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Kulturnachrichten

Montag, 28. Dezember 2020

Bischof Bätzing will Katechismus ändern

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, spricht sich für weitreichende Veränderungen in der katholischen Kirche aus. Unter anderem regt der Limburger Bischof eine Änderung der Regeln des Katechismus in Fragen der Homosexualität an. Das sagte er im Interview der "Herder Korrespondenz". So regt er eine kirchliche Segnungen für Paare an, die nicht kirchlich heiraten können: "Wir brauchen hierfür Lösungen, die nicht nur im Privaten greifen, sondern auch eine öffentliche Sichtbarkeit haben - aber deutlich machen, dass keine Ehe gestiftet wird", sagte der Bischof. Laut Katechismus sei es keine Sünde, homosexuell zu empfinden. Homosexuellen sei mit "Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen" ohne Diskriminierung. Homosexuelle Handlungen aber seien "in sich nicht in Ordnung". Der 1992 von Papst Johannes Paul II. herausgegebene "Weltkatechismus" soll eine "sichere Norm für die Unterrichtung im Glauben" sein und ein "authentischer Bezugstext für die Darlegung der katholischen Lehre".

Armando Manzanero ist gestorben

Der mexikanische Komponist Armando Manzanero ist mit 85 Jahren gestorben. Nach übereinstimmenden Medienberichten starb er in einem Vorort von Mexiko-Stadt an Covid-19. Das mexikanische Kulturministerium teilte mit, die mexikanische Musik verliere einen ihrer größten Komponisten. Manzanero war der Autor zahlreicher romantischer Bolero-Balladen. Seine Lieder wurden von berühmten Musikern aus aller Welt aufgenommen, darunter Elvis Presley, Frank Sinatra und Tony Bennett.

Sternsinger nicht beim Bundespräsidenten

Wegen der Coronavirus-Pandemie besuchen die Sternsinger nicht wie sonst üblich am 6. Januar den Bundespräsidenten in Berlin. Das sei mit dem Bundespräsidialamt vereinbart worden, sagte ein Sprecher des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" in Aachen. Stattdessen wollten die Kinder sich mit einer Videobotschaft melden und ein Segenspaket schicken. Bei dem katholischen Brauch gehen die Sternsinger von Tür zu Tür, um Segenswünsche zu bringen. Sie hinterlassen den Segensspruch C+M+B an den Haustüren. Das steht für den lateinischen Satz "Christus mansionem benedicat" (Christus segne dieses Haus). Zugleich sammeln sie Geld für einen guten Zweck.

Vier Jahre Haft für chinesische Bloggerin

In China ist eine Bloggerin, die über die Ausbreitung des Coronavirus in Wuhan berichtet hatte, zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil gegen die 37-jährige Zhang Zhan wurde von einem Gericht in Shanghai verhängt. Zur Begründung hieß es, sie habe mit ihrer Berichterstattung Unruhe gestiftet und Streit geschürt. Sie war im Mai festgenommen worden. Ihr Gesundheitszustand ist nach Angaben ihrer Anwälte "extrem schlecht". Die Journalistin war im Juni in einen Hungerstreik getreten und wurde zwangsernährt. In Wuhan war das Coronavirus Ende vergangenen Jahres erstmals bei Menschen festgestellt worden.

Augsburger Puppenschnitzer Marschall gestorben

Jürgen Marschall, Puppenschnitzer sowie Mitinhaber und Geschäftsführer der Augsburger Puppenkiste, ist tot. Wie das Marionetten-Theater bestätigte, starb der 62-Jährige bereits am Donnerstag nach langer, schwerer Krankheit. Als Enkel von Puppenkisten-Erfinder Walter Oehmichen lernte Jürgen Marschall in den Neunzigerjahren das Puppenschnitzen von seiner Mutter Hannelore Marschall-Oehmichen. Sie hatte Figuren wie Jim Knopf, Lukas der Lokomotivführer oder Urmel aus dem Eis geschaffen. Nach ihrem Tod im Jahr 2003 übernahm Jürgen Marschall die Puppenwerkstatt. Seine Werke waren in vielen Stücken auf der Bühne des Theaters zu sehen, Bär "Ralphi" stand für 138 Folgen einer Kinder-Wissensserie des Bayerischen Rundfunks vor der Kamera.

Nentwig wird neue Leiterin der Eisenacher Wartburg

Die Historikerin Franziska Nentwig leitet ab Sommer 2021 die Eisenacher Wartburg. Sie tritt unter dem offiziellen Titel "Frau Burghauptmann» die Nachfolge von Günter Schuchardt an, der in den Ruhestand geht. Die thüringische Staatskanzlei in Erfurt teilte mit, bei der Wahl der 54-Jährigen sei der Stiftungsrat der Wartburg-Stiftung einstimmig dem Vorschlag des Unesco-Weltkulturerbes gefolgt. Auf der Wartburg hatte der Reformator Martin Luther 1521 Zuflucht gefunden. Dort übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche.

Museum präsentiert Beethoven-Exponate in Videos

Das Bonner Stadtmuseum stellt einige Exponate seiner coronabedingt zurzeit geschlossenen Beethoven-Ausstellung in Videos vor. Vier Filme über Autographe von Beethovens Hand aus seiner Bonner Zeit und Erstdrucke früher Werke seien bereits auf Youtube zu sehen, teilte das Museum mit. Weitere Videos sollen im Januar 2021 folgen. Die gezeigten Werke wurden demnach als Leihgaben von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin und dem Beethoven-Haus Bonn für die Ausstellung "Bonns goldenes Zeitalter - die kurfürstliche Residenzstadt zur Zeit Beethovens" zur Verfügung gestellt. In den Filmen werden die Werke durch den Pianisten Markus Kreul neu eingespielt. Die Direktorin des Stadtmuseums, Ingrid Bodsch, gibt Erläuterungen zum Kontext und kulturellen Umfeld der Kompositionen.

