte haben so gut wie keine Wirkung auf uns Menschen", sagt der Wissenschaftsjournalist Dirk Lorenzen. Der Astrophysiker berichtet regelmäßig für die Programme des Deutschlandradios; unter anderem ist er einer der Hauptautoren der täglichen "Sternzeit" im Deutschlandfunk. "Ist bei der Geburt eine 70 Kilogramm schwere Hebamme einen halben Meter vom Baby entfernt, so ist allein ihre physikalische Anziehungskraft größer als die des Planeten Mars bei seiner erdnächsten Stellung. Und selbst diese extreme Erdnähe erreicht Mars nur alle 20 Jahre mal."

Zum Beispiel im kommenden Jahr: Am 27. Juli 2018 können Sternenbegeisterte nicht nur das Phänomen der "Marsopposition" beobachten. Dann stehen sich Mars und Sonne gegenüber – und der rote Planet ist der Erde besonders nah. An dem Tag ist in Deutschland zudem eine totale Mondfinsternis zu sehen – ein Fest für alle Himmelsbeobachter, so Dirk Lorenzen, der sich selbst als "finsternissüchtig" bezeichnet.

Leben im All? Viele Forscher glauben daran

Die Frage nach etwaigem Leben im All beantwortet er diplomatisch:  "Ich bin absolut überzeugt davon; es wäre doch absurd zu glauben, dass es das nicht gibt." Die Frage sei, wie weit entwickelt dieses Leben ist. Und wenn es sich tatsächlich um intelligente Wesen handeln sollte, wie sollte man sie finden? Wie sollten wir Kontakt aufnehmen? "Der nächste Stern ist vier Lichtjahre entfernt. Wenn wir heute `Hallo´ sagen, dann braucht dieses Signal vier Jahre, um dort anzukommen. Also kriegen wir die Antwort nach acht Jahren …"

Urknall und Unendlichkeit – Faszination Weltall

Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9.05 Uhr bis 11 Uhr mit Florian Freistetter und Dirk Lorenzen. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254, per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de sowie auf Facebook und Twitter.

Informationen im Internet:
Über Florian Freistetter: www.florian-freistetter.de/
Über die "Sternzeit" im Deutschlandfunk mit Dirk Lorenzen: www.deutschlandfunk.de/sternzeit.731.de.html

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