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Freitag, 15.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 7. Mai 2021

Bildungsminister verbietet gendergerechte Schriftsprache

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer hat die Nutzung der gendergerechten Schriftsprache an Schulen und in seinem Ministerium verboten. Zur Begründung hieß es in seinem Erlass, die "inklusive" Schrift stimme nicht mit den in den Lehrplänen vereinbarten Regeln überein. Gleichzeitig aber sollen demnach Berufe und andere Funktionen, wenn sie von Frauen ausgeübt werden, künftig in der weiblichen Form genannt werden. Blanquer argumentierte, die geschlechtergerechte Sprache sei zu komplex und behindere das Lesen sowie das Erlernen der französischen Sprache. Die französische Bildungsgewerkschaft SUD kritisierte, Blanquer zwinge der pädagogischen Gemeinschaft seine eigene Rückständigkeit auf. Die Frage der gendergerechten Frage wird in Frankreich schon länger kontrovers diskutiert.

Weitere Belästigungsvorwürfe gegen Noel Clarke

Weitere Frauen haben dem britischen Schauspieler Noel Clarke sexuelle Belästigung vorgeworfen. Der "Guardian" zitierte fünf Kolleginnen aus der Schauspielbranche, die Clarke vorwerfen, sie in den 2000er-Jahren am Set der BBC-Serie "Doctor Who" sexuell belästigt zu haben. Zuvor hatten in der Zeitung bereits 20 Frauen ähnliche Vorwürfe erhoben. Die BBC, aber auch die Fernsehsender Sky und ITV, hatten sich nach Belästigungsvorwürfen bereits zuvor von Noel Clarke distanziert.

Republik Srpska ehrt Literaturnobelpreisträger Handke

Der österreichische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Peter Handke hat in Banja Luka, die Hauptstadt der bosnischen Republik Srpska, einen Preis entgegengenommen. Lokalen Medienberichten zufolge wurde er wie ein hoher Staatsgast empfangen und für sein 2020 erschienenes Buch "Das zweite Schwert" ausgezeichnet. Seit dem Ende des Krieges 1995 ist Bosnien-Herzegowina in eine bosnisch-kroatische und die serbische Entität gespalten. Die Führung der Republik Srpska leugnet die Krigsverbrechen an den Bosniaken und Kroaten, darunter das Massaker von Srebrenica. Handke hatte sich in dem Konflikt mit der serbischen Seite solidarisiert. Die Verleihung des Nobelpreises 2019 für sein literarisches Schaffen war umstritten. Nach Ansicht von Kritikern bagatellisiere er die von Serben begangenen Kriegsverbrechen.

Bachfest Leipzig 2021 kommt als Digital-Ausgabe

Nach der Absage 2020 hatten die Veranstalter des Bachfestes Leipzig in diesem Jahr unbedingt wieder ein Festival mit Publikum organisieren wollen. Doch jetzt steht fest: Das Bachfest 2021 muss digital stattfinden. Statt mehr als 100 geplanten Veranstaltungen werde es zwölf gestreamte Konzerte mit Werkeinführungen und Gesprächsreihen geben, teilte die Veranstalter mit. Je nach Pandemie-Lage könne zum Online-Zyklus "Bachs Messias" eventuell kurzfristig ein kleines Publikum zugelassen werden. Bis Ende April habe das Team noch "mit unerschütterlichem Optimismus" ein Präsenzfestival vom 11. bis 20. Juni geplant, erklärte Intendant Michael Maul. Die Inzidenzzahlen in Leipzig ließen zwar womöglich bald Konzerte zu, aber eine Öffnung der Hotels sei noch nicht absehbar.

