Donnerstag, 14.11.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 4. September 2016

Billy Joel bei einzigem Deutschlandkonzert gefeiert

Karten kosteten 350 Euro

Umjubelt von seinen Fans hat der US-Sänger und Pianist Billy Joel sein einziges Deutschlandkonzert in Frankfurt gegeben. Der Auftritt des 67-Jährigen in der Commerzbank-Arena war der erste in Deutschland seit zehn Jahren und einer von nur zweien außerhalb der USA. Für die Fans, die Eintrittspreise bis zu 350 Euro bezahlt hatten, blieben in dem voll besetzten Stadion am Samstagabend keine Wünsche offen. Zweieinhalb Stunden lang präsentierte der Musiker seine zahlreichen großen Hits von "Pianoman" bis "We Didn't Start The Fire", aber auch unbekanntere Songs. Gemeinsam mit seiner achtköpfigen Band bot der bestens gelaunte Entertainer eine mitreißende Werkschau seiner fast fünf Jahrzehnte dauernden Karriere der Superlative. Der New Yorker hat 1993 sein letztes Studioalbum veröffentlicht und insgesamt über 150 Millionen Platten verkauft.

Martin Roth verlässt Victoria and Albert Museum

Erst im Juli war das V&A zum Museum des Jahres in Großbritannien gewählt worden

Fünf Jahre hat Martin Roth das Victoria and Albert Museum in London als Direktor geleitet, nun will er sein Amt aufgeben. Er gehe, "Weil es gerade so gut läuft", sagte er dem Deutschlandfunk. "Es klingt absurd, aber ich glaube nicht, dass ich das V&A noch besser hinbekomme, das ist wirklich eine Glückssituation. Ich kann höchstens versuchen den Status Quo so zu halten wie er ist." Erst im Juli war das V&A zum Museum des Jahres in Großbritannien gewählt worden. In der Laudatio hieß es, unter Roths Führung habe sich das Museum zu einem der beliebtesten Museen Englands entwickelt. Vor wenigen Tagen hatte Roth noch eine Ausstellung über Pink Floyd angekündigt. Sie soll an den Erfolg der David-Bowie-Ausstellung anknüpfen. Vor seiner Zeit in London hatte der Kulturwissenschaftler zehn Jahre lang die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden geleitet.

Erinnerung an Errichtung des KZ Sachsenhausen

Vor 80 Jahren wurde es von Häftlingen gebaut

Mit einer Lesung ist an den Bau des Konzentrationslagers Sachsenhausen vor 80 Jahren erinnert worden. Schauspieler Ulrich Matthes trug vor rund 100 Besuchern Passagen aus Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlinge vor, die das Lager vor den Toren Berlins unter Qualen aufbauen mussten. In Sachsenhausen waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Sachsenhausen sei der erste große KZ-Komplex der Nazis gewesen, erklärte Stiftungsdirektor Günter Morsch. "Hier begann der Aufbau des KZ-Systems als Instrument einer allumfassenden nationalsozialistischen Feindbekämpfung." Ab 1938 wurde von Sachsenhausen aus das komplette Lagersystem gesteuert - von Herzogenbusch in den Niederlanden bis Vaivara in Estland, von Mauthausen in Österreich bis Kaunas in Litauen.

Can Dündars Ehefrau Ausreise verweigert

Polizei erklärt Pass für ungültig

Der Ehefrau von Can Dündar, des ehemaligen Chefredakteurs der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet", ist die Ausreise aus der Türkei verwehrt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Polizei habe am Istanbuler Atatürk-Flughafen den Reisepass von Dilek Dündar eingezogen, als sie nach Berlin fliegen wollte. Dilek Dündar habe den Flughafen daraufhin wieder verlassen. Ex-Chefredakteur Can Dündar kritisierte auf Twitter: "Sie haben meine Frau als Geisel genommen." Der Journalist sprach vom "Gesetz des Dschungels", das inzwischen in der Türkei herrsche. "Cumhuriyet" berichtete am Samstag, Dilek Dündars Reisepass sei von der Polizei am 22. August für ungültig erklärt worden. Can Dündar hatte einige Tage zuvor während einer Europareise mitgeteilt, er trete von seinem Posten als Chefredakteur zurück und werde nicht in die Türkei zurückkehren, solange der dort nach dem Putschversuch verhängte Ausnahmezustand gilt. Als Grund nannte er unter anderem, dass er das Vertrauen in die türkische Justiz verloren habe.

