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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 14.02.2016

Blick auf ein bewegtes LebenEine lautstarke Heroin, eine dickköpfige Heldin

Von Elena Griepentrog, Berlin

Passanten auf nassem Kopfsteinpflaster einer Straßenecke in der Altstadt von Riga bei Nacht am 01.09.2013. (picture alliance / dpa / Robert B. Fishman, ecomedia)
Straßenecke in der Altstadt von Riga (picture alliance / dpa / Robert B. Fishman, ecomedia)

Valentina Freimane, geboren 1922 in Riga, ist in Lettland eine nationale Legende. In ihrem Leben spiegelt sich das dramatische 20. Jahrhunderts wider. Elena Griepentrog hat die Film-, Theater- und Kunstwissenschaftlerin in ihrer Berliner Wohnung besucht.

Ihre kleine Wohnung in Berlin-Kreuzberg platzt aus allen Nähten. An fast jedem Quadratmeter Wand ein Regal, unzählige Filme und Bücher sind hier sorgsam untergebracht. Doch überall liegen noch weitere Stapel. Die Wohnung ist einfach zu klein für Valentina Freimane. Und für ihr Leben. Valentina Freimane! Eine lebende Legende. Die kleine, alte Dame liegt mir gegenüber im Sessel, fast eher als dass sie sitzt. Seit zwei Unfällen vor ein paar Jahren ist sie noch nicht ganz wieder hergestellt.

Berlin ist Freimanes eine Heimat. Ihre andere ist Riga. Dort lebt sie zusammen mit ihrer Tochter, in einer klassisch- großbürgerlichen Fünf-Zimmer-Wohnung. In Lettland ist Valentina Freimane eine kulturelle und nationale Instanz. Doch, was heißt schon lettisch! In Osteuropa ist die Sache mit der nationalen Identität bekanntlich immer etwas komplexer gewesen. Geboren wird Freimane als Valentina Loewenstein, 1922 in Riga, als Kind einer gebildeten, liberal-weltoffenen jüdischen Familie. Zu Hause wird Deutsch gesprochen, auch russisch mit der Großmutter. In ihrem Deutsch liegt noch immer ein leichter Akzent, ähnlich dem der Deutschbalten. Der Vater ist Rechtsberater bei der UFA in Berlin, so verbringt Valentina ihre Kindheit zum Teil in Paris, vor allem aber in Berlin:

"Riga ist meine Heimatstadt, das ist das, was sich nicht geändert hat, dieses Gefühl des ruhigen Heimathafens. Das Gefühl der Familie, der Herkunft, war immer verbunden mit Riga. Berlin hingegen war in meiner Kindheit für mich der Platz der verschiedenen Abenteuer und der Erlebnisse. Berlin war dynamisch, Riga war ein stabiler Ort, wo sich in meiner Vorstellung nichts änderte, man kehrte zurück zu dem, was man liebte."

Bei Loewensteins gehen Filmstars ein und aus, zu glamourösen Partys kommen Freunde und Bekannte aus ganz Europa. Doch Mitte der 30er Jahre muss die Familie nach Riga zurückkehren, die politischen Verhältnisse in Deutschland werden für Juden immer bedrohlicher. In der Familie jedoch wird Valentina geliebt und hat jegliche geistige Freiheit - das wissensdurstige Kind nutzt sie reichlich. 1940 der Riss, die behütete Kindheit und Jugend findet ein grausames Ende.

Die Welt, in der Valentina Freimane groß geworden ist, gibt es nicht mehr

Die Sowjetunion marschiert ein und okkupiert das kleine Lettland. Viele von Valentinas Verwandten werden als Angehörige der Bourgeoisie nach Sibirien deportiert oder umgebracht. Ein Jahr später besetzt Nazi-Deutschand das Land. Valentina muss nun untertauchen, ihr junger Ehemann versteckt sie, wird verraten und ermordet, ihre Eltern und Verwandten sterben im Rigaer Ghetto. Valentina selbst überlebt dreieinhalb Jahre in wechselnden Verstecken. Als sie wieder ans Tageslicht treten kann, ist sie ganz allein auf der Welt.

