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Kulturnachrichten

Freitag, 5. April 2019

Bill Cosby stimmt Einigung in sieben Klagen zu

Der wegen sexueller Nötigung verurteilte US-Entertainer Bill Cosby hat einer Einigung mit sieben Frauen zugestimmt, die ihn der Verleumdung bezichtigt hatten. Dies geht aus bei einem US-Bundesgericht in Springfield eingereichten Dokumenten hervor. Der Inhalt der Abmachungen blieb vertraulich. Das prozessführende Gericht musste noch zustimmen. Cosby war im vergangenen Jahr für schuldig befunden worden, 2004 eine Frau unter Drogen gesetzt und sexuell missbraucht zu haben. Dafür erhielt er drei bis zehn Jahre Gefängnis, hat aber Berufung eingelegt. Auch andere Frauen warfen Cosby sexuelles Fehlverhalten vor. Cosby wies auch diese Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als Lügen. Daraufhin verklagten ihn sieben Frauen wegen Verleumdung. Unklar blieb, ob Cosby im Rahmen der jetzt gefundenen Einigung auch seine eigenen Vorwürfe zurücknimmt. Zunächst äußerten sich weder sein Sprecher noch der führende Anwalt der Klägerinnen.

Festakt zur Eröffnung des Bauhaus-Museums Weimar

Mit einem zweitägigen Fest wird am Samstag in Weimar das neue Bauhaus-Museum eröffnet. Die Veranstaltung ist einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr zum 100. Bestehen der weltberühmten Design- und Kunstschule. Bereits am Freitag wurde der binnen drei Jahren errichtete moderne Neubau mit einem Festakt eröffnet. Er beherbergt auf mehr als 2200 Quadratmetern die älteste Bauhaus-Sammlung der Welt. Beim Eröffnungsfestakt hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Bedeutung der Bewegung hervorgehoben. "Die Bauhäusler haben mit Mut zum Experiment provoziert und polarisiert, sie haben der Lethargie der Einfallslosen den Enthusiasmus der Fantasie entgegengesetzt", sagte Grütters zur offiziellen Eröffnung des neuen Museums in Weimar. Weimar, die Stadt Goethes und Schillers, gelte schon lange als Schaufenster des Landes der Dichter und Denker, so Grütters. Mit dem neuen Bauhaus-Museum würden Gäste es nun auch als "Land der Dichter, Denker und Designer" kennenlernen. An dem Festakt nahmen rund 1000 geladene internationale Gäste aus der Politik und Kulturbereichen teil. Das neue Bauhaus-Museum Weimar entstand als Betonkubus nach Plänen der Berliner Architektin Heike Hanada.

"Malen nach Zahlen"-Erfinder Robbins gestorben

Der "Malen nach Zahlen"-Erfinder Dan Robbins ist in Sylvania im US-Bundesstaat Ohio im Alter von 93 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn Larry Robbins telefonisch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Robbins starb bereits am vergangenen Montag. Das National Museum of American History in der US-Hauptstadt Washington widmete dem "Malen nach Zahlen" im Jahr 2001 eine große Ausstellung. Das Museum schrieb dazu, die Malvorlagen seien Anfang der 1950er-Jahre zunächst in den USA populär geworden, dann aber auch ins Ausland exportiert worden, unter anderem nach Deutschland. Kritiker bemängelten nach Angaben des Museums damals dagegen, die Beliebtheit der Malkits sei nur ein Beweis für die gedankenlose Konformität des kulturellen Lebens gewesen. Dem Erfolg tat das allerdings keinen Abbruch: Allein bis 1954 wurden dem Museum zufolge rund zwölf Millionen Malkits verkauft.

Nobelpreisträger Sydney Brenner gestorben

Der britische Molekularbiologe und Nobelpreisträger Sydney Brenner ist tot. Der Forscher sei im Alter von 92 Jahren gestorben, teilte die nationale Forschungsagentur A*STAR in Singapur mit. Brenner hatte im Jahr 2002 den Nobelpreis für Medizin erhalten, zusammen mit dem Briten John Sulston und dem US-Forscher Robert Horvitz. Ausgezeichnet wurden die Arbeiten der Forscher zum programmierten Zelltod - Grundlage zum Verständnis von Krebs, Aids und anderen Krankheiten - sowie ihre wegweisenden Forschungen zur Organentwicklung. Zu den Verdiensten Brenners gehört, den Fadenwurm Caenorhabditis elegans als Modellorganismus für die Analyse von Zellteilung, Zellreife und Organentwicklung etabliert zu haben. Dieses sehr einfache Tier besteht aus exakt 959 Körperzellen. Aufgabe und Entstehung jeder einzelnen davon sind bekannt. Damit haben Forscher einen leicht zu verstehenden Modellorganismus, an dem sich alle Entwicklungsvorgänge studieren lassen.

Anerkennung des Nationalpark Eifel als Sternenpark

Aus der vorläufigen Anerkennung von 2014 ist eine endgültige geworden: Der Nationalpark Eifel ist nun einer von vier Sternenparks in Deutschland, die von der International Dark Sky Association (IDA) anerkannt sind. Mit der Auszeichnung ist die Verpflichtung verbunden, den Nachthimmel vor künstlichem Licht zu schützen. Der Nationalpark und seine Partner streben eine Erweiterung des Parks auf 14 umliegende Gemeinden in Deutschland und Belgien zur Sternenregion an, wie der Initiator und Kölner Astronom Harald Bardenhagen sagte. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) betont den Nutzen, der mit dem Schutz des Sternenhimmels verbunden sei: "Für viele nachtaktive Tierarten, vor allem für Insekten, ist die Dunkelheit wichtig. Künstliches Licht in der Nacht kann für sie eine ernste Bedrohung sein."