Ensemble-Netzwerk fordert Reformen an Theatern

Als Reaktion auf die in den letzten Monaten öffentlich gewordenen Fälle von Machtmissbrauch an deutschen Theatern fordert das Ensemble-Netzwerk Strukturreformen an den Häusern und mehr Schutz für die Mitarbeiter. Im Fall von Shermin Langhoff, der Intendantin des Gorki-Theaters, habe der Berliner Senat ihren Vertrag trotz eines laufenden Mediationsverfahrens verlängert, heißt es in einer Erklärung. Um die Position der Mitarbeiter gegenüber der Theaterleitung zu stärken, spricht sich die Organisation der Theaterschaffenden für geregelte Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung, Mitbestimmung des Ensembles bei der Besetzung von Leitungspositionen, mehr Kontrolle des leitenden Personals, sowie rechtlich verblindliche Regelungen aus.

Deutscher Psychologie Preis für Cornelia Betsch

Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, erhält den Deutschen Psychologie Preis 2021. Die 42-Jährige werde für ihre "herausragenden Leistungen" im Bereich der Gesundheitskommunikation im Allgemeinen und ihren Beitrag zur Bewältigung der Corona-Pandemie im Besonderen gewürdigt, zitierte die Uni Erfurt aus der Begründung der Jury.
Regelmäßig befragen Betsch und ihr Team die Bevölkerung zu deren Wissen über das Coronavirus, Risikowahrnehmung, Schutzverhalten und Vertrauen in politische Entscheidungen. Mit diesem "Covid-19 Snapshot Monitoring" (COSMO) habe sie der Psychologie große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zuteilwerden lassen, so die Jury. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 25. November in Berlin verliehen werden.

Steinmeier fordert Auseinandersetzung mit Holocaust

Zum 76. Jahrestags des Kriegsendes hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Deutschen zu einer fortwährenden Auseinandersetzung mit Holocaust und NS-Diktatur aufgerufen. Ohne diesen mühsamen und schmerzhaften Prozess sei "das demokratische Selbstbewusstsein unseres Landes" nicht denkbar, sagte Steinmeier laut Redetext in Berlin bei einer Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Bürger, die sich für Erinnerungsarbeit und gegen Rassismus einsetzen. Die Erinnerung an Nationalsozialismus, Schuld und Unrecht stärke die Demokratie. Dies sei die "historische Erfahrung", die das Land nach der Befreiung 1945 gemacht habe.

Felix Klein: Missbrauch des Gelben Sterns verbieten

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, will bei Demonstrationen das Tragen eines gelben Sterns verbieten. Wenn Menschen mit dem Anheften sogenannter Judensterne Vergleiche zögen, die den Holocaust relativierten, sollte dagegen mit den Möglichkeiten des Ordnungsrechts vorgegangen werden, sagte Klein dem Berliner "Tagesspiegel". Klein verwies auf die Stadt München, die in den Auflagen für die Kundgebungen das Tragen eines gelben Sterns verboten hatte. Bei Anti-Corona-Protesten hatten Demonstranten wiederholt einen gelben Stern mit der Aufschrift "ungeimpft" getragen. Aus Sicht der Kritiker hatten sie ihre Situation mit der Verfolgung von Juden im Nationalsozialismus gleichgesetzt.

Leipziger Kunsthochschule kündigt Professer

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) hat dem Grafikdesigner Ludovic Balland fristlos gekündigt. Zur Begründung hieß es in einer Stellungnahme der Hochschule, es habe mehrere Beschwerden über das Verhalten des ehemaligen Professors der Klasse für Typografie gegeben. Diese habe die Hochschulleitung Ende Oktober 2020, vermittelt über die Gleichstellungsbeauftragten, erhalten. Nach einer Bewertung der Beschwerdeprotokolle, auch unter rechtlichen Gesichtspunkten, habe sich das Rektorat für eine fristlose Kündigung entschieden, die mittlerweile rechtswirksam sei. Rektor Thomas Locher entschuldigte sich bei den Betroffenen. Der Schweizer Grafikdesigner Ludovic Balland war seit Anfang 2018 Professor an der Leipziger Kunsthochschule. Für seine Arbeit wurde er international mehrfach ausgezeichnet, unter anderem war er 2017 an der Gestaltung des Designs der Kunst-Ausstellung documenta 14 in Kassel beteiligt.