"Ich musste völlig bei Null anfangen, auf einer Nullplattform. Als ob ich auf einen fremden Planeten katapultiert werde. Das einzige, was ich mitnehmen konnte, das war ja viel, das war das, was ich in meinem ersten Leben - das Geschenk der Kultur. Ich hatte meine Bücher, ich hatte meine Musik, das war das, was vom alten Leben übrig geblieben war. Und das konnte man weiterführen. Aber lebendige Menschen gab es nicht."

Auch die Welt, in der Valentina Freimane groß geworden ist, gibt es nicht mehr. Lettland wird Teil der Sowjetunion, die Parteikader übernehmen die Macht, die Verbindung nach Westeuropa wird gekappt. Doch ihre behütete Kindheit hat der jungen Valentina offenbar ein stabiles Fundament gegeben. Sie fängt von vorn an, lebt nun ein Leben in lettischer Umgebung, studiert, findet neue Freunde. Der gemeinsame Feind – die sowjetischen Besatzer – und die ständige Gefahr einer Deportation schweißt die Reste der lettischen Elite zusammen. Und sie heiratet noch einmal, erzählt sie, einen lettischen Juden.

Das Leben in der Sowjetunion bedeutet für Valentina Freimane viele Einschränkungen. Als Jüdin ist sie auch unter den neuen Herrschern nicht gern gesehen, schon, dass sie überlebt hat, macht sie verdächtig. Hinzu kommt ihre großbürgerliche Herkunft. Sie bekommt absolutes Auslandsverbot. Dreizehn Jahre lang wird sie sogar in die lettische Provinz verbannt. Auch eine Führungsposition ist ausgeschlossen. Dennoch hat sie ein erfülltes Berufsleben - als Journalistin und als  Film-, Theater- und Kunstwissenschaftlerin.

"Ich hatte das Glück, in den Kreisen der lettischen Gesellschaft zu verkehren, die sich mit Kunst und Kultur beschäftigten, und ich hatte wirklich einen außerordentlich interessanten und auch berühmten Freundeskreis, die mir manchmal sogar auch in schweren Situationen sehr helfen konnten. Weil ich wurde ständig beobachtet, das war mir gar nicht klar, ich habe mich niemals direkt mit Politik beschäftigt, aber mein ganzes Wesen und auch meine Meinungen, die ich, ohne mich zu genieren auch aussprach, machten mich zu einem Menschen, den die so genannten Organe, der KGB und die Partei, immer mit Misstrauen betrachteten."

Ihre zweite Ehe, wohl eher aus der Not heraus geschlossen, scheitert. Doch völlig unerwartet trifft sie noch einmal eine große Liebe, Valts Grevins, ein verfemter lettischer Dichter und Autor.

Verheerender Verrat durch einen Freund

Grevins leidet unter seinem Druckverbot, nach dem Tod von Stalin schöpfen beide jedoch Hoffnung. Grevins beteiligt sich an einem Ideenwettbewerb für eine Theaterkomödie und gewinnt. Er lädt Kollegen ein, trägt ihnen einige Passagen vor.

"Es waren fünf Mann da, ein Regisseur, ein Theaterdirektor, ein Schauspieler, ein Kritiker, alles Freunde, und mein Mann las die noch nicht fertigen ersten zwei Akte vor, allen gefiel es sehr, alle lachten und freuten sich, und der Direktor sagte, er nimmt das in sein Theater. Zwei Tage später erschien ein großer Artikel in der Parteizeitung der Republik, dass Valts Grevins hat ein Stück geschrieben, das das sowjetische Leben verhunzt und belügt und so weiter, also ein fürchterlicher Verriss von etwas, was noch nicht geschrieben war. Mein Mann brach zusammen, er verlor seinen Schlaf, und stopfte sich voll mit irgendwelchen fürchterlichen Schlafmitteln und Beruhigungsmitteln und mit allem möglichem."