Steinmeier begrüßt Wahl zu Kulturhauptstädten

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Wahl von Plowdiw in Bulgarien und Matera in Süditalien zur Kulturhaupstadt Europas 2019 gewürdigt. "Die Entscheidung der Europäer ist insofern klug, als dass man die selbstverständlichen Bewerber in den letzten Jahren eigentlich eher außen vor gelassen hat", sagte er bei einem Besuch in Plowdiw. Die Wahl sei nicht auf Hauptstädte gefallen. "Sondern es sind ganz häufig in den letzten Jahren Städte gewesen, die etwas abseits liegen, die weniger bekannt sind." Das teffe auch in diesem Jahr zu. "Die Auswahlkommission wusste, dass die Herausforderungen hier besonders groß sein werden", sagte Steinmeier. In Plowdiw sei einerseits reiche Geschichte vorhanden. Es sei aber auch eine Stadt mit Problemen wie einer muslimischen und einer Roma-Minderheit. Plowdiw sei "eine Stadt, von der man wusste, dass es auch Stadtviertel gibt, die wenig vorzeigbar sind". Dort seien in den vergangenen Jahrzehnten alle Investitionen unterlassen worden. Nun habe es zum Beispiel das Bemühen gegeben, die Wohnsituation der Roma zu verbessern.

Sprinkleranlage flutet Duisburger Opernhaus

Rund 80 000 Liter Wasser aus der Sprinkleranlage haben am frühen Freitagmorgen das Theater der Stadt Duisburg geflutet. Wie es zu dem Wassereinbruch kam, stand zunächst noch nicht fest. Vor allem der Bühnenbereich sei vollgelaufen, hieß es bei der Stadt. Die Feuerwehr pumpte die Wassermassen am Vormittag ab. Zum Ausmaß des Schadens wurde noch nichts bekannt. Alle Vorstellungen müssen laut Stadt bis auf weiteres ausfallen. Auch das Abschlussprogramm des Kulturfestivals Duisburger Akzente, das am Sonntag zu Ende geht, wurde abgesagt. Das Haus ist Bühne für die Deutsche Oper am Rhein, das Ballett am Rhein, das Schauspiel und die Duisburger Philharmoniker.

Dokumentarfilmer Heinz Brinkmann ist tot

Der DEFA-Regisseur Heinz Brinkmann ist gestorben. Brinkmann hat über vierzig Dokumentarfilme gedreht, unter anderem "Die Karbidfabrik" (1988), "Komm in den Garten" (1990) und zuletzt "Usedom - der freie Blick aufs Meer" (2017), der sich Brinkmanns Heimat Usedom widmet. Brinkmann studierte an der Deutschen Hochschule für Filmkunst "Konrad Wolf" in Potsdam, arbeitete für die DEFA als Dokumentafilmer und als Theaterregisseur unter anderem an der Berliner Volksbühne und dem Maxim Gorki Theater in Berlin. Seine Filme liefen auf zahlreichen Festivals, seine letzte Arbeit "Usedom - der freie Blick aufs Meer" wurde 2018 auf der Berlinale gezeigt. Heinz Brinkmann wurde 70 Jahre alt.

Berlinale will Streamingdienste nicht ausschließen

Die neue Führungsspitze der Berlinale hält nichts davon, Streamingdienste grundsätzlich von Filmfestivals zu verbannen. "Einfach zu sagen, 'Netflix machen wir nicht', das würde altmodisch wirken", sagte Mariette Rissenbeek der Deutschen Presse-Agentur. Die Niederländerin übernimmt mit dem Italiener Carlo Chatrian im Juni die Leitung der Internationalen Filmfestspiele. Zum jetzigen Zeitpunkt erlaubten es die Regeln der Berlinale, dass ein Film im Wettbewerb laufen könne, wenn ein Kinostart geplant sei. "Und ich halte das für eine gute Regel", sagte Rissenbeek.

Grimme-Preise werden verliehen

Im Theater Marl wird am Abend der Grimme-Preis verliehen. Insgesamt werden 16 Auszeichnungen in den Kategorien Fiktion, Unterhaltung, Information und Kultur sowie Kinder und Jugend vergeben. Zu den Preisträgern gehört erneut der Satiriker Jan Böhmermann. Neben ZDF, den ARD-Anstalten, Sat.1 und dem Bezahlsender TNT erhält zum ersten Mal auch der Streamingdienst Amazon Prime Video einen der begehrten Preise. Die besondere Ehrung geht an den deutsch-französischen Fernsehsender Arte. Der undotierte Grimme-Preis wird seit 1964 vergeben und gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.

Beschädigte Fiale am Kölner Dom notgesichert

Ein vom Strum beschädigtes beschädigtes Zier-Türmchen am Kölner Dom, eine sogenannte Fiale, ist nun provisorisch gesichert. Die nahe gelegene Domschatzkammer werde daher wieder geöffnet, teilte das Domkapitel in Köln mit. Die Schäden an dem Fial-Türmchen waren vor einigen Wochen beim Sturmtief "Eberhard" aufgefallen. Das acht Meter hohe und vier Tonnen schwere Zierwerk sei über ein 40 Meter hohes Gerüst mit Spanngurten gesichert worden, hieß es. Die unter der Fiale gelegene Domschatzkammer stehe Besuchern ab Samstag wieder zur Verfügung. Die Beschädigungen am Türmchen seien jedoch größer als zunächst angenommen, sagte Dombaumeister Peter Füssenich. Teile des Steinwerks müssten erneuert werden.

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