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Im Gespräch | Beitrag vom 27.07.2018

Biologin Ina KnoblochVom Traum, in einem Baumhaus zu leben

Ina Knobloch im Gespräch mit Gisela Steinhauer

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Die Botanikerin und Filmemacherin Ina Knobloch  (Stephan Werner)
Die Biologin und Journalistin Ina Knobloch (Stephan Werner)

Mehrere Monate im Jahr lebt die Biologin Ina Knobloch in einem Baumhaus in Costa Rica. Die Vielfalt in den Baumkronen des Dschungels sei noch unbekannter als die Tiefsee, sagt sie. "Das hat mich schon vor Jahrzehnten fasziniert."

Andere träumen nur davon, Ina Knobloch macht es: Mehrere Monate im Jahr lebt die Biologin und Journalistin in einem aufwendig gestalteten Baumhaus in Costa Rica: direkt an einem weißen Sandstrand und mit weitem Blick über den Pazifik. Diese paradiesische Umgebung nutzt sie allerdings fast nie zum Faulenzen.

Faultiere seien ihre absoluten Lieblingstiere im Dschungel, erzählt die promovierte Botanikerin Ina Knobloch. "Die sind für mich auch das Symbol für die Vielfalt in den Baumkronen der Wälder, die noch unbekannter sind als die Tiefsee. Also die Artenvielfalt ist enorm dort oben und das ist kaum erforscht und das hat mich schon vor Jahrzehnten fasziniert."

Ina Knobloch vor ihrem Baumhaus in Costa Rica (Stephan Werner)Ina Knobloch vor ihrem Baumhaus in Costa Rica (Stephan Werner)

Über das Leben dieser besonderen Spezies im Urwald hat Knobloch ebenso geschrieben wie über die sagenumwobene "Schatzinsel". Sie hat einen Dokumentarfilm über judenfeindliche Hetze im 18. Jahrhundert gedreht, historische Romane und Spielfilmdrehbücher verfasst, eine Produktionsfirma gegründet und nebenbei zwei Kinder großgezogen.

Die Mitte 50-Jährige ist ein Tausendsassa und verfolgt ihre Ziele oftmals sehr langfristig. So hat sie die Samen für das Holz ihres fünfeckigen Baumhauses in Costa Rica vor 30 Jahren gepflanzt, denn schon damals träumte sie von diesem besonderen Wohnort inmitten von Baumwipfeln. Die Natur habe sie schon als Kind sehr interessiert und genossen. Seit ihrer Jugend habe sie sich dann politisch für die Natur engagiert.

Eine Umweltaktivistin mit Sendungsbedürfnis

Sie habe ein Sendungsbedürfnis, sagt Ina Knobloch, und möchte deshalb einem größeren Publikum Zusammenhänge zugänglich machen. "Heute steht die Wirtschaft über allem. Das finde ich ganz gruselig." Mit Ärger hält sich Knobloch aber nicht lange auf. Fast durchgehend arbeitet sie an mehreren Projekten gleichzeitig.

So unterstützt die Biologinr in Costa Rica mehrere Umweltschutz Aktionen und arbeitet zusätzlich an einem neuen gemeinnützigen Projekt: Auf ihrem Grundstück in Costa Rica soll die Duft- und Heilpflanze Frangipani gepflanzt und vor Ort extrahiert werden "um damit eine alternative Einkunft gerade für Frauen in der Region zu entwickeln." Ein Parfümeur im französischen Grasse hat den Duft schon entwickelt. Wann es zu kaufen sein wird, weiß Ina Knobloch zur Zeit aber noch nicht.

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