Friedman fordert jüdisch-muslimischen Dialog

Der Publizist Michel Friedman wirbt für mehr jüdisch-muslimische Dialoge. Dem Magazin "chrismon" sagte er, Muslime machten einige ähnliche Diskriminierungserfahrungen wie Juden. Beide Glaubensgruppen müssten das Signal senden, dass sie nicht gegeneinander ausgespielt werden wollten. Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland nannte Islamismus "eine reelle Gefahr - auch für das Judentum". Es sei aber "unredlich" den Islamismus mit dem Islam gleichzusetzen, fügte er hinzu.

Bund überprüft Wagner-Festspiele in Bayreuth

Die Bundesregierung nimmt die Wagner-Festspiele in Bayreuth unter die Lupe. Kulturstaatsministerin Grütters sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gehe nicht nur darum, wer bei den Bayreuther Festspielen wieviel Mitspracherecht habe, sondern vor allem darum, wie das Publikum erreicht werden könne. Die Christdemokratin stellt dabei in Frage, ob die geltenden Satzungen und Gesellschafterverträge heute noch zeitgemäß sind. An den Wagner-Festspielen halten der Bund, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth und das Land Bayern jeweils 29 Prozent der Anteile. Die Stadt trägt die verbleibenden 13 Prozent.

Deutscher Krimipreis 2020 für Zoë Beck

Der Deutsche Krimipreis 2020 für die besten Neuerscheinungen deutscher Autorinnen und Autoren geht an die Berliner Schriftstellerin Zoë Beck für ihren düsteren Zukunfts-Thriller "Paradise City". Den zweiten Platz der undotierten Auszeichnung vergab die Jury aus Krimikritikern und Buchhändlerinnen an Max Annas für "Der Fall Melchior Nikoleit". Die Erzählung dreht sich um den Mord an einem Punker in Jena zu DDR-Zeiten. Frank Göhre belegt mit "Verdammte Liebe Amsterdam" Platz drei. Eine öffentliche Preisverleihung findet in diesem Jahr nicht statt. Der Deutsche Krimipreis wird seit 1985 jährlich vergeben.

Funke Mediengruppe kämpft weiter mit Hackerangriff

Die Funke Mediengruppe kämpft weiter mit den Folgen des Hackerangriffs, der kurz vor Weihnachten den Betrieb teilweise lahmgelegt hatte. Der Angriff selbst halte aber "unvermindert hart an", teilte das Unternehmen mit. Derzeit werde ein sicheres IT-Umfeld aufgebaut, um die journalistische Arbeit neu hochzufahren, erklärte eine Sprecherin in Essen. Die Funke-Tageszeitungen könnten daher am Montag wieder "mit deutlich größeren Umfängen" erscheinen als am Mittwoch und Donnerstag. Zudem stünden den Lesern auch die Online-Angebote zur Verfügung, die Bezahlschranken blieben vorläufig ausgeschaltet. Zur Funke-Mediengruppe gehören zwölf Regionalzeitungen, darunter die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung", die "Berliner Morgenpost", die "Thüringer Allgemeine" und das "Hamburger Abendblatt". Dazu kommen zahlreiche Zeitschriften und Anzeigenblätter.

Langjähriger Latinist der Päpste gestorben

Der langjährige Vatikan-Latinist Reginald Foster ist tot. Der Ordensmann und Lateinlehrer starb bereits am 25. Dezember 2020 mit 81 Jahren, teilte der Benediktiner Daniel McCarthy auf Fosters Website mit. Unter vier Päpsten arbeitete Foster von 1969 bis 2009 im Amt für lateinische Briefe im vatikanischen Staatssekretariat. Er war für seine Lateinkurse an der päpstlichen Universität Gregoriana und später an seiner eigenen Academia Romae Latinitatis bekannt. Besonders bekannt war Foster für seine Lehrmethode, Latein als lebendige Sprache in mehrwöchigen Sommerkursen zu lehren. Damit beeinflusste er Generationen von Latinisten. Zudem wirkte Foster am von der päpstlichen Stiftung "Latinitas" herausgegebenen "Lexicon recentis Latinitatis" mit, einem Wörterbuch mit lateinischen Übersetzungen moderner Begriffe wie Computer ("instrumentum computatorium"), Twitter ("breviloquentia") oder Rock'n'Roll ("tumultuatio").

Sammlung Berggruen soll auf Tour gehen

Mit der Sammlung Berggruen soll eine der wichtigsten Kollektionen mit Werken der klassischen Moderne auf internationale Promotionstour gehen. "Wenn das Museum Berggruen in die Sanierung geht, wollen wir mit der Sammlung werben", sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Sammlung geht auf den aus Berlin stammenden jüdischen Kunsthändler und Sammler Heinz Berggruen (1914-2007) zurück. Zu ihr gehören mehr als 120 Werke von Pablo Picasso, etwa 70 Arbeiten von Paul Klee sowie Werke etwa von Henri Matisse, Alberto Giacometti, Georges Braque und Paul Cézanne. Er glaube, dass man sich eine bessere Werbung für die Kunststadt Berlin, für die Nationalgalerie, für das Museum Berggruen gar nicht wünschen könne, sagte Parzinger. Die anstehenden grundlegenden Sanierungsarbeiten sind noch nicht terminiert.

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