New York hat vorübergehend zweite Freiheitsstatue

Die Stadt New York hat vorübergehend eine zweite Freiheitsstatue. Die neue "Lady Liberty" steht allerdings nicht mit erhobenem Arm im Hafen der Stadt, wie ihre berühmte Zwillingsschwester, sondern liegt gestützt auf eine Hand im Morningside Park im Viertel Harlem im Norden Manhattans. Die mehr als sieben Meter lange Statue von US-Künstler Zaq Landsberg soll bis April 2022 zu sehen sein. Eine weitere neue Statue steht seit kurzem mitten in Manhattan: Der US-Künstler Sanford Biggers platzierte Oracle", eine fast acht Meter hohe Bronze-Figur, direkt vor dem Rockefeller Center. Diese sitzende Statue ist Teil einer Serie von Skulpturen, die Afrikanische Masken und Europäische Gestalten kombinieren.

Ehemaliger Yad-Vashem-Chef Arad ist gestorben

Der Holocaust-Überlebende und ehemalige Direktor der Gedenkstätte Yad Vashem Yitzhak Arad ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilte die israelische Einrichtung mit. Arad leitete die Gedenkstätte zur Erinnerung an die nationalsozialistische Judenvernichtung von 1972 bis 1993, zuletzt wirkte er als Vize-Vorsitzender des Yad-Vashem-Rats mit. Er war 1926 als Yitzhak Rudnicki in einem Ort geboren worden, der damals in Polen lag und heute zu Litauen gehört. Seine Eltern waren unter den sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die während des Zweiten Weltkriegs von Nazi-Deutschland und seinen Kollaborateurinnen und Kollaborateuren getötet wurden. Er konnte entkommen und schloss sich 1943 den sowjetischen Partisanen an. 1945 wanderte er nach Israel aus. Nach dem Militärdienst beschäftigte er sich als Gelehrter mit dem Holocaust.

Hollywoods Auslandspresse stimmt für Reformen

Der für die Vergabe der Golden-Globe-Trophäen zuständige Verband der Auslandspresse in Hollywood (HFPA/Hollywood Foreign Press Association) hat sich für Reformen in den eigenen Reihen ausgesprochen. Medienberichten zufolge will die Organisation in diesem Jahr mindestens 20 neue Mitglieder aufnehmen, vorrangig Afroamerikaner, und innerhalb von 18 Monaten die Zahl der Mitglieder verdoppeln. Im Vorfeld der letzten Globe-Verleihung im letzten Februar hatte es heftige Kritik gegeben, etwa wegen fehlender Diversität und intransparenter Mitgliedschaftskriterien. Die Golden Globes werden in 25 Film- und Fernsehkategorien vergeben.

Umbau des Philadelphia Museum of Art ist fertig

Das Philadelphia Museum of Art ist im Innenbereich von Star-Architekt Frank Gehry komplett umgebaut worden. Unter anderem entfernte der 92-Jährige in dem Gebäude ein Auditorium und öffnete einen fast 200 Meter langen Gang erstmals für Besucher. Das vor rund 150 Jahren eröffnete Museum in der Metropole im US-Bundesstaat Pennsylvania zeigt Kunst von der Antike bis zur Moderne. Bekanntheit erlangte es vor allem für die Treppenstufen vor dem Eingang, auf denen Sylvester Stallone einst seinen Film "Rocky" drehte

Stiftung für früheren Kanzler Kohl beschlossen

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit die Gründung einer Stiftung für den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl beschlossen - gegen den erklärten Wille von dessen Witwe Maike Kohl-Richter. "In meiner Funktion als Erbin und Witwe Helmut Kohls habe ich dem Vorhaben nicht zugestimmt", schrieb sie am Donnerstag auf ihrer Internetseite. "Das Vorhaben widerspricht dem letzten Willen meines Mannes." Unbeeindruckt davon stimmten am Abend CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP und Linke für die Einrichtung, die ihr Vorbild in Stiftungen für die früheren Kanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt (beide SPD) hat. Die AfD enthielt sich.

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