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Tonart | Beitrag vom 02.02.2021

Bill Kaulitz über sein Buch "Career Suicide"Abrechnung mit der Musikbranche

Moderation: Martin Böttcher

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Der Sänger und Autor Bill Kaulitz, 14.12.2020. (imago images/Steffen Schellhorn)
Mit seiner Autobiografie "Career Suicide" werde er sich nicht nur Freunde machen, sagt Bill Kaulitz von Tokio Hotel. (imago images/Steffen Schellhorn)

"Career Suicide" heißt Bill Kaulitz' Autobiografie. Eine Anspielung auf das schonungslose Musikbusiness, dessen negative Seiten der Leadsänger von Tokio Hotel zu spüren bekam. Die Band sei in den ersten Jahren "verarscht und belogen" worden, sagt er.

Die Zwillingsbrüder Bill und Tom Kaulitz waren Teenager, als sie 2005 ihre Band Tokio Hotel gründeten und kometenhaft mit ihrem ersten Album in den Charts aufstiegen. Mit Gustav Schäfer und Georg Listing brachten sie bis 2017 fünf Alben heraus, feierten internationale Erfolge und zogen vor zehn Jahren schließlich nach Los Angeles, um dem Starrummel zu entgehen.

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Leadsänger Bill Kaulitz hat jetzt, im noch zarten Alter von 30 Jahren, seine Autobiografie "Career Suicide" veröffentlicht. Darin übt er auch harte Kritik am Musikbusiness: wie man ihre jugendliche Unerfahrenheit ausnutzte und sie zu verheizen versuchte.

"Wurden wir hintergangen, verarscht und belogen? Absolut! Aber das gehört natürlich auch mit dazu, um als Künstler zu wachsen und irgendwann die Zügel selbst in die Hand zu nehmen", sagt Kaulitz, der betont, es sei ihm immer nur um die Musik, weniger um den Ruhm gegangen.

Zu unangenehmen Ausfällen provoziert

Die Teenager aus der sächsisch-anhaltinischen Provinz hatten es zu Beginn ihrer Karriere nicht immer leicht: Ihre Musik, ihre Aufmachung, ihre Androgynität – all das provozierte die Nicht-Fans zu teils unangenehmen Ausfällen, erinnert sich Kaulitz.

"Das hat offenbar bei vielen Leuten viele Knöpfe gedrückt." Und: "Heute wäre das anders, es war halt auch noch eine andere Zeit…. Heute würde kein Erwachsener, der Hirn hat, Kinder mit irgendwelchen Dingen bewerfen oder sie ausbuhen."

Der Titel seiner Autobiografie, "Career Suicide", beziehe sich auf verschiedene Aspekte: Zum einen habe er sich von Produzenten und anderen Leuten aus dem Musikbusiness oft anhören müssen, dass er sich als Bandmitglied auf diese und jene Art zu verhalten habe, weil alles andere einen Karriereselbstmord bedeute.

Auch die Flucht der Zwillingsbrüder nach Los Angeles hätte das Ende der Karriere bedeuten können. Und schließlich sein Buch: "Ich weiß, dass das ein riskantes Buch ist, wenn man noch so aktiv dabei ist, Musik macht und noch nicht fertig ist mit seiner Karriere. Ich weiß, dass ich mir damit nicht nur Freunde mache."

(mkn)

Bill Kaulitz: "Career Suicide: Meine ersten dreißig Jahre"
Ullstein Verlag, Berlin 2021
384 Seiten, 22 Euro


Hören Sie hier Christoph Möllers Rezension:
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