Rund 5500 Besucher beim Bauhausfest in Dessau

Deutlich mehr Besucher aus Halle, Leipzig oder dem Raum Berlin

Das Bauhausfest in Dessau hat rund 5500 Besucher angelockt, wie Kurator Burghard Duhm mitteilte. Das seien mehrere hundert Gäste mehr als im Vorjahr. Allein zum Umzug vom Anhaltischen Theater zum Bauhaus seien weit über 1000 Menschen gekommen. Erfreulich sei, dass auch deutlich mehr Besucher aus Halle, Leipzig oder dem Raum Berlin angereist seien. "Darin erkennen wir, dass sich das Fest immer mehr etabliert", sagte Duhm. Das Fest hatte am Freitag und am Samstag in den Abendstunden unter dem Motto "Zirkus, Zirkus - Von Weiß nach Schwarz" Künstler und Akrobaten, Lichtshows und Tänzer präsentiert. Das Bauhausfest in Dessau geht auf eine Tradition der historischen Strömung seit der Gründung 1919 in Weimar zurück. Im kommenden Jahr lädt es wieder am ersten Septemberwochenende nach Dessau ein und wird zu einem Warmlaufen: Zum Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 soll das Fest ein wichtiger Programmpunkt werden.

Heribert Prantl träumt von "Ring"-Inszenierung

Der Journalist möchte außerdem Theaterstücke schreiben

Heribert Prantl, Mitglied der Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung", hat noch Wünsche offen. Der für seine prägnanten politischen Leitartikel bekannte Journalist würde gerne noch Romane und Theaterstücke schreiben, bekannte er im Interview der Zeitschrift des Bayerischen Jugendrings "juna". Weiter fügte er als Traum hinzu: "Und, um etwas Verrücktes zu sagen: in Bayreuth den Ring inszenieren." Der 1953 in Nittenau in der Oberpfalz geborene Prantl studierte Jura, Geschichte und Philosophie in Regensburg. Parallel absolvierte er eine journalistische Ausbildung an der katholischen Journalistenschule ifp. Nach dem zweiten Staatsexamen und der Promotion arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, dann von 1981 bis 1987 als Richter und Staatsanwalt. 1988 wechselte Prantl zum Journalismus und zur "Süddeutschen Zeitung".

Weltpremiere von Karoline Herfurths Regiedebüt

"SMS für dich" kommt Mitte September in die Kinos

Die Schauspielerin Karoline Herfurth ("Fack Ju Göhte", "Traumfrauen") stellt am Dienstag in Berlin ihr Kinodebüt als Regisseurin vor. In der romantischen Komödie "SMS für dich" spielt die 32-Jährige selbst die Hauptrolle. Mit dabei sind unter anderem ihre Kollegen Friedrich Mücke, Nora Tschirner, Frederick Lau, Katja Riemann und Samuel Finzi. In dem Film geht es um eine junge Frau, die über den Unfalltod ihrer großen Liebe nicht hinwegkommt und immer noch wehmütige Kurznachrichten an sein altes Handy schickt. Der neue Besitzer der Nummer gerät durch die sehnsüchtigen SMS emotional gehörig ins Trudeln - die Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. Zur Weltpremiere am Dienstag im Berliner Sony Center am Potsdamer Platz werden neben Herfurth und ihrem Schauspielerteam auch die Produzenten Lothar Hellinger und Christopher Doll erwartet. Am 15. September kommt der Film bundesweit in die Kinos.