Der verheerende Verrat durch einen Freund, die Angst vor politischen Folgen sind zu viel für den sensiblen Dichter. Eines Tages trinkt er sich einen Schwips an, kann nun endlich einschlafen. Doch er wacht nicht mehr auf, die ungewohnte Mischung aus Alkohol und Schlafmitteln hat seine Atmung aussetzen lassen. Für Valentina Freimane und ihre Tochter ein schwerer Schlag, der alte Erinnerungen weckt.

"Beide Ehemänner, die ich wirklich geliebt habe, beide sind  tragisch gestorben. Und ich sage immer, die eine totalitäre Macht hat mir den einen Mann umgebracht, und die zweiten den zweiten, weil ich schaue auf meinen Mann wie auf ein Opfer des Sowjetsystems."

Valentina Freimane hat ein Fülle von Grauenhaftem erlebt. Bei vielen Menschen hätte schon eine einzige Erfahrung davon genügt, um sie nachhaltig zu traumatisieren. Wie kommt es nur, dass sie trotzdem in so aufgeräumter, beinahe heiterer Verfassung vor mir sitzt? Ihre Haut ist außergewöhnlich glatt, so wirkt sie deutlich jünger als 93. Die Haare dunkel und wohl frisiert, auf den Lippen roter Lippenstift. Von Verbitterung keine Spur, auch nicht, wenn sie vom Verlust ihres geliebten dritten Ehemanns Valts Grevins erzählt:

"Ich war plötzlich wieder in dem Zustand, in dem ich vor vielen Jahren gewesen war. Dem Zustand, dass ich im Grund genommen nicht richtig reagieren konnte auf die Welt. Die Schmerzen waren auch nicht so fühlbar, weil ich wieder so wie eingefroren war. Dieser Zustand, den ich hatte, als ich versteckt war, nachdem mein Mann umgebracht worden war, meine ganze Familie tot war, ich war im Grunde genommen menschlich nicht adäquat. Ich reagierte nur oberflächlich auf Dinge. Ich war einfach so wie taub."

Nach und nach erwacht Valentina Freimane wieder zum Leben. Sie wird von einem guten Arzt betreut, darf von der Provinz wieder in die Hauptstadt zurück ziehen, ist beschäftigt mit Alltagsfragen wie Wohnungssuche und Umzug. In Riga arbeitet sie nun an der Akademie der Wissenschaften.

"Ich kam wieder in ein neues Milieu und hatte eine gute Kollegenschar um mich herum, ich hatte eine interessante Arbeit, und allmählich ergab sich für mich wieder die Möglichkeit, ein ganz normales Leben zu führen. Aber, sagen wir, im Grunde genommen war mein Privatleben ja damit zu Ende. Ich war damals 39. Ich hatte außer meiner Tochter keine Familie mehr. Niemanden. Damit muss man fertig werden."

Geholfen hat ihr dabei ihr heiteres Grundnaturell, sagt sie selbst. Und die tiefe Freude an Literatur, Musik, an Kunst, an Gesprächen mit klugen Menschen. Und auch ihr enges und kreatives Verhältnis zu ihren Studenten, durchweg Schauspieler und Schauspielerinnen.

Eine hoch anerkannte Persönlichkeit

Vielen hat sie mit zum Erfolg verholfen, es gibt in der mittleren und älteren Generation in Lettland kaum einen darstellenden Künstler, der nicht von ihr geprägt wurde. Die Zeit mit den Studenten sei sehr beglückend gewesen.

Ohne Zweifel: Valentina Freimane hat ein schweres Leben gehabt. Andere gehen vielleicht den Weg der tiefenpsychologischen Verarbeitung. Valentina Freimane hat sich vor allem durch Selbstdisziplin gerettet, ergänzt durch die Glückserlebnisse in Kunst und Literatur, ihre Offenheit für Neues. Vermutlich aber auch durch einen angeborenen Eigensinn. Und die Fähigkeit, eigenständig zu denken.

