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Kompressor | Beitrag vom 12.06.2020

Black Lives Matter-ProtestTanzen aus dem kollektiven Bewusstsein

Joana Tischkau im Gespräch mit Massimo Maio

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Aktivisten zeigen Schilder mit antirassistischen Botschaften und verausgaben sich tanzend auf der Straße. (imago/ZUMA Wire/J.M. Giordano)
"Einen gewissen Teil der Körperkontrolle zurückbekommen": Antirassistische Aktivisten tanzen bei Protesten in der US-Haupstadt. (imago/ZUMA Wire/J.M. Giordano)

Die Verhältnisse zum Tanzen bringen: Bei den antirassistischen Protesten in den USA bewegen sich die Menschen gemeinsam - und zwar selbstbestimmt. Die Tänze sind Teil der Schwarzen Kultur, erläutert Tänzerin Joana Tischkau.

Bei den aktuellen "Black Lives Matter"-Protesten sieht man häufig Tänze und kleine Choreografien. Einer der populärsten Moves sind der "Electric Slide" und "Cupid Shuffle". Dies seien im Viereck zu tanzende Linientänze, erklärt Joana Tischkau. Man kenne diese Art der Tänze vielleicht eher aus Cowboy-Settings, aber sie seien auch Teil der Schwarzen Kultur, erläutert die Choreografin, Tänzerin und Performerin.

Im kollektiven Gedächtnis

Diese Tänze seien nicht spezifisch für die Proteste der Black Lives Matter-Demonstrationen ausgewählt worden, sagt Tischkau. Vielmehr seien diese im kollektiven Gedächtnis vieler Schwarzer verankert. "Das sind Teile der Schwarzen Kultur - man wächst damit auf."

Deswegen seien die Proteste sofort zugänglich. Denn jeder könne sich dazu bewegen. Dadurch entstehe zudem ein gemeinschaftsstiftender Moment. Dies sei gerade in diesen Zeiten wichtig, unterstreicht Tischkau. Dazu gehöre auch, Praktiken wieder aufleben zu lassen oder zu erfinden, "wie wir solidarisch miteinander sein können oder wie man sich gemeinsam bewegen kann. Das bedeute auch etwas auf politischer Ebene."

Gefährdete Körper

Wichtig sei, so betont Tischkau, dass es sich um Schwarze Proteste handele, bei denen auch die Körper im Mittelpunkt stünden. Denn Schwarze Körper seien im US-Kontext immer auch gefährdet, kontrolliert oder zerstört zu werden, wie der Fall George Floyd noch einmal verdeutlicht habe.

Im Tanze hätten die Menschen aber auch die Möglichkeit, sich selbstbestimmt zu bewegen. Damit könnten sie "einen gewissen Teil der Körperkontrolle zurückbekommen", so Tischkau. 

(rzr)

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