Rocksänger Bono warnt vor humanitären Krisen

Der Aktivist warnt davor, bestimmte Länder auszublenden

Bono, Sänger der irischen Rockband U2 und politischer Aktivist, befürchtet eine weitere Zuspitzung humanitärer Krisen. "Ungeachtet der gegenwärtigen Krise, bei der sich vieles auf die Lage in Syrien konzentriert, können wir es uns nicht leisten, dass wichtige Länder in der Sahelzone das gleiche Schicksal erleiden", sagte er der Welt am Sonntag. Ein Kollaps von Ländern wie Ägypten, Libyen, dem Südsudan oder Nigeria würde zahllose neue Flüchtlinge verursachen, so der Musiker. Der Aktivist, der zuletzt Nigeria bereiste, warnte davor, bestimmte Krisen auszublenden. Über den Terror von Boko Haram hätten die Medien beispielsweise vor zwei Jahren berichtet, als die Schülerinnen von Chibok entführt wurden. "Inzwischen ist das wieder in Vergessenheit geraten."

Abschied von Sänger Juan Gabriel

Trauerfeier für Mexikos Musik-Legende

Mehrere Zehntausend Menschen haben im mexikanischen Ciudad Juárez Abschied von dem beliebten Sänger und Komponisten Juan Gabriel genommen. Sie legten vor seinem Haus Blumen nieder, sangen und tanzten. Der Künstler war am vergangenen Sonntag im Alter von 66 Jahren in den USA nach einem Herzinfarkt gestorben. Nach einer privaten Zeremonie der Familie, einer Messe und einem Konzert soll die Asche des Sängers nach Mexiko-Stadt gebracht werden. Dort ist morgen eine Hommage im Palast der Schönen Künste geplant. Gabriel war einer der beliebtesten Künstler Lateinamerikas. Sein Repertoire reichte von Boleros bis zu Mariachi-Musik. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen "Amor eterno" , "Hasta que te conocí" oder "Se me olvidó otra vez".

Tag des offenen Denkmals: neuer Rekord erwartet

So viele Denkmäler wie nie zuvor zu sehen

Am Tag des offenen Denkmals am 11. September sind in ganz Deutschland mit rund 8.000 historischen Gebäuden und Orten so viele Denkmäler wie nie zuvor zu sehen. Die Besucher können Schlösser, Kirchen und Parks, aber auch ehemalige Industrieanlagen und technische Bauwerke besichtigen. Der Denkmaltag wird seit 1993 an jedem zweiten Septembersonntag veranstaltet und ist inzwischen eine der größten Kulturveranstaltungen in der Bundesrepublik. Im vergangenen Jahr wurden rund vier Millionen Gäste gezählt. "Die Popularität des Tages nimmt immer mehr zu", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Wolfgang Illert, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Stiftung koordiniert die Veranstaltungsreihe. Deren Grundgedanke ist, einmal im Jahr historische Gebäude und Orte zu öffnen, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind.

Schulze-Erdel: Fernsehen von Laien infiziert

Moderator kritisiert Fernsehprogramm

Für den früheren "Familien Duell"-Moderator Werner Schulze-Erdel ist das deutsche Fernsehen heute nicht mehr professionell genug. "Es kann nicht sein, dass wir von Laien infiziert werden im ganzen Fernsehprogramm", sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. "Ich weiß, es ist billig, aber es interessiert mich nicht. Auch diese ganzen Dokus, "Die Geissens" und so weiter. Das ist doch schrecklich. Da habe ich keine Lust zu." Das "Familien Duell" erlebt an diesem Montag ein Revival auf dem neuen Sender RTLplus - allerdings ohne Schulze-Erdel. Moderiert wird die Neuauflage von Inka Bause ("Bauer sucht Frau"). Schulze-Erdel freut sich über die Wiederbelebung des Formats. "Ich finde es eine herrliche Alternative zu dem täglichen Einerlei des Trash- und Aufklärungs-TVs. Schrecklich."

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