"Ich habe immer einen sehr starken Willen gehabt, mich nicht zu beugen und niemals die Waffen ins Gebüsch zu werfen. Diese innere Einstellung: Ihr werdet mich nicht kleinkriegen. Das "Ihr" waren verschiedene Kräfte. Das hat mir geholfen, also, das ist immer so gewesen. Und das hat mir dann auch die Freude bereitet, fest zu stellen, dass mit einer solchen Einstellung man wirklich oft Widerstände überwinden kann, die sonst unüberwindlich scheinen."

Eine lautstarke Heroin, eine dickköpfige Heldin, eine klassische Anführerin ist Valentina Freimane nicht. Sie hat eher geschickt Spielräume genutzt und erweitert. So zeigt sie im sowjetischen Lettland Studenten und Kollegen geheime Kopien von Filmen aus aller Welt, eigentlich gedacht für die Nomenklatura. Im zwangsisolierten Lettland öffnet sie damit wieder ein Fenster in den Westen.

Trotz allem, Valentina Freimane ist ein Mensch aus Fleisch und Blut. Zum Glück, denke ich mir. Im Rückblick hätte sie sich auch gut ein leichteres Leben vorstellen können:

"Ja, natürlich wünsche ich mir das! Das wäre ja heuchlerisch, wenn ich behauptete, ich sei froh darüber - nein. Aber ich denke niemals daran, weil ich lebe keine utopischen Gedanken oder Vorstellungen, was wäre, wenn. Ich bin mit vielem zufrieden, deshalb, weil ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe immer daran gedacht, wirklich sehr ernst daran gedacht, wie in einem totalitärem Staat zu leben. Indem man einerseits niemals die Grenze überschreitet und die Werte, in denen ich auferzogen bin und an die ich glaube, die menschlichen Werte, habe ich nicht fallen lassen, um Karriere zu machen, ich habe nichts Verräterisches begangen in meinem Leben. Andererseits natürlich habe ich mich in vielem anpassen müssen, um überhaupt am Leben zu bleiben. Aber glücklicher Weise ist es irgendwie gelungen, diese Grenze, die eine alltägliche, normale Anpassung unterscheidet von einem Verrat an dir selbst, die habe ich nicht überschritten, und ich finde, das ist das, womit ich in meinem Leben zufrieden sein kann."

In der lettischen Gesellschaft ist sie deshalb bis heute eine hoch anerkannte  Persönlichkeit. 2001 bekam sie den Drei-Sterne-Orden verliehen, den höchsten Orden des lettischen Staates. 

"Ich habe sehr viel Sympathie für alle Religionen. Das ist von Kind auf so gewesen, aber es gibt keine, die ich bevorzugen würde. Ich fühle mich wohl übrigens sowohl in einer Kirche als auch in einer Synagoge. Weil die Atmosphäre, das geistige Klima, ist ja in diesen Stätten nur gut für die menschliche Seele."

Valentina Freimane selbst hat keinen Glauben im eigentlich Sinn. Sie lässt sich von einem starken Wertesystem leiten, zusammengesetzt aus Teilen von Religion und Literatur. Und doch: Sie ist offiziell getaufte Katholikin. Eine Vorsichtsmaßnahme aus der Zeit der Nazi-Okkupation. Der Priester, ihr katholischer Ehemann und sie selbst glauben damals, die christliche Taufe könne sie vor der Verfolgung retten. Ihre Taufpatin ist Emilija, ihr Schutzengel während der Nazi-Okkupation. Mehr als drei Jahre lang wird die junge Valentina von wechselnden Menschen versteckt, von Letten, Deutschbalten, Russen, Deutschen, Roma, erfindungsreich organisiert von Emilija.

"Emilija war Haushälterin bei unseren Freunden, mich von Kindheit an immer sehr geliebt, eine außerordentlich gläubige Katholikin, die eben diesen praktischen Glauben hatte, und nach den Gesetzen Gottes, wie sie sie verstand, auch wirklich lebte, die allen Menschen Gutes tat, sowohl zu Sowjetzeiten als auch zu Zeiten der Nazi-Okkupation, den Verfolgten geholfen hatte, ihr Leben riskierte jeden Tag, und ich bin froh, dass ich für sie diese Ehrentafel in Yad Vashem habe aufsetzen lassen, dass ihr Name da verewigt ist. Sie war ein wunderbarer Mensch, ohne Emilija hätte ich das kaum geschafft, ich wäre wahrscheinlich nicht durchgekommen ohne die Hilfe von Emilija."

Wie in vielen ehemals totalitären Ländern spielen auch in Lettland gestandene Persönlichkeiten eine besondere Rolle. Sie sind Vorbild, nationales Gewissen oder auch ein Stück lebendige, unkorrumpierte Geschichte. Der lettische Komponist Arturs Maskats setzte Valentina Freimanes Leben sogar mit einer Oper ein Denkmal, 2014 wurde sie in Riga uraufgeführt, 2015 auch in Berlin.

"Diese Oper hat wirklich viel dabei geholfen, die Augen zu öffnen vielen Menschen, die vieles vielleicht nicht wussten, weil die Historiker arbeiten in Lettland nicht sehr aktiv, aber die jedenfalls nicht daran denken wollten, was in den Kriegsjahren alles geschehen ist an Grausamkeiten und Unmenschlichem, und die auch die Rolle der lettischen Bevölkerung sowohl im negativen als auch im positiven Sinne niemals versucht haben, irgendwie zu analysieren. Diese Fragen sind ja sehr schwierig, wir wissen, dass nicht überall so ehrlich und analytisch Historiker dafür gekämpft haben, damit die Wahrheit möglichst voll und möglichst wahrheitsgetreu den jungen Generationen übergeben wird. In Deutschland ist ja sehr viel gemacht worden, und es gibt ganze Gruppen von Historikern, die ich sehr bewundere."

Freimane leistet ihren eigenen Beitrag zur Geschichtsschreibung. 2010 kommen ihre Memoiren mit dem Titel "Adieu Atlantis" auf den lettischen Markt. Sie berichtet vom Leben in der untergegangen Welt Vorkriegseuropas und von der deutschen und den sowjetischen Okkupationen Lettlands. Das Buch ist ein Bestseller, inzwischen auch auf russisch und deutsch erschienen. Oper und Buch sind bewusst auch Zeugnis einer Zeit, über die viele Letten und Russen kaum etwas wissen.

"Was mich besonders freut, ist, dass die junge Generation sehr aktiv das Buch liest, ich habe auch sehr viele schöne Gespräche gehabt und Briefe bekommen und so weiter. Also, das Buch hat eine Rolle gespielt im gesellschaftlichen Leben, und das ist für mich sehr, sehr wertvoll."

Ein zweites persönliches Anliegen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs war ihr die Rückkehr, ja, die Heimkehr nach Berlin. Wie durch ein Wunder steht das Haus ihrer Kindheit in der Meinekestraße noch, eine Seitenstraße des Kurfürstendamms. Sogar die gesamte Straße ist vom Krieg fast verschont geblieben. So fühlt sie sich in Berlin, trotz aller sonstigen Veränderungen, wieder zu Hause. Und hier leuchten ihre Augen  – die Augen von Valentina Freimane, Jüdin, Katholikin, Kosmopolitin.

"Ach wissen Sie, das ist etwas Romantisches eigentlich. Erstmal ich wollte überhaupt nach Berlin, das ist die Stadt meiner Kindheit, ich habe hier sehr glückliche, zehn glückliche Jahre verbracht in Berlin, die mich sehr geprägt haben. Ich stelle mir mein Leben vor so wie einen Kreis, der sich jetzt geschlossen hat. Im Grunde genommen, die Art zu leben, die ich jetzt führe, erinnert mich an meine Kindheit, wo ich auch in zwei Städten lebte, ich war zu Hause in zwei Städten. Deshalb habe ich so ein gutes geometrisches Gefühl, der Kreis hat sich geschlossen. Mein Leben geht seinem Ende zu. Und es ist richtig gezeichnet!"

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Literatur:

Valentina Freimane: "Adieu, Atlantis"
Wallstein-Verlag 2015, 22,90 Euro
ISBN: 978-3-8353-1